Messen und Bewerten “Bewerten”
angemessene Bewertung: beeinflusst durch Urteilsfehler
Wie wird Beurteilung gerechtfertigt?: beeinflusst durch Attributionen und Bezugsnormen
Urteilsfehler
- Urteil nicht Objektiv
- kommen seltener vor als korrekte Urteile
- Erfahrung beeinflusst die Wahrnehmung
3 Quellen für Urteilsfehler im Unterricht
1. Verzerrter Gedächtnisabruf
- Primacy Effekt - Dinge aus Beginn und Ende einer Unterrichtsstunde am besten
abrufbar
2. Vorgefertigte Erwartung (Halo-Effekt)
- ...an Schülerverhalten (Schüler A wird defensiv in der GA sein)
- Empirisch bestätigt: vergangenes Verhalten = zukünftiges Verhalten
- präventives Handeln - Störungen vermeiden bevor sie entstehen:
Wen muss ich für den Test auseinandersetzen?
Welche SuS funktionieren in der GA?
Wen muss ich aufrufen, damit der Unterricht weitergehen kann?
- sich selbsterfüllende Prophezeiung: “Erwartungen, welche die Tendenz haben, sich
selbst zu bewahrheiten, indem sie eigenes und fremdes Verhalten (unbemerkt) so
beeinflussen, dass am Ende das geschieht, was man erwartet”
- Überschätzung des Schülerpotentials: Aufwärtsspirale
- Unterschätzung des Schülerpotentials: Abwärtsspirale
3. Überschätzung von (persönlichen) Eigenschaften
- Verhalten wird auf Eigenschaften zurückgeführt: stotternder Schüler= introvertiert
- beobachtetes Verhalten werden vorschnell als stabile Eigenschaften angesehen (der
Schüler ist vllt. nur in meinem Unterricht am schwänzen) - Fundamentaler
Attributionsfehler
Was kann man dagegen tun?
- kontrollierte Subjektivität: Urteilsfehler begangen? hinterfragen, wie konnte das
passieren?
- Kategorisierung “Schlimmer Klassen”/”schlimmer SuS” vermeiden und hinterfragen
- Vorschnelle Erwartungen an die SuS vermeiden
Attribution
- Wird Ursache für Verhalten internal (bei sich selbst) oder external (in der Umwelt)
gesucht?
- Sind Ursachen dauerhaft/stabil vorhanden?