1. Einleitung
1.1 Bedeutung der Kinder- und Jugendliteratur
1.2 Zielsetzung des Buches von Weinkauff und von Glasenapp
2. Entstehung der Kinder- und Jugendliteratur
2.1. Anfänge und Vorformen
• Mittelalterliche Texte und didaktische Literatur
• Einfluss des Buchdrucks (1450) auf die Verbreitung
• Beispiel: Orbis Pictus von Comenius
2.2. Kinder- und Jugendliteratur der Aufklärung
• Leitdiskurs der Pädagogik
• Joachim Heinrich Campe und seine Robinson-Adaption
• Philanthropenbewegung und Rousseaus Einfluss
2.3. Die romantische Gegenbewegung
• Kindheitsutopien in der Romantik (z. B. Novalis: „Wo Kinder sind, da ist ein
goldenes Zeitalter“)
• Märchen- und Volksliteratur als Gegenmodell zur Aufklärung
• Brüder Grimm, Brentano und Arnim
3. Gattungen und Genres in der Kinder- und Jugendliteratur
3.1. Phantastische Literatur
• Definitionen und Modelle
• Beispiele: Grimms Märchen, E.T.A. Hoffmanns Nussknacker
3.2. Realistische Erzählverfahren
• Entwicklung des Adoleszenzromans
• Abenteuerromane im 19. Jahrhundert
3.3. Kinderlyrik
• Abgrenzungsprobleme zwischen Lyrik für Kinder und allgemeiner Lyrik
• Analyse: „Das ist die Erde“ von Elisabeth Borchers
3.4. Bilderbücher
• Erzählen in Bild und Text
• Historische Entwicklung vom belehrenden zum ästhetischen Medium
4. Aktuelle Forschungen zur Kinder- und Jugendliteratur
4.1. Interdisziplinäre Ansätze
• Einbindung von Kultur-, Sozial- und Medienwissenschaften
4.2. Medienwandel
• Narrative Computerspiele, Comics, Kindertheater
4.3. Übersetzte Literatur
• Bedeutung für den deutschen Buchmarkt (z. B. Grimms Märchen in über 160
Sprachen)
5. Kinder- und Jugendliteratur im Sozialisationsprozess
5.1. Lesesozialisation
, • Einfluss von Familie, Schule und digitalen Medien
5.2. Literarische Sozialisation
• Rolle der Kinderliteratur im Deutschunterricht
6.Schlussfolgerungen
Relevanz der Kinder- und Jugendliteratur für Bildung und Gesellschaft
• Herausforderungen durch Digitalisierung
Weitere Zusammenfassungen:
Erfurter Studie
Modell von Möller und Schiefele (2004)
„Ansätze zum Umgang mit dem Medienverbund im (Deutsch-)Unterricht“ von Klaus Maiwald
Leseunterricht in den Grundschulen in Deutschland
Die Bedeutung der Textauswahl
„Vielfältig wie nie zuvor“ von Kaspar H. Spinner
Insgesamt 46 Seiten
,1 Einleitung: Bedeutung der Kinder- und Jugendliteratur, Zielsetzung des Buches von
Weinkauff und von Glasenapp, historischer und aktueller Kontext
1.1 Bedeutung der Kinder- und Jugendliteratur
Kinder- und Jugendliteratur ist ein zentraler Bestandteil kultureller Bildung und
gesellschaftlicher Entwicklung. Sie dient nicht nur der Unterhaltung, sondern auch der
moralischen, ästhetischen und sozialen Erziehung von Heranwachsenden. Die Literatur für
Kinder und Jugendliche eröffnet ihnen einen Zugang zur Schriftkultur, fördert die
Lesekompetenz und unterstützt die Entwicklung von Empathie, Kreativität und kritischem
Denken. Sie trägt zur literarischen Sozialisation bei, indem sie Kindern und Jugendlichen
ermöglicht, sich mit Geschichten, Figuren und Themen auseinanderzusetzen, die ihre
Lebenswelt reflektieren oder erweitern.
