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Zusammenfassung

Zusammenfassung Lernskript: Staatsexamen Geschichte - Krise der Römsichen Republik 133 bis 27 v. Chr.

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Gut strukturiertes Lernskript in Stichpunkten (auf 75 Seiten) zum Ende der Römischen Republik (Krise und Untergang der Römischen Republik 133 bis 27 v. Chr.). Sehr gut geeignet zur Vorbereitung auf eine Abschlussprüfung im Fach Geschichte bzw. Alte Geschichte (Staatsexamen, Master, Bachelor, Zwischenprüfung). Behandelt werden die Gracchen, der Bundesgenossenkrieg, Sulla, Gaius Marius, Pompeius, Cäsar, Augustus bzw. Octavian, der Prinzipat und vieles mehr. Mit Exkursen zum römischen Beamtenwesen, zum Volkstribunat, zu römischen Gesetzen, zur Regierungspraxis, zur Ackergesetzgebung etc. Die Thematik ist in 10 Abschnitte geglieder, die jeweils wieder in kurze Unterabschnitte eingeteilt sind, so dass man sich die Inhalte schnell und einfach einprägen kann. Mit Forschungbeiträgen an entscheidenden Stellen. Deckt z.B. einen großen Teil der bayerischen Staatsexamensprüfung in Alter Geschichte ab. Mit Literaturangaben.

Inhaltsvorschau

Geschichte


Untergang der Römischen Republik
Inhaltsverzeichnis

I. Voraussetzungen und Ursachen 6

1. Begriff und zeitlicher Rahmen 6

2. Voraussetzungen für Stabilität der Klassischen Republik 7

3. Differenzierung und beginnende Desintegration der politischen Klassen 7
a. Ökonomische Veränderungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7
b. Soziale Konsequenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
c. Politische Tendenzen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8
d. Mentale Veränderung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

4. Krise des römischen Bauerntums 9
a. Negative Konsequenzen der Expansion bzw. Kriegführung im 2. Jh. . . 9
b. Ökonomischer Druck . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
c. Kolonisationspolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
d. Konsequenz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9

5. Die Vermassung der Sklaverei 10

6. Das Bundesgenossenproblem 10

7. Die Überforderung des politischen Systems (siehe EXKURS ''Regierungs-
praxis'') 10

8. Reformversuche des 2. Jahrhunderts 11
a. Regulierung des politischen Konkurrenzkampfes . . . . . . . . . . . . . 11
b. Regulierung der Prachtentfaltung durch Luxusgesetze (leges sump-
tuariae) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
c. Gesetze gegen Missbräuche . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12
d. Erfolglosigkeit der Reformen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12


II. Die Gracchen 15

1. Tiberius Sempronius Gracchus (162-133) 15
a. Frage der Motivation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
b. Ackergesetz (lex agraria) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15
c. Gesetzesinitiative und Verfassungsbruch . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16
d. Tod des Tiberius Gracchus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 16

2. Die Jahre nach dem Tribunat des Tiberius Gracchus 17

3. Gaius Sempronius Gracchus (153-121) 18
a. Persönlichkeit und Zielsetzung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
b. Gesetze und Gesetzesvorlagen (leges Semproniae) in beiden Tribu-
naten (123, 122) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18
c. Erfolg und Scheitern des C. Gracchus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
d. Gründe für das Scheitern . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20

,Untergang der Römischen Republik


e. Bedeutung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20


III. Restauration und außenpolitische Krise (121-105) 23

1. ''Friedhofsruhe'' und Dominanz der Optimaten 23

2. Außenpolitische Probleme und ihre Rückwirkungen 23
a. Erfolgreiche Kämpfe in Südgallien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 23
b. Das Problem in Numidien: Bellum Iugurthinum1 . . . . . . . . . . . . . . 24
c. Der Feind aus dem Norden: Furor Teutonicus . . . . . . . . . . . . . . . 25
d. Auswirkungen auf die Innenpolitik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25


IV. Gaius Marius und Appuleius Saturnius 27

1. Die große Zeit des Gaius Marius 27
a. Der Kriegsheld . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27
b. Die Marianische Heeresreform . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27

