Fernlehrbrief 1: Selbst, Persönlichkeit, soziale Motive
Thema Selbst
1. Situation: Man spielt mit einem Kollegen Tennis und erklärt ihm, dass man sehr lange nicht gespielt hat.
Wie nennt man diese Technik und wozu wird sie angewendet? (8 Punkte) Beispiel
Selbstwerterhaltungsstrategie
Es handelt sich um die selbstwertdienliche Strategie Sandbagging. Beim Sandbagging spielt man die eigene
Leistungsfähigkeit vor einer Anforderungssituation herunter und hält damit die Erwartungshaltung der
anderen Person (hier des Kollegen) gering.
Durch das Anwenden dieser Strategie kann die Person bei jedem Leistungsergebnis profitieren. Bei einem
schlechten Abschneiden ist Ergebnis konform mit der eigenen Aussage (Schutz des Selbstwerts), bei gutem
Abschneiden kann man die andere Person mit einem über der Erwartung liegendem Leistungsniveau
überraschen (Erhöhung des Selbstwerts).
2. Welche Strategien zum Selbstschutz/Selbsterhöhung gibt es? Mit Bsp.
Strategien zum Selbstwertschutz und zur Selbstwerterhöhung
o Self-serving bias: eigene Erfolge intern, Misserfolge extern attributieren, auch:
selbstwertdienliche Attribution
o Selektive Informationssuche: aktive Suche nach selbstwertdienlichen Informationen über die eigene
Person
o Self-handicapping: hinderliche Umstände für die eigene Leistungserbringung erzeugen
o Sandbagging: vor Leistungssituationen die eigenen Möglichkeiten herunterspielen
o Above average effect: eigene Möglichkeiten als überdurchschnittlich wahrnehmen
o False concensus effect: die Annahme, verbreitete und akzeptierte Meinungen zu besitzen
o Downward comparison: Auswahl von Vergleichspersonen, die schlechter abschneiden als man
selbst
3. Selbstwahrnehmungstherorie erläutern + Bsp.
Personen nehmen eigene Verhaltensweisen, Gefühle, Gedanken und körperliche Zustände wahr und ziehen
daraus Rückschlüsse auf eigene Fähigkeiten und Eigenschaften. D.h. bei Unsicherheiten über sich selbst können
Menschen durch Analyse des vergangenen Verhaltens ihre Fähigkeiten und Eigenschaften erschließen (sofern
Verhalten freiwillig/intrinsich motiviert war).
Beispiel: Person, die immer ihre Vorlesungsmitschriften ordentlich abheftet, immer direkt den Abwasch macht
und ihre CDs alphabetisch ordnet kann draus schließen, dass sie eine selbstdisziplinierte und ordnungsliebende
Person ist,.
4. Unterschied zwischen Selbstschutz und Selbstwerttheorie
Selbstwerterhöhungstheorie: Personen suchen und verarbeiten selbstbezogene Informationen
selbstwertdienlich, also selbstwerterhöhend (wird eher in Bereichen genutzt, in den noch weniger Selbstwissen
verfügbar ist, demnach neue Selbstschemata aufgebaut werden sollen).
Selbstkonsistenztheorie: Personen sind motiviert, ihr Bild über sich zu bestätigen, auch wenn es negativ ist
(wird eher in Bereichen genutzt, in denen Personen bereits umfangreiches und gut vernetztes Selbstwissen
besitzen)
5. Welche Effekte hat eine erhöhte objektive Selbstaufmerksamkeit
a) Objektive Selbstaufmerksamkeit steigert das Bewusstsein über und damit die Intensität selbstbezogener
Einstellungen, Reaktionen und Affekte.
b) Objektive Selbstaufmerksamkeit verstärkt das Bewusstsein über Diskrepanzen zwischen idealem und realem
Selbst.
c) Objektive Selbstaufmerksamkeit verstärkt die Motivation Selbst-Standard- Diskrepanzen zu reduzieren.
d) Geringe Erfolgserwartung bzgl. der Reduktion einer aversiven Diskrepanz führt zur Vermeidung von objektiver
Selbstaufmerksamkeit.