Darüber hinaus spielt Kinder- und Jugendliteratur eine wichtige Rolle in der Vermittlung von
Werten und Normen. Besonders in schulischen Kontexten wird sie genutzt, um literarische
Kompetenzen zu fördern und die Freude am Lesen zu wecken. Ihre Bedeutung reicht jedoch
weit über den Unterricht hinaus: Sie ist auch ein Medium für die Freizeitgestaltung, das
Kindern hilft, sich mit ihrer eigenen Identität sowie mit sozialen und kulturellen Fragen
auseinanderzusetzen.
1.2 Zielsetzung des Buches von Weinkauff und von Glasenapp
Das Buch Kinder- und Jugendliteratur von Gina Weinkauff und Gabriele von Glasenapp bietet
eine umfassende Einführung in die Geschichte, Gattungen, Genres sowie aktuelle
Forschungsansätze der Kinder- und Jugendliteratur. Es richtet sich insbesondere an
Lehramtsstudierende, Referendare, Lehrkräfte sowie Forschende im Bereich der
Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik.
Die Autorinnen verfolgen mehrere zentrale Zielsetzungen:
. 1 Historische Perspektive: Das Buch beleuchtet die Entwicklung der Kinder- und
Jugendliteratur vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Es zeigt auf, wie sich die Literatur für
junge Leserinnen und Leser ausgehend von pädagogischen Ursprüngen zu einem
eigenständigen literarischen Feld entwickelt hat.
, 2 Systematische Einführung: Neben historischen Aspekten werden Gattungen wie
Märchen, Abenteuerromane, Adoleszenzromane oder Bilderbücher systematisch vorgestellt.
Dies ermöglicht eine differenzierte Betrachtung der Vielfalt innerhalb der Kinder- und
Jugendliteratur.
3 Fachdidaktische Relevanz: Das Buch verbindet literaturwissenschaftliche
Erkenntnisse mit praktischen Ansätzen für den Deutschunterricht. Es bietet Lehrkräften
Anregungen zur Förderung literarischer Kompetenzen sowie zur Integration von Kinder- und
Jugendliteratur in den Unterricht.
4 Interdisziplinäre Ansätze: Die Autorinnen integrieren kultur-, sozial-, sprach- und
medienwissenschaftliche Perspektiven in ihre Betrachtung der Kinder- und Jugendliteratur.
Das Werk ist als Standardwerk für die Lehrerausbildung konzipiert und vermittelt sowohl
theoretisches Wissen als auch praktische Kompetenzen für den Umgang mit Kinder- und
Jugendbüchern im schulischen Kontext.
2 Entstehung der Kinder- und Jugendliteratur
2.1. Anfänge und Vorformen
Mittelalterliche Texte und didaktische Literatur
Die Kinder- und Jugendliteratur im deutschen Sprachraum hat ihre Wurzeln im Mittelalter
und der Frühen Neuzeit. Lange Zeit wurde angenommen, dass sie erst im bürgerlichen
Zeitalter der Aufklärung entstand, da Kindheit als eigenständige Lebensphase erst in dieser
Epoche definiert wurde. Neuere Forschungen zeigen jedoch, dass bereits im Mittelalter Texte
existierten, die sich an Kinder richteten oder von Kindern gelesen wurden. Diese frühen
Werke hatten vor allem religiöse und didaktische Funktionen.
Beispiele:
• Religiöse Texte wie Katechismen, die eine moralische Erziehung vermittelten.
• Orbis Pictus von Johann Amos Comenius (1658): Ein zweisprachiges
Elementarbuch mit Holzschnittillustrationen, das Kindern Wissen über Natur
und Gesellschaft vermittelte.
• Werke wie Ovids Metamorphosen, die Goethe in seiner Kindheit las, obwohl
sie nicht speziell für Kinder geschrieben waren.
Einfluss des Buchdrucks (1450) auf die Verbreitung