2. Die innenpolitische Wendung: Populare Gegenaktionen (105-103) 28
a. Marius und die Popularen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28
b. Erstes Volkstribunat des L. Appuleius Saturnius (103) . . . . . . . . . . . 28

3. Der Revolutionsversuch des L. Appuleius Saturnius 29
a. Günstige Konstellation im Jahr 100 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
b. Programm des Appuleius . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29
c. Zuspitzung und Katastrophe . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 29


V. Konservative Reaktion und der Bundesgenossenkrieg 30

1. Optimatische Politik der 90er Jahre 30

2. Der Reformversuch des M. Livius Drusus 31
a. Zur Person . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31
b. Das Volkstribunat des M. Livius Drusus 91 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 31

3. Der Bundesgenossenkrieg (91-89) 32
a. Der Sonderbund gegen Rom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
b. Vorgänge in Rom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32
c. Kriegsverlauf 90 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
d. Entwicklungen in Rom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33
e. Kriegsverlauf 89 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 33

4. Unbehobene Probleme 34


VI. Lucius Cornelius Sulla 35

1. P. Sulpicius Rufus und Sullas Erster Marsch auf Rom 35
a. Die Lage nach dem Bundesgenossenkrieg . . . . . . . . . . . . . . . . . 35
b. Einfall des Mithridates in das Reich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 35

1
So der Titel der Geschichtsmonographie des Sallust.



2

,Untergang der Römischen Republik


c. Die Politik des P. Sulpicius Rufus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
d. Sullas Erster Marsch auf Rom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36
e. Einordnung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

2. Machtergreifung des L. Cornelius Cinna (Cinnanum tempus) 37
a. Konflikt in Rom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
b. Bürgerkrieg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37
c. Cinnas Regime . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 37

3. Sullas Zweiter Marsch auf Rom 38
a. Krieg gegen Mithridates . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
b. Rüstungen in Italien und Verhandlungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38
c. Zweiter Marsch auf Rom . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 38

4. Sullas Neuordnung 39
a. Sullas Diktatur . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
b. Proskriptionen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 39
c. Verwüstung Italiens und Kolonisation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
d. Restauration . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40
e. Dezentralisierung der militärischen Machtmittel . . . . . . . . . . . . . . 41
f. Rücktritt Sullas . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 41

5. Gesamteinschätzung 42


VII. Der Aufstieg des Pompeius 43

1. Innere und äußere Probleme im ersten Jahrzehnt nach Sulla 43
a. Optimaten kritisieren allmählich die sullanische Ordnung . . . . . . . . . 43
b. Bedrohung durch den Popularen Q. Sertorius in Spanien . . . . . . . . . 43
c. Umsturzversuch des M. Aemilius Lepidus . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
d. Krieg im Osten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 43
e. 73 v. Chr. Sklavenaufstand (Spartacus) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44
f. Erwartung an die Sieger . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 44

2. Die Demontage der sullanischen Ordnung 44
a. Koalition zwischen Pompeius und Crassus 71 . . . . . . . . . . . . . . . . 44
b. Das Konsulat von Crassus und Pompeius (70) . . . . . . . . . . . . . . . 45

3. Die Dominanz des Pompeius 45
a. Politische Gruppen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 45
b. Notwendigkeit außerordentlicher militärischer Kommandos . . . . . . . 46
c. Außerordentliche Kommandos des Pompeius . . . . . . . . . . . . . . . 46
d. Populare Politik während Pompeius’ Abwesenheit . . . . . . . . . . . . . 47
e. Das Konsulat Ciceros (63) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47


VIII.Pompeius und Cäsar vor dem Bürgerkrieg 48

1. Pompeius ''der Große'' in den Niederungen der römischen Politik 48
a. Rückkehr des Pompeius aus dem Osten (62 v. Chr.) . . . . . . . . . . . . 48
b. Pompeius’ Annäherung an die Optimaten scheitert . . . . . . . . . . . . 48
c. Pompeius’ Probleme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 48




