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1.WK – 1914-1918
absolute Militärdiktatur unter Hindenburg (1916); eigentlich konstitutionelle Monarchie)
28.06.1914 Ermordung Erzherzog Ferdinand
4.-6.07.1914 Dt. Kanzler (von Bethmann-Hollweg) versichert Ö-U. Unterstützung
25.07.1914 RU erklärt volle Unterstützung Serbiens, falls Ö-U. Angriff
28.07.1914 Ö-U. erklären Serbien Krieg
07.08. 1914 Kriegseintritt: RU, DT, FR, GB, Jap
Wichtigste Dokumente: Blankoscheck an Ö-U. (eine, in welcher Form auch immer, abgegebene Vollmacht/
Erlaubnis an einen Dritten, für den Vollmachtgeber ohne jegliche Beschränkungen handeln zu dürfen) (belegt Interesse
KR an Krieg) + Ultimatum an Serbien (Aufforderung, binnen einer Frist eine schwebende Angelegenheit
befriedigend zu lösen (unter Androhung harter Maßnahmen, falls der Aufforderung nicht entsprochen wird))
(verschlimmerte Gesamtsituation)
Balkan = Pulverfass Schmelztiegel
• Krieg erreicht keines der Kriegsziele oder löst Probleme, sondern verstärkt Hass unter Völkern
• WK schien undenkbar
• 1.WK = Urkatastrophe (Auslöser weiterer Krisen im 20. Jhd. – 2.WK)
• Dominoeffekt der Kriegserklärungen = Hegemonialmacht = FOMO (Fear of missing out)
Völkerkrieg
• Kriegsbegeisterung in allen Ländern zu Beginn des Krieges
• Gegen Erwartung: Krieg zog sich in die Länge
o Einsatz von Kriegspropaganda
o Ziel: überzeugen: pol. Interessen, sondern kollektive nat. Wertesystem („Wesen“ der
Nation)
o Kriegswille aufrechterhalten (eigenen) + Kampfwille der Gegner schwächen
• Kriegspatriotismus → Integrationskraft innerhalb der Völker
• Nationalisierung + Fanatisierung der Massen (in neuen Dimensionen)
Fortschrittskritik
• 1.WK negative Effekt auf weitverbreiteten Glauben an den unaufhaltsamen Fortschritt der
Menschheit (Giftgasangriffe + Schützengräben + Materialschlachten…) → Kriegsbegeisterung →
Zivilisationsschock
• zeigte Schattenseite der wissen.-techn. Innovationen + indust. Massenproduktion (Industrie,
Technik, Wissenschaft zur Verbesserung des menschl. Daseins)
• Erfindung des Maschinengewehrs + der Massenproduktion von Rüstungsgütern → verlängerte
Krieg + ↑Zerstörungskraft des Militärs
• Krieg stellt in Frage: Glauben an Glück verheißende Wirkungen der modernen
Industriezivilisation + Glaube an Humanität des Menschen
„Industrialisierter“ Krieg
• Industrialisierung ermöglichte „totale Mobilmachung“
o verkörpert von Materialschlachten (z.B. „Hölle von Verdun“) (= Stellungskrieg – Gräbern
+ Stacheldraht + „moderne“ Waffen → Ziel: zermürben der Gegner)
• Folgen: ↑Vernichtung von Menschen + Material (+ z.B. durch Anwendung von Giftgasen: tiefer
Fall zivilisatorischer Werte)
1
, ABI Vorbereitung
Ge
Totalisierung des Krieges
• totale Krieg (totale…Mobilisierung + Kriegsziele + Kriegsmethoden + Kontrolle)
• ↓Trennung von Militär und Zivilbereich (Grund: jedes Mitglied der Gesellschaft für den Krieg an
der Front aktiviert)
o männl. + weibl. Bevölkerung (Männer einbezogen + Frauen diese in Rüstungsfabriken
ersetzt)
• Luftkrieg verstärkt gegen Zivilbevölkerung gerichtet
o ideologisierte Feindbilder: Kriegsführung als Kampf der „Zivilisation“ gegen die
„Barbarei“ des Gegners dargestellt
Kriegstechnik
• Volksbund dt. Kriegsgräberfürsorge in 64 Ländern (langfristige Auswirkungen weltweit)
• Ambivalenz des Fortschritts: Massenkrieg ohne Industrialisierung undenkbar
• totaler Krieg = Mobilisierung, pol. Kontrolle, Ziele, Methoden
• Globalisierter Krieg = wirt. Beziehungen > Versorgung mit Kriegsgütern, militär. „Unterstützung“
unter Kolonialreichen, schnellere Truppenbewegung durch erweiterte Infrastruktur
• Radikalisierung + Totalisierung erst durch Angst vor nuklearer Selbstauslöschung beendet (These)
Erinnern an den 1.WK
• These: Zocker statt Sleepwalker: jeder riskiert zu viel (Ausgangspunkt Blankoscheck?)
• Mentalität, dass Krieg = letztes Mittel der Diplomatie
o „Der Krieg ist eine bloße Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.“ CLAUSEWITZ: Vom
Kriege (um 1830)
• Zeitzeugen prägen Erinnerungskultur und kollektives Gedächtnis > Auswirkungen auf
Konstruktcharakter, Perspektivität, Alterität (andere Werte früher?)
Entstehungsbedingungen der WR
innenpol. Situation während 1.WK
• Kriegsbegeisterung (Propaganda, Durchhalteparolen, nat. Appelle) → Kriegsmüdigkeit
• ungelöste soz. Fragen + Probleme der Demokratisierung
• Staatskonzeption (Obrigkeitsstaat + Untertanengeist) monarchisch-konservativ
• Liberalisierungswünsche des Bürgertums eher Lippenbekenntnisse + modischer Zeitgeist (wurde
mit wirt. Zugeständnissen + Betonung des nat. von Staat verdrängt, keine starke Opposition)
o Gründe:
▪ Verwaltungs- und Beamtenstaat funktionierte nicht (besonders) korrupt
▪ sicherte bürgerl. Rechte + Freiheiten (Verfassung + Gesetzte) (garantierte
weitgehend freie Meinungsäußerung)
▪ jeder Bürger hatte festen Platz + Identität (dt. „Grundzüge“ – Ordnung,
Pflichtbewusstsein, Anstand, ↑Deutschtum)
▪ beschränkte Oppositionsmöglichkeiten in RT (Militär + Außenpolitik dem Einfluss
d. RT entzogen – Verfassung 1871 + W 1914-18 + größte Partei im RT (SPD):
Burgfrieden zu Kriegsausbruch im nat. Interesse)
▪ Arbeiterschaft + ihre pol. Führung (SPD) – mit gut funktionierendem konstitut.
Obrigkeitsstaat abgefunden + demokrat.-parlament. System nicht unbedingt soz.
Lage verbessern (vgl. mit anderen Ländern) + also nur kleine Verbesserungen/
Korrekturen angestrebt (moderne Bismarck´sche Sozialgesetzgebung)
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