,6. Welche Dimensionen werden bei Taxonomien der Selbstdarstellungsformen unterschieden?
Tedeschi und Kollegen (1984) unterscheiden in ihrer Taxonomie kurzfristige bzw. situationsspezifische von
langfristigen bzw. situationsunspezifischen Formen der Selbstdarstellung. Des Weiteren differenzieren sie
assertive und defensive Formen der Selbstdarstellung, d.h. solche, die einen guten Eindruck erzeugen sollen
von solchen, die einen schlechten Eindruck vermeiden sollen.
Cialdini und Kollegen (1980) unterscheiden direkte von indirekten Formen der Selbstdarstellung, d.h.
solche, bei denen zum Zweck der Selbstdarstellung Informationen über die eigene Person präsentiert
werden, von solchen, bei denen zum selben Zweck Informationen über Dritte präsentiert werden, mit
denen die Person in positiver oder negativer Verbindung steht.
Kann sich auf alle Aspekte des Selbstkonzepts beziehen, z.B. auf die eigenen Fähigkeiten, Einstellungen oder
Ziele. Selbstdarstellung kann bewusst und vorbewusst gesteuert sein und ist nicht auf das Hervorrufen eines
positiven Eindrucks beschränkt. Allgemein wird damit die Steuerung des Eindrucks, den eine Person auf
einen Interaktionspartner machen möchte, bezeichnet.
7. Warum zeigen Menschen negative Selbstdarstellung, Bspl. Positive und negative Selbstdarstellung jeweils
verbal und nonverbal
Menschen zeigen u.a. negative Selbstdarstellung, um z.B. für nachfolgende Misserfolge nicht verantwortlich
gemacht zu werden oder auch wie beim „sandbagging“ ihre nachfolgenden Leistungen aufzuwerten bzw. nicht
zu enttäuschen.
Positive Selbstdarstellung
• Direkt:
o Verbal: auf eigene Vorzüge hinweisen z.B. Kompetenz, Leistungsstärke, etc.
o Non-verbal: Kleidung, Statussymbole, etc. einen positiven Eindruck erzeugen
• Indirekt:
o z.B. Entitäten, mit denen man in Verbindung steht, positiv bewerten bzw. sich mit solchen in
Verbindung bringen
Negative Selbstdarstellung
• Direkt:
o Verbal: eigene Leistung abwerten bzw. absichtlich schlechte Leistung erbringen, eigene
Leistung unterbewerten z.B. absichtliches Senken der Leistungsfähigkeit im Arbeitskontext zur
Abwehr zusätzlicher Aufgaben oder zum Erhalt von Unterstützung erwarteter Effekt: Reaktion
vom Interaktionspartner.
o Non-verbal: durch Kleidung, Statussymbole, etc. einen negativen Eindruck erzeugen z.B.
