Inhalt
DaZ / DaF................................................................................................................................................2
Migration & Identität..............................................................................................................................5
1. Migration........................................................................................................................................5
1.1 Entwicklung / Geschichte..........................................................................................................6
1.2 Umgang mit Migration..............................................................................................................8
2. Kultur & Identität..........................................................................................................................13
3. Interkulturelles Lernen..................................................................................................................27
Sprachbiografie.............................................................................................................................39
4. Sprache und Macht.......................................................................................................................40
,LPO I: § 43a Deutsch als Zweitsprache - Bürgerservice
a) Migrations- und Identitätsforschung
Historische und aktuelle Konzepte zur Kultur-, Heterogenitäts- und Migrationsforschung
Selbst- und Fremdwahrnehmung, Zugehörigkeiten und Identitäten
interkulturelle Kommunikation, Formen von Diskriminierung
Sprache(-n) – Macht – Bildung
DaZ / DaF
Definition
Zweitsprache: eine Sprache, die nach der Erstsprache angeeignet wird – ungeachtet des jeweiligen
Aneignungskontextes (Kniffka & Sibert-Ott 2023)
DaZ (Barkowski 2010)
- „deutschsprachliche Äußerungen von Sprechern, die das Deutsche als Fremdsprache in einer
deutschsprachigen Region und weitgehend außerunterrichtlich erworben haben“
- als Unterrichtsfach, in dem der Spracherwerb unterstützt wird
- das Teil- und Spezialgebiet des wissenschaftlichen Faches Deutsch als Fremdsprache bzw.
Sprachlehr- und -lernforschung
DaF (Krumm 2010)
alle unterrichtspraktischen und wissenschaftl. Aktivitäten, die sich mit der d. Sprache und Kultur
unter dem Aspekt des Lernens von Nichtdeutschsprachigen beschäftigt
Allgemein
- Bezeichnung „DaZ-Kinder“ ist nicht neutral. Ihr liegt eine subjektivierende Zuschreibung inne, von
der sich die davon betroffenen Lernenden nicht loslösen können (vgl. Dirim/Pokitsch 2017; Peuschel
& Burkard 2019; Dirim 2015)
-> Bezeichnung für persönlichen Sprachbesitz
-> kann inferiorisierende Effekte nach sich ziehen
-> sollte nur bei didaktischer und methodischer Notwendigkeiten verwendet werden
-> ermöglicht Förderung
-> Vorstellung, dass es quasi unmöglich sei D auf muttersprachlich Niveau zu erwerben
-> Deutsch ist Deutsch und gleichermaßen wertvoll, unabhängig davon, ob DaZ oder DaM
-> weniger zuschreibend für sprachl. Kompetenzen wäre L1, L2, …
-> allerdings wiederum Anschein, dass Sprachen zählbar wären bzw. z.B. als zweites gelernt wurde
Unterscheidung / Merkmale (Ahrenholz 2020; Kniffka & Sibert-Ott 2023; Rössler 2021)
,- Unterscheidung zwischen Zweit- und Fremdsprache
-> strikte Unterscheidung nicht immer ohne weiteres möglich
- Auch wichtig beide Termini voneinander abzugrenzen, da sie durch jeweils unterschiedliche
Erwerbskontexte gekennzeichnet sind, die auch Folgen für didaktische Optionen haben
- Gemeinsam haben sie, dass L1 eine Rolle spielt und D nicht als erste Sprache erworben wird
DaZ
- Erwerb innerhalb der Zielkultur
- Erwerb auch außerschulisch (Umgebungssprache, alltägl. Kontaktsituationen)
-> unmittelbar kommunikativ relevant
-> natürlicher und/oder gesteuerter Erwerb
-> d. Sprache und Kultur für ihr alltägliches Leben von unmittelbarer Bedeutung
- neue Sprache spielt eine wichtige Rolle
-> kommunikativer Erfolg
-> beeinflusst Erlangung oder Veränderung der Identität
-> Identitätsproblematik & Stellenwert der Sprache (Rösler 1994)
- Erwerbsprozess oft ab Eintritt in soziale Kontexte (Kita, GS, …)
- L1 erstmal dominante, häufig nicht speziell gefördert, Sprachkompetenz evtl. nicht alltagsgemäß
- Lerngruppe sehr heterogen (Alter, Interesse, Intention, Können, …)
* Für SuS mit Zuwanderungsgeschichte ist Deutsch in aller Regel Zweitsprache
* DaZ wird in den unterschiedlichen Kontexten unterrichtet:
- obligatorische Sprach- und Integrationskurse für erwachsene Zuwanderer
- Studienkollegs zur sprachlichen Vorbereitung fürs Studium für ausländische Studienbewerber
- Vorbereitungsklassen für neu zugewanderte SuS
-> haben unterschiedliche Ziele
* Ziel: Lernende sprachlich zu befähigen, aktiv am schulischen Regelunterricht
teilzunehmen, damit sie das für den Schulerfolg nötige Wissen und Können erwerben
-> erster Zugang zum d. Schulsystem schaffen (Erstintegration)
-> DaZ sollte daher Realsituation des Regelunterrichts abbilden
-> (Sprach)Kompetenzen vermitteln, die sie zur Teilhabe am Regelunterricht befähigen
-> Sprachhandlungsfähigkeit in allen Situationen anbahnen
* Anforderungen an neue SuS
- mit den Abläufen und Regularitäten in einer deutschen Schule vertraut werden
- in relativ kurzer Zeit Deutsch (als Zweitsprache) aneignen (alltagssprachlichen Kompetenzen, aber
auch fach- und bildungssprachliche)
- je nach Herkunftssprache und sprachlichen Vorkenntnissen ein (neues) Schriftsystem aneignen
(Zweitschrifterwerb)
DaF
- Erwerb im Kontext der Ausgangskultur
-> Erwerbskontext (Henrici & Vollmer 2001)
-> meist außerhalb vom d. Sprachraum
- Erwerb vorwiegend im Unterricht / institutioneller Kontext
-> unterrichtlich geprägte Anforderungen
-> Interaktionsprozesse weitgehend auf Basis des vermittelten Wissens
-> ab Eintritt in entsprechende Bildungseinrichtung
-> Schulfremdsprache, Schulen mit Kooperationsprogrammen, Deutsche Auslandsschulen,
Goethe-Institut, Volkshochschulen, Sprachzentren
, - Sprache spielt oft nicht eine zentrale Rolle fürs alltägliche Leben
-> L1 bleibt dominante Sprache
- Im Vergleich zu DaZ homogener
- Fremdsprache ist Unterrichtsgegenstand
=> Im engeren Sinn zielt DaF auf die spezifische Situation des Fremdsprachlernens außerhalb des d.
Sprachraums, während DaZ auf den Erwerb des Deutschen im deutschsprachigen Kontext abzielt
(Krumm 2010)
Zahlen
2020: 15 Mio. Deutschlernende weltweit (Altmayer 2021)
Mikrozensus - Ergebnisse des Statistischen Bundesamts (2013; 2025)
- Mig. 30% und 2012 waren es 20%
- Kinder im GS Alter 42% Mig. und 2012 waren 28% schulpflichtig
- Seit 2015: Anzahl an Flüchtlingen, die nach DE. kommen, ist extrem gestiegen
= sog. „Flüchtlingskrise“ -> Ukraine-Krieg & Globalisierung des Arbeitsmarktes
DaZ / DaF................................................................................................................................................2
Migration & Identität..............................................................................................................................5
1. Migration........................................................................................................................................5
1.1 Entwicklung / Geschichte..........................................................................................................6
1.2 Umgang mit Migration..............................................................................................................8
2. Kultur & Identität..........................................................................................................................13
3. Interkulturelles Lernen..................................................................................................................27
Sprachbiografie.............................................................................................................................39
4. Sprache und Macht.......................................................................................................................40
,LPO I: § 43a Deutsch als Zweitsprache - Bürgerservice
a) Migrations- und Identitätsforschung
Historische und aktuelle Konzepte zur Kultur-, Heterogenitäts- und Migrationsforschung
Selbst- und Fremdwahrnehmung, Zugehörigkeiten und Identitäten
interkulturelle Kommunikation, Formen von Diskriminierung
Sprache(-n) – Macht – Bildung
DaZ / DaF
Definition
Zweitsprache: eine Sprache, die nach der Erstsprache angeeignet wird – ungeachtet des jeweiligen
Aneignungskontextes (Kniffka & Sibert-Ott 2023)
DaZ (Barkowski 2010)
- „deutschsprachliche Äußerungen von Sprechern, die das Deutsche als Fremdsprache in einer
deutschsprachigen Region und weitgehend außerunterrichtlich erworben haben“
- als Unterrichtsfach, in dem der Spracherwerb unterstützt wird
- das Teil- und Spezialgebiet des wissenschaftlichen Faches Deutsch als Fremdsprache bzw.