3

,Untergang der Römischen Republik


2. Das Erste Triumvirat 49
a. Pompeius schießt sich Cäsar und Crassus an (60 v. Chr.) . . . . . . . . . 49
b. Forderungen des Bundes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
c. Das Konsulat Cäsars (59) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 49
d. Cäsar als Hauptnutznießer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50

3. Straßenterror: Publius Clodius Pulcher und Titus Annius Milo 52
a. Politik des P. Clodius Pulcher . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 52
b. Auseinandersetzung mit Titus Annius Milo . . . . . . . . . . . . . . . . . 53

4. Rivalität zwischen Cäsar und Pompeius bis zum Krisenjahr 52 54
a. Cäsar in Gallien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
b. Erneuerung des Triumvirats in Luca (56) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54
c. Konsulat 55 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
d. Zunehmende Wirren (54-52) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55
e. Das Krisenjahr 52 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 56

5. Der Weg in den Bürgerkrieg 57
a. Die Rechtslage zwischen Cäsar und dem Senat (nach Th. Mommsen) . 57 2

b. Verschärfung der Lage im Dezember 50 . . . . . . . . . . . . . . . . . . 57
c. Über den Rubikon . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 58


IX. Der Bürgerkrieg und die Diktatur Cäsars 59

1. Der Bürgerkrieg (49-45) 59
a. Pompeius’ Strategie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
b. Cäsars Strategie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59
c. Verlauf . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59

2. Der Diktator Cäsar (49-44) 62
a. Keine grundlegende Änderung der formalen politischen Ordnung . . . 62
b. Maßnahmen Cäsars . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
c. Ehrungen und Vollmachten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62
d. Forschungsdebatte: Cäsar und die Monarchie . . . . . . . . . . . . . . . 63
e. Opposition gegen Cäsar . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64
f. Die Iden des März (15.3.44) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 64


X. Aufstieg Octavians und Begründung des Prinzipats 66

1. Von den Iden des März bis zur Schlacht von Philippi 66
a. Die Lage nach Cäsars Tod . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
b. Die Politik des Antonius . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 66
c. Octavians Eintritt in die Politik . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 67
d. Das Erwachen der republikanischen Opposition . . . . . . . . . . . . . . 67
e. Der Mutinesische Krieg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
f. Das Zweite Triumvirat . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68
g. Philippi (Okt./Nov. 42) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 68


2
Vgl. Th. Mommsen, Römische Geschichte, Buch 5, Kap. 9. Die im Folgenden beschriebene Sachlage
ist, insbesondere im Hinblick auf die Gesamtdauer der Statthalterschaft, in der Forschung umstritten;
vgl. Heuß, Römische Geschichte, S. 206ff.



4

,Untergang der Römischen Republik


2. Der letzte Zweikampf 70
a. Die Orientpolitik des Antonius . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
b. Der Perusinische Krieg . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
c. Der Vertrag von Brundisium (Okt. 40) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
d. Der Vertrag von Misenum (Sommer 39) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 70
e. Der Vertrag von Tarent (Frühjahr 37) . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71
f. Antonius’ Neuordnung des Ostens . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 71
g. Octavians Kampf gegen Sextus Pompeius und der Feldzug in Illyrien . 71
h. Der Bruch mit Antonius . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72
i. Der Sieg über Antonius . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 72

3. Der Prinzipat 73
a. Die Legalisierung der Alleinherrschaft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 73
b. Der verfassungsrechtliche Ausbau der Monarchie . . . . . . . . . . . . . 73
c. Augustus und die Aristokratie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74
d. Begriff des Prinzipates . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 74




