Kurs: Pädagogik: historische, konzeptionelle und begriffliche Grundlagen
DLBSAPAED01-01
Tutuorin: Noreen Naranjos Velazquez
Studiengang: Gesundheitspädagogik (B.A.)
ADVANCED WORKBOOK PÄDAGOGIK
, Aufgabenstellung 1:
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit“
(Kant 1784/1983, S. 53). Immanuel Kant, einer der wichtigsten Vertreter aufklärerischen
Denkens, bringt den Grundgedanken der damaligen Zeit auf den Punkt.
Skizziere den erziehungshistorischen Kontext, der hinter Kants Überlegungen und den Ideen
der Aufklärung steckt und gehe darauf ein, welcher Grundgedanke von Erziehung und welches
Bild vom Menschen sich dahinter verbergen.
Beantworte zudem, welche Konsequenzen sich aus der Weiterentwicklung dieser Gedanken
auf das Bild vom Kind ergeben, und zwar auch für die heutige Zeit.
Bitte benenne immer die Autor: innen oder die relevanten Vertreter: innen, die Du für Deine
Argumentation heranziehst. Denk daran, dass für die Bearbeitung der Aufgabe
unterschiedliche Lektionen relevant werden.
Antwort Aufgabe 1:
Die Erziehungsgeschichte durchlief verschiedene Epochen, die das Bild vom Kind und die
Erziehungspraktiken maßgeblich beeinflussten. In der Antike lag der Schwerpunkt der
Erziehung auf der Vermittlung praktischer Lebensfertigkeiten. Im Mittelalter war die Bildung
stark an religiöse Bindungen gebunden und nur den Klerikern vorbehalten, während der
einfache Bürger keinen Zugang dazu hatte.
Die Renaissance im 15. Und 16. Jahrhundert brachte die Trennung zwischen Glauben und
Wissen und markierte einen Wendepunkt in der pädagogischen Sicht.
Im 17. Jahrhundert, der Moderne, gewann die Wissenschaft an Bedeutung, und die kindliche
Entwicklung wurde erstmals genauer beobachtet, was zu Vermutungen über Zusammenhänge
zwischen Entwicklungsphasen und Persönlichkeitsmerkmalen führte.
Die Aufklärung im 18. Jahrhundert, auch als „pädagogisches Jahrhundert“ bekannt,
legte das Fundament für das heutige Erziehungskonzept. Philosophen wie Kant betonten die
Erziehbarkeit des Menschen und die Notwendigkeit der Erziehung, um Vernunft und Moral zu
fördern. Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern änderte sich in dieser Epoche hin zu
mehr Respekt und weniger autoritärem Gehorsam.
Wichtige Pädagogen wie Fröbel, Rousseau und Pestalozzi stellten das bisherige Bild des
Kindes in Frage und sahen Kinder als eigenständige Wesen an. In der deutschen Klassik zu