Sprachlehr- und -lernforschung
DaF (Krumm 2010)
alle unterrichtspraktischen und wissenschaftl. Aktivitäten, die sich mit der d. Sprache und Kultur
unter dem Aspekt des Lernens von Nichtdeutschsprachigen beschäftigt
Allgemein
- Bezeichnung „DaZ-Kinder“ ist nicht neutral. Ihr liegt eine subjektivierende Zuschreibung inne, von
der sich die davon betroffenen Lernenden nicht loslösen können (vgl. Dirim/Pokitsch 2017; Peuschel
& Burkard 2019; Dirim 2015)
-> Bezeichnung für persönlichen Sprachbesitz
-> kann inferiorisierende Effekte nach sich ziehen
-> sollte nur bei didaktischer und methodischer Notwendigkeiten verwendet werden
-> ermöglicht Förderung
-> Vorstellung, dass es quasi unmöglich sei D auf muttersprachlich Niveau zu erwerben
-> Deutsch ist Deutsch und gleichermaßen wertvoll, unabhängig davon, ob DaZ oder DaM
-> weniger zuschreibend für sprachl. Kompetenzen wäre L1, L2, …
-> allerdings wiederum Anschein, dass Sprachen zählbar wären bzw. z.B. als zweites gelernt wurde
Unterscheidung / Merkmale (Ahrenholz 2020; Kniffka & Sibert-Ott 2023; Rössler 2021)
,- Unterscheidung zwischen Zweit- und Fremdsprache
-> strikte Unterscheidung nicht immer ohne weiteres möglich
- Auch wichtig beide Termini voneinander abzugrenzen, da sie durch jeweils unterschiedliche
Erwerbskontexte gekennzeichnet sind, die auch Folgen für didaktische Optionen haben
- Gemeinsam haben sie, dass L1 eine Rolle spielt und D nicht als erste Sprache erworben wird
DaZ
- Erwerb innerhalb der Zielkultur
- Erwerb auch außerschulisch (Umgebungssprache, alltägl. Kontaktsituationen)
-> unmittelbar kommunikativ relevant
-> natürlicher und/oder gesteuerter Erwerb
-> d. Sprache und Kultur für ihr alltägliches Leben von unmittelbarer Bedeutung
- neue Sprache spielt eine wichtige Rolle
-> kommunikativer Erfolg
-> beeinflusst Erlangung oder Veränderung der Identität
-> Identitätsproblematik & Stellenwert der Sprache (Rösler 1994)
- Erwerbsprozess oft ab Eintritt in soziale Kontexte (Kita, GS, …)
- L1 erstmal dominante, häufig nicht speziell gefördert, Sprachkompetenz evtl. nicht alltagsgemäß
- Lerngruppe sehr heterogen (Alter, Interesse, Intention, Können, …)
* Für SuS mit Zuwanderungsgeschichte ist Deutsch in aller Regel Zweitsprache
* DaZ wird in den unterschiedlichen Kontexten unterrichtet:
- obligatorische Sprach- und Integrationskurse für erwachsene Zuwanderer
- Studienkollegs zur sprachlichen Vorbereitung fürs Studium für ausländische Studienbewerber
- Vorbereitungsklassen für neu zugewanderte SuS
-> haben unterschiedliche Ziele
* Ziel: Lernende sprachlich zu befähigen, aktiv am schulischen Regelunterricht
teilzunehmen, damit sie das für den Schulerfolg nötige Wissen und Können erwerben
-> erster Zugang zum d. Schulsystem schaffen (Erstintegration)
-> DaZ sollte daher Realsituation des Regelunterrichts abbilden
-> (Sprach)Kompetenzen vermitteln, die sie zur Teilhabe am Regelunterricht befähigen
-> Sprachhandlungsfähigkeit in allen Situationen anbahnen
* Anforderungen an neue SuS
- mit den Abläufen und Regularitäten in einer deutschen Schule vertraut werden
- in relativ kurzer Zeit Deutsch (als Zweitsprache) aneignen (alltagssprachlichen Kompetenzen, aber
auch fach- und bildungssprachliche)
- je nach Herkunftssprache und sprachlichen Vorkenntnissen ein (neues) Schriftsystem aneignen
(Zweitschrifterwerb)
DaF
- Erwerb im Kontext der Ausgangskultur
-> Erwerbskontext (Henrici & Vollmer 2001)
-> meist außerhalb vom d. Sprachraum
- Erwerb vorwiegend im Unterricht / institutioneller Kontext
-> unterrichtlich geprägte Anforderungen
-> Interaktionsprozesse weitgehend auf Basis des vermittelten Wissens
-> ab Eintritt in entsprechende Bildungseinrichtung
-> Schulfremdsprache, Schulen mit Kooperationsprogrammen, Deutsche Auslandsschulen,
Goethe-Institut, Volkshochschulen, Sprachzentren
, - Sprache spielt oft nicht eine zentrale Rolle fürs alltägliche Leben
-> L1 bleibt dominante Sprache
- Im Vergleich zu DaZ homogener
- Fremdsprache ist Unterrichtsgegenstand
=> Im engeren Sinn zielt DaF auf die spezifische Situation des Fremdsprachlernens außerhalb des d.
Sprachraums, während DaZ auf den Erwerb des Deutschen im deutschsprachigen Kontext abzielt
(Krumm 2010)
Zahlen
2020: 15 Mio. Deutschlernende weltweit (Altmayer 2021)
Mikrozensus - Ergebnisse des Statistischen Bundesamts (2013; 2025)
- Mig. 30% und 2012 waren es 20%
- Kinder im GS Alter 42% Mig. und 2012 waren 28% schulpflichtig
- Seit 2015: Anzahl an Flüchtlingen, die nach DE. kommen, ist extrem gestiegen
= sog. „Flüchtlingskrise“ -> Ukraine-Krieg & Globalisierung des Arbeitsmarktes