5

,Untergang der Römischen Republik


Teil I.
Voraussetzungen und Ursachen
1. Begriff und zeitlicher Rahmen

• Bezeichnung der späten Republik als eine Epoche
– als „Revolutionszeit“ durch Theodor Mommsen, Ronald Syme, Alfred Heuß
– als Zeit der Krise durch Karl Christ
– oder sogar als „Krise ohne Alternative“ durch Christian Meier
• Begründung für solche Etikettierungen:
– Ende der Republik und Begründung der Monarchie
– Krisenbewusstsein der Zeitgenossen selbst
– Krise und Untergang der Republik wird als länger währender Prozess ge-
sehen
• Charakteristika Theodor
Mommsen 1902
– immer wieder Verstoß gegen Regeln politischen Handelns und Rekurs auf
politisch-militärische Gewalt bis hin zum Bürgerkrieg
– zunehmende Verrechtlichung – zum Teil auch außergewöhnlicher Institu-
tionen – als Antwort darauf
• Zeitlicher Rahmen: 133 (Tiberius Gracchus), Zäsur 88 (Sulla), 31 (Agustus)
• Hauptfragen der wissenschaftlichen Debatte:
– Verhältnis Elite-Volk. Primär: Desintegration der politischen Elite (Senats-
aristokratie) als unstrittiges und entscheidendes Kennzeichen der Epoche;
außerdem: Frage nach Beteiligung des Volkes: nur subsidiär (= helfend,
unterstützend) oder sozialrevolutionäre Elemente?
– Frage nach Zwangsläufigkeit der Entwicklung; keine Alternative?




Tiberius und Gaius Gracchus L. Cornelius Sulla Kaiser Augustus




6

,Untergang der Römischen Republik


2. Voraussetzungen für Stabilität der Klassischen Republik

• Balance von individuell-familialem Ehrgeiz und Orientierung auf die res publica
(am besten: „Gemeinwesen“) in der Senatsaristokratie
• strikte vertikale Solidarität zwischen Elite und Volk
• durch Eroberung ständig neue Erschließung materieller Ressourcen
• hohe Kapazität zur Integration anderer Eliten (v.a. der Verbündeten = socii)


3. Differenzierung und beginnende Desintegration der
politischen Klassen

a. Ökonomische Veränderungen

• Rom als größter Finanzplatz: Reichtümer fließen dort zusammen
• Beute, Handel, Geschäfte wachsen an (v.a. durch Punische Kriege)
→ Reichtum, Besitz, Macht wächst stetig für einige wenige; riesige Besitzunter-
schiede
• Lex Claudia de nave senatoris3 (218)
– Höchstgrenze von 300 Amphoren für Schiff eines Senators (oder dessen
Sohnes)
– Senator darf nur noch eigene Landerzeugnisse transportieren
→ Handel als eigener Erwerbszweig für Senatoren verschlossen
→ Erster Schritt zur Differenzierung der Oberschicht4
• zugleich Verbot: Senatoren dürfen keine Publicani5 sein, also keine Steuer-
pachtgeschäfte abwickeln (Liefer- und Transportaufträge, zunächst zur Versor-
gung der Soldaten im Ausland, dann zur wirtschaftlichen Ausbeutung der Pro-
vinzen)



3
auch: de modo navium = über das Maß der Schiffe.
4
„Der Zweck war also, [den Senatoren] den Handel als selbständigen Erwerbszweig zu verschließen.
Es bestanden demnach Tendenzen zu einer Kommerzialisierung des Senatorenstandes. Gegen sie
wurde hier Front gemacht und damit tatsächlich erreicht, daß hinfort die regierende Klasse in Rom
das blieb, was sie auch früher war, eine Schicht von Agrariern, und daß sie den Charakter eines
traditionsgebundenen Adels behielt. Eine derartig gewichtige Bestimmung wäre natürlich nie durch-
zuführen gewesen, wenn ihr nicht starke Strömungen im Kreis der von ihr Betroffenen entsprochen
hätten“ (Heuß, Römische Geschichte, S. 81f.).
5
Publicanus = „Staatspächter“; Publicani, gewöhnlich aus dem Ritterstand, übernahmen Aufträge, wel-
che ihnen die res publica anvertraute. „Im engeren Sinne zeichnet sich das Publikanen-Geschäft da-
durch aus, dass der Interessent einen Auftrag ersteigert, also zur Durchführung des Auftrages in Vor-
leistung geht. Zumeist schließen sich dafür mehrere Publikanen zu einer Gesellschaft, einer ‚societas
publicanorum‘, zusammen. Risiko und organisatorischer Aufwand lagen also ganz bei Privatleuten.
Die Publikanen sind nicht zuletzt deshalb in die Geschichte eingegangen, weil sie in manchen römi-
schen Herrschaftsgebieten das Recht der Steuereintreibung in Händen hielten (sogenannte Steuer-
pacht). Unter günstigen Bedingungen bot diese Pacht hervorragende Renditen, d.h., das eingesetzte
Kapital konnte bisweilen um ein Vielfaches wieder hereingeholt werden“ (Wikipedia, „Publicani“). Pro-
blematisch war die fehlende öffentliche Kontrolle der Publicani und ihrer Geschäfte, weshalb sich ihre
Tätigkeit in den Provinzen oftmals verselbständigte. Ihr Verhalten als allmächtige „Herrscher“ vor Ort
führte zudem zu zahlreichen Konflikten mit den einheimischen Bevölkerungen. Nach Einführung der
ständigen Gerichtshöfe, an denen über erpresste Gelder aus den Provinzen verhandelt wurde, barg
die Frage über die Verteilung der Geschworenenbänke an Senatoren und/oder Ritter erhebliches
Konfliktpotential (s.u.).