Hilflosigkeit
• Indirekt:
o z.B. Entitäten, mit denen man in Verbindung steht, negative bewerten, andere so beurteilen,
dass man selbst im Vergleich schlecht dasteht
8. Unter welchen Umständen fällt es Menschen schwer, ihr Verhalten zu regulieren (z.B. Diät)
- Das Verfolgen bestimmter Ziele, wie z.B. der Gewichtsabnahme, erfordert ein hohes Maß an
Selbstregulation
- Selbstregulation = limitierte Ressource, d.h. wenn diese einmal aufgebraucht ist, muss sich diese
erstmal regenerieren (Erholungspause) (ego depletion)
- In der Zeit, wo die Ressource aufgebraucht ist, kann eine Person, während einer Diät, Süßem und
Fastfood nicht wiederstehen → erst nach einer Pause wieder möglich
9. Hohe vs. Niedrige Selbstwirksamkeit – Auswirkung auf das Verhalte
Selbstwirksamkeit = entscheidet, ob Person Handlung initiiert
- Glaubt Person eine hohe SW für ein bestimmtes Verhalten zu haben wird das Verhalten ausgeführt
- Glaubt eine Person keine oder geringe SW zu haben, wird das Verhalten nicht ausgeführt
- Menschen mit hoher SW
o Geben weniger schnell bei Misserfolgen/Widerständen auf
o Setzen sich höhere Ziele
o Sind mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich erfolgreicher
, 10. Was beschreibt die Selbstdiskrepanztheorie
Das tatsächliche Selbst (actual Self) wird mit dem:
o Ideal Selbst (ideal self)
o Soll Selbst (ought self) verglichen
Beispiel: Gesangsschüler vergleicht sein aktuelles Können (actual self) mit
→ Wunsch, die Gesangstechnik eines Opernsängers zu erreichen (ideal self)
→ Verpflichtentes Ziel, die nächste Gesangsprüfung zu bestehen (ought self)
NACHTRAG
• Selbstkonzept:
Die Summe der Annahmen einer Person hinsichtlich ihrer eigenen Fähigkeiten. Die Selbsteinschätzungen in
der Gesamtheit z.B. für die Fragen „bin ich intelligent, sportlich, durchsetzungsfähig, etc.“ bildet das Selbst
bzw. Selbstkonzept einer Person (Antworten auf die Fragen „wer bin ich?“ „was kann ich?“
• Selbstwert:
Aus den positiven und negativen subjektiven Bewertungen dieser Selbsteinschätzungen ergibt sich als
Summe der Bewertungen das sogenannte Selbstwertgefühl (z.B. „Es ist gut, dass ich intelligent bin“).
(Antworten auf die Fragen „“was bin ich wert?“)
• Strategien zum Selbstwertschutz und zur Selbstwerterhöhung
o Self-serving bias: eigene Erfolge intern, Misserfolge extern attributieren, auch:
selbstwertdienliche Attribution
o Selektive Informationssuche: aktive Suche nach selbstwertdienlichen Informationen über die eigene
Person
o Self-handicapping: hinderliche Umstände für die eigene Leistungserbringung erzeugen
o Sandbagging: vor Leistungssituationen die eigenen Möglichkeiten herunterspielen
o Above average effect: eigene Möglichkeiten als überdurchschnittlich wahrnehmen
o False concensus effect: die Annahme, verbreitete und akzeptierte Meinungen zu besitzen
o Downward comparison: Auswahl von Vergleichspersonen, die schlechter abschneiden als man
selbst
• Selbstwahrnehmungstheorie nach Bem:
o Personen besitzen im Moment des Handelns oft nicht genügend Informationen, um eigene Gefühle und
andere interne Zustände genau benennen zu können.
o Daher sind sie in der gleichen Lage wie ein außenstehender Beobachter, der aus
Verhaltensbeobachtungen auf die internen Zustände von Personen schließen muss → Person
schlussfolgert z.B. daraus, dass sie Dinge ordentlich ablegt und häuslichen Pflichten
nachkommt, dass sie selbst ordnungsliebend und Selbstdiszipliniert ist
• Selbstaufmerksamkeitstheorie
o Personen können ihre Aufmerksamkeit entweder überwiegend nach außen, d.h. auf ihre
Umwelt und externe Ereignisse
▪ Subjektive Selbstaufmerksamkeit (Person richtet als Subjekt ihre Aufmerksamkeit auf die
Umwelt) oder nach innen, d.h. auf ihr Selbst richten
▪ Objektive Selbstaufmerksamkeit (Person rückt als Objekt in den eigenen Fokus der
Aufmerksamkeit)
• Zwei Kontroverse Selbsttheorien:
o Selbstwerterhöhungstheorie: Personen suchen und verarbeiten selbstbezogene Informationen
selbstwertdienlich, also selbstwerterhöhend → Wird eher in Bereichen genutzt, in den noch
weniger Selbstwissen verfügbar ist, demnach neue Selbstschemata aufgebaut werden sollen
o Selbstkonsistenztheorie: Personen sind motiviert, ihr Bild über sich zu bestätigen, auch wenn es
negativ ist → Wird eher in Bereichen genutzt, in denen Personen bereits umfangreiches und gut
vernetztes Selbstwissen besitzen
, • Selbstdarstellung
Kann sich auf alle Aspekte des Selbstkonzepts beziehen, z.B. auf die eigenen Fähigkeiten, Einstellungen oder
Ziele. Selbstdarstellung kann bewusst und vorbewusst gesteuert sein und ist nicht auf das Hervorrufen eines
positiven Eindrucks beschränkt. Allgemein wird damit die Steuerung des Eindrucks, den eine Person auf einen
Interaktionspartner machen möchte bezeichnet.
Positive Selbstdarstellung
Direkt:
Verbal: auf eigene Vorzüge hinweisen z.B. Kompetenz, Leistungsstärke, etc.
Non-verbal: durch Kleidung, Statussymbole, etc. einen positiven Eindruck erzeugen
Indirekt:
z.B. Entitäten, mit denen man in Verbindung steht, positiv bewerten/sich mit solchen verbinden
Negative Selbstdarstellung
Direkt:
Verbal: eigene Leistung abwerten/schlechte Leistung absichtlich erbringen, eigene Leistung unterbewerten
z.B. absichtliches Senken der Leistungsfähigkeit im Arbeitskontext zur Abwehr zusätzlicher Aufgaben oder
zum Erhalt von Unterstützung → erwarteter Effekt: Reaktion vom Interaktionspartner
Non-verbal: durch Kleidung, Statussymbole, etc. einen negativen Eindruck erzeugen z.B. Hilflosigkeit
Indirekt:
z.B. Entitäten, mit denen man in Verbindung steht, negative bewerten,
andere so beurteilen, dass man selbst im Vergleich schlecht dasteht
• Selbstwirksamkeit
Eine Person glaubt, bestimmte Handlungen ausführen zu können, um ein gewünschtes Ergebnis zu erreichen
o Selbstwirksamkeit beeinflusst die Handlungsinitiierung sowie Anstrengung und Dauer einer Handlung
o Vorhandene Selbstwirksamkeit kann bei Personen wie eine sich-selbst- erfüllende Prophezeiung wirken
• Selbstregulation
Um Ziele zu erreichen, müssen Personen ihr Verhalten regulieren. Nach Baumeister und Kollegen ist das
Ausmaß an Selbstregulation eine begrenzte Ressource, die ähnlichem einem Muskel nach Gebrauch ermüdet
Thema Selbst
1. Situation: Man spielt mit einem Kollegen Tennis und erklärt ihm, dass man sehr lange nicht gespielt hat.
Wie nennt man diese Technik und wozu wird sie angewendet? (8 Punkte) Beispiel
Selbstwerterhaltungsstrategie
Es handelt sich um die selbstwertdienliche Strategie Sandbagging. Beim Sandbagging spielt man die eigene
Leistungsfähigkeit vor einer Anforderungssituation herunter und hält damit die Erwartungshaltung der
anderen Person (hier des Kollegen) gering.
Durch das Anwenden dieser Strategie kann die Person bei jedem Leistungsergebnis profitieren. Bei einem
schlechten Abschneiden ist Ergebnis konform mit der eigenen Aussage (Schutz des Selbstwerts), bei gutem
Abschneiden kann man die andere Person mit einem über der Erwartung liegendem Leistungsniveau
überraschen (Erhöhung des Selbstwerts).
2. Welche Strategien zum Selbstschutz/Selbsterhöhung gibt es? Mit Bsp.
Strategien zum Selbstwertschutz und zur Selbstwerterhöhung
o Self-serving bias: eigene Erfolge intern, Misserfolge extern attributieren, auch:
selbstwertdienliche Attribution
o Selektive Informationssuche: aktive Suche nach selbstwertdienlichen Informationen über die eigene
Person
o Self-handicapping: hinderliche Umstände für die eigene Leistungserbringung erzeugen
o Sandbagging: vor Leistungssituationen die eigenen Möglichkeiten herunterspielen
o Above average effect: eigene Möglichkeiten als überdurchschnittlich wahrnehmen
o False concensus effect: die Annahme, verbreitete und akzeptierte Meinungen zu besitzen
o Downward comparison: Auswahl von Vergleichspersonen, die schlechter abschneiden als man
