Vorlesungsmitschrift – vollständige Semesterübersicht
Persönliche Mitschrift, nach Themenblöcken sortiert. Eigene Notizen, kein Skript-Auszug.
Sitzung 1 – Einordnung & Grundbegriffe
→ KLR = internes Rechnungswesen, keine gesetzliche Pflicht (anders als Finanzbuchhaltung / HGB)
→ 3 Kernfragen: Was kostet es wirklich? Wo entsteht die Kosten? Wofür (welches Produkt)?
→ Aufbau der KLR immer 3-stufig:
– Kostenartenrechnung → welche Kosten sind angefallen
– Kostenstellenrechnung → wo sind sie angefallen
– Kostenträgerrechnung → wofür sind sie angefallen
Begriffspyramide (klausurrelevant!)
Auszahlung/Einzahlung: Änderung des Bestands an liquiden Mitteln (Kasse + Bank)
Ausgabe/Einnahme: Änderung des Geldvermögens = liquide Mittel + Forderungen − Verbindlichkeiten
Aufwand/Ertrag: Größen der Finanzbuchhaltung – gesamter Werteverzehr/-zuwachs, auch betriebsfremd
Kosten/Leistung: nur der betriebszweckbezogene, periodengerechte Werteverzehr/-zuwachs
Klausur-Tipp: Die Abgrenzungsrechnung (Aufwand → Kosten) ist ein Klassiker in Klausuren: neutraler
Aufwand, Zweckaufwand, Anderskosten, Zusatzkosten sauber unterscheiden können!
Neutraler Aufwand / Zweckaufwand / Anders- & Zusatzkosten
→ neutraler Aufwand: kein Bezug zum Betriebszweck (Spenden, Kursverluste, außerordentliche
Abschreibung) → fließt NICHT in KLR
→ Zweckaufwand: = Grundkosten, Aufwand und Kosten in gleicher Höhe (normaler Materialverbrauch)
→ Anderskosten: Kosten ≠ Aufwand in der Höhe. Beispiele: kalk. Abschreibung (Wiederbeschaffungswert
statt AK), kalk. Wagnisse
→ Zusatzkosten: Kosten ganz ohne Aufwands-Pendant. Beispiele: kalk. Unternehmerlohn, kalk.
Eigenkapitalzinsen, kalk. Miete (eigene Immobilie)
Kalkulatorische Abschreibungen – Berechnung
kalk. Abschreibung p. a. = Wiederbeschaffungswert ÷ betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer
→ Basis ist der Wiederbeschaffungswert (nicht der historische Anschaffungswert wie in der FiBu!) →
Inflation wird berücksichtigt
Kalkulatorische Zinsen – Berechnung
kalk. Zinsen = betriebsnotwendiges Kapital × Zinssatz
→ Restwertmethode: Zinsbasis = (Anschaffungswert + Restwert) ÷ 2
→ Durchschnittswertmethode: vereinfachte Variante, Zinsbasis = Anschaffungswert ÷ 2
→ betriebsnotwendiges Kapital = betriebsnotwendiges Vermögen − Abzugskapital (zinslose
Verbindlichkeiten)
Sitzung 2 – Kostenartenrechnung
→ Aufgabe: lückenlose, systematische Erfassung aller Kosten einer Periode
, Gliederungskriterien (mind. 3 kennen!)
→ nach Produktionsfaktoren: Material-, Personal-, Betriebsmittelkosten (Abschreibung/Zinsen),
Fremdleistungen, kalk. Kosten, Steuern/Abgaben
→ nach Zurechenbarkeit zum Kostenträger: Einzelkosten (direkt zurechenbar, z. B. Fertigungsmaterial) vs.
Gemeinkosten (nur über Schlüssel, z. B. Miete)
→ nach Beschäftigungsabhängigkeit: fixe Kosten (konstant) vs. variable Kosten (proportional, progressiv,
degressiv je nach Verlauf)
Materialkosten – Bewertungsverfahren (wichtig bei schwankenden
Einkaufspreisen)
→ Fifo (First in – first out): zuerst eingekaufte Ware wird zuerst verbraucht
→ Lifo (Last in – first out): zuletzt eingekaufte Ware wird zuerst verbraucht
→ Durchschnittsbewertung (gleitend oder periodisch): gewichteter Mittelwert aller Einkaufspreise
Personalkosten
→ Löhne (Fertigungslöhne = Einzelkosten) vs. Gehälter (i. d. R. Gemeinkosten)
→ Lohnnebenkosten (Sozialversicherung, Urlaubsgeld etc.) gehören dazu
Sitzung 3 – Kostenstellenrechnung (BAB)
→ Ziel: Gemeinkosten verursachungsgerecht auf die Bereiche verteilen, in denen sie entstehen
Aufbau Betriebsabrechnungsbogen
→ Spalten = Kostenstellen (Material, Fertigung, Verwaltung, Vertrieb + Hilfskostenstellen)
→ Zeilen = Kostenarten aus der Kostenartenrechnung
1. Primäre Kostenverteilung
→ Gemeinkosten werden über Schlüssel auf ALLE Kostenstellen verteilt (Vor- und Endkostenstellen)
→ typische Schlüssel: m² (Miete), kWh (Energie), Anzahl Mitarbeiter (Personalverwaltung)
2. Sekundäre Kostenverteilung (innerbetriebliche Leistungsverrechnung)
→ Kosten der Vorkostenstellen (Kantine, Fuhrpark, Reparaturwerkstatt) werden auf Endkostenstellen
umgelegt
→ Stufenleiterverfahren (Treppenverfahren): Reihenfolge festlegen, gibt Rückverrechnung NICHT wieder →
einfacher, aber ungenau
→ Gleichungsverfahren (Simultanverfahren): lineares Gleichungssystem, berücksichtigt gegenseitigen
Leistungsaustausch → exakt
3. Zuschlagssätze (Ergebnis des BAB)
Zuschlagssatz (%) = Gemeinkosten der Kostenstelle ÷ Zuschlagsbasis × 100
→ Materialgemeinkostenzuschlag: Basis = Fertigungsmaterial
→ Fertigungsgemeinkostenzuschlag: Basis = Fertigungslöhne (oder Maschinenstunden!)
→ Verwaltungs-/Vertriebsgemeinkostenzuschlag: Basis = Herstellkosten
Klausur-Tipp: Klausuraufgabe oft: kompletten BAB mit 2–3 Hilfskostenstellen durchrechnen
(Stufenleiterverfahren) und danach die Zuschlagssätze bestimmen.