7

, Untergang der Römischen Republik



N.B.: Abhängigkeit der Publicani vom Senat: Vergabe von Aufträgen; alle
Prozesse (wg. Erpressung) mit Senatoren als Richter

→ Landbebauung als Einkommensquelle zugewiesen; Senatoren legen ihre
Gelder (meist) in Grund und Boden an
• aber: Ackerland steht in Italien nicht unbegrenzt zur Verfügung
• Senatoren (sowie andere reiche Römer + Honoratioren der bundesgenössi-
schen Städte) bemächtigen sich des Staatslandes (ager publicus)6 in Mittel-
und v.a. Unteritalien
• Kapitalisierung der Landwirtschaft; riesige Latifundien entstehen (v.a. in Unter-
italien und später auf Sizilien)
• rationellere Methoden (z.T. von Karthagern übernommen) für die Großgüter
– Produktion: möglichst wenig Arbeitskräfte, möglichst großer Gewinn
– Anbau von Ölbäumen und Wein, sowie Viehwirtschaft (wenig arbeitsinten-
siv); geht zu Lasten des Getreideanbaus


b. Soziale Konsequenzen

• Herausbildung eines „zweiten Standes“: Ritterstand („Geschäftsritter“; ordo eque-
ster)
→ dürfen als publicani fungieren (manchmal sogar als ordo publicanorum be-
zeichnet), wichtig: mit der lex Claudia (218) ist den Publicani zugleich der Zu-
gang zum Senat verwehrt
• Ausbeutung der Provinzen


c. Politische Tendenzen

• Zunehmende Exklusivität; Abgrenzung nach unten
→ immer weniger homines novi)
• Kaufen von Wählerstimmen (Geld wird immer wichtiger)
• Verschiebung des politischen Kampfes


d. Mentale Veränderung

• Senator als hellenistischer Gottkönig
• griechische Prägung; Hellenisierung der Oberschicht (Kunst, Sprache, Philo-
sophie)
• Luxus und Status werden zunehmend wichtiger




6
Staatsland stammte zum allergrößten Teil aus Annexionen von im Hannibalkrieg abgefallenen Bun-
desgenossen. Es war damals wegen der Dezimierung der Bauernschaft im Krieg nicht verteilt worden;
in folgenden Jahrzehnten des 2. Jh. wurden alle landsuchenden Römer in der großangelegten Ko-
lonisation Oberitaliens (bis 177) weitgehend befriedigt; nach Gewohnheitsrecht durften alle Bürger
Staatsland zu persönlichen Zwecken okkupieren und nutzen; aber: naturgemäß waren es die Rei-
chen und Vornehmen, die in der Lage waren, diese Möglichkeit auch zu verwirklichen; die Reichen
hatten also ihren ager privatus + ager publicus occupatorius. Siehe auch EXKURS „ager publicus“.



8

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