selbst
3. Selbstwahrnehmungstherorie erläutern + Bsp.
Personen nehmen eigene Verhaltensweisen, Gefühle, Gedanken und körperliche Zustände wahr und ziehen
daraus Rückschlüsse auf eigene Fähigkeiten und Eigenschaften. D.h. bei Unsicherheiten über sich selbst können
Menschen durch Analyse des vergangenen Verhaltens ihre Fähigkeiten und Eigenschaften erschließen (sofern
Verhalten freiwillig/intrinsich motiviert war).
Beispiel: Person, die immer ihre Vorlesungsmitschriften ordentlich abheftet, immer direkt den Abwasch macht
und ihre CDs alphabetisch ordnet kann draus schließen, dass sie eine selbstdisziplinierte und ordnungsliebende
Person ist,.
4. Unterschied zwischen Selbstschutz und Selbstwerttheorie
Selbstwerterhöhungstheorie: Personen suchen und verarbeiten selbstbezogene Informationen
selbstwertdienlich, also selbstwerterhöhend (wird eher in Bereichen genutzt, in den noch weniger Selbstwissen
verfügbar ist, demnach neue Selbstschemata aufgebaut werden sollen).
Selbstkonsistenztheorie: Personen sind motiviert, ihr Bild über sich zu bestätigen, auch wenn es negativ ist
(wird eher in Bereichen genutzt, in denen Personen bereits umfangreiches und gut vernetztes Selbstwissen
besitzen)
5. Welche Effekte hat eine erhöhte objektive Selbstaufmerksamkeit
a) Objektive Selbstaufmerksamkeit steigert das Bewusstsein über und damit die Intensität selbstbezogener
Einstellungen, Reaktionen und Affekte.
b) Objektive Selbstaufmerksamkeit verstärkt das Bewusstsein über Diskrepanzen zwischen idealem und realem
Selbst.
c) Objektive Selbstaufmerksamkeit verstärkt die Motivation Selbst-Standard- Diskrepanzen zu reduzieren.
d) Geringe Erfolgserwartung bzgl. der Reduktion einer aversiven Diskrepanz führt zur Vermeidung von objektiver
Selbstaufmerksamkeit.
,6. Welche Dimensionen werden bei Taxonomien der Selbstdarstellungsformen unterschieden?
Tedeschi und Kollegen (1984) unterscheiden in ihrer Taxonomie kurzfristige bzw. situationsspezifische von
langfristigen bzw. situationsunspezifischen Formen der Selbstdarstellung. Des Weiteren differenzieren sie
assertive und defensive Formen der Selbstdarstellung, d.h. solche, die einen guten Eindruck erzeugen sollen
von solchen, die einen schlechten Eindruck vermeiden sollen.
Cialdini und Kollegen (1980) unterscheiden direkte von indirekten Formen der Selbstdarstellung, d.h.
solche, bei denen zum Zweck der Selbstdarstellung Informationen über die eigene Person präsentiert
werden, von solchen, bei denen zum selben Zweck Informationen über Dritte präsentiert werden, mit
denen die Person in positiver oder negativer Verbindung steht.
Kann sich auf alle Aspekte des Selbstkonzepts beziehen, z.B. auf die eigenen Fähigkeiten, Einstellungen oder
Ziele. Selbstdarstellung kann bewusst und vorbewusst gesteuert sein und ist nicht auf das Hervorrufen eines
positiven Eindrucks beschränkt. Allgemein wird damit die Steuerung des Eindrucks, den eine Person auf
einen Interaktionspartner machen möchte, bezeichnet.
7. Warum zeigen Menschen negative Selbstdarstellung, Bspl. Positive und negative Selbstdarstellung jeweils
verbal und nonverbal
Menschen zeigen u.a. negative Selbstdarstellung, um z.B. für nachfolgende Misserfolge nicht verantwortlich
gemacht zu werden oder auch wie beim „sandbagging“ ihre nachfolgenden Leistungen aufzuwerten bzw. nicht
zu enttäuschen.
Positive Selbstdarstellung
• Direkt:
o Verbal: auf eigene Vorzüge hinweisen z.B. Kompetenz, Leistungsstärke, etc.
o Non-verbal: Kleidung, Statussymbole, etc. einen positiven Eindruck erzeugen
• Indirekt:
o z.B. Entitäten, mit denen man in Verbindung steht, positiv bewerten bzw. sich mit solchen in
Verbindung bringen
Negative Selbstdarstellung
• Direkt:
o Verbal: eigene Leistung abwerten bzw. absichtlich schlechte Leistung erbringen, eigene
Leistung unterbewerten z.B. absichtliches Senken der Leistungsfähigkeit im Arbeitskontext zur
Abwehr zusätzlicher Aufgaben oder zum Erhalt von Unterstützung erwarteter Effekt: Reaktion
vom Interaktionspartner.
o Non-verbal: durch Kleidung, Statussymbole, etc. einen negativen Eindruck erzeugen z.B.
Hilflosigkeit
• Indirekt:
o z.B. Entitäten, mit denen man in Verbindung steht, negative bewerten, andere so beurteilen,
dass man selbst im Vergleich schlecht dasteht
8. Unter welchen Umständen fällt es Menschen schwer, ihr Verhalten zu regulieren (z.B. Diät)
- Das Verfolgen bestimmter Ziele, wie z.B. der Gewichtsabnahme, erfordert ein hohes Maß an
Selbstregulation
- Selbstregulation = limitierte Ressource, d.h. wenn diese einmal aufgebraucht ist, muss sich diese
erstmal regenerieren (Erholungspause) (ego depletion)
- In der Zeit, wo die Ressource aufgebraucht ist, kann eine Person, während einer Diät, Süßem und
Fastfood nicht wiederstehen → erst nach einer Pause wieder möglich
9. Hohe vs. Niedrige Selbstwirksamkeit – Auswirkung auf das Verhalte
Selbstwirksamkeit = entscheidet, ob Person Handlung initiiert
- Glaubt Person eine hohe SW für ein bestimmtes Verhalten zu haben wird das Verhalten ausgeführt
- Glaubt eine Person keine oder geringe SW zu haben, wird das Verhalten nicht ausgeführt
- Menschen mit hoher SW
o Geben weniger schnell bei Misserfolgen/Widerständen auf
o Setzen sich höhere Ziele
o Sind mit hoher Wahrscheinlichkeit tatsächlich erfolgreicher
, 10. Was beschreibt die Selbstdiskrepanztheorie
Das tatsächliche Selbst (actual Self) wird mit dem:
o Ideal Selbst (ideal self)
o Soll Selbst (ought self) verglichen
Beispiel: Gesangsschüler vergleicht sein aktuelles Können (actual self) mit
→ Wunsch, die Gesangstechnik eines Opernsängers zu erreichen (ideal self)
→ Verpflichtentes Ziel, die nächste Gesangsprüfung zu bestehen (ought self)
NACHTRAG
• Selbstkonzept:
Die Summe der Annahmen einer Person hinsichtlich ihrer eigenen Fähigkeiten. Die Selbsteinschätzungen in
der Gesamtheit z.B. für die Fragen „bin ich intelligent, sportlich, durchsetzungsfähig, etc.“ bildet das Selbst
bzw. Selbstkonzept einer Person (Antworten auf die Fragen „wer bin ich?“ „was kann ich?“
• Selbstwert:
Aus den positiven und negativen subjektiven Bewertungen dieser Selbsteinschätzungen ergibt sich als
Summe der Bewertungen das sogenannte Selbstwertgefühl (z.B. „Es ist gut, dass ich intelligent bin“).
(Antworten auf die Fragen „“was bin ich wert?“)
• Strategien zum Selbstwertschutz und zur Selbstwerterhöhung
o Self-serving bias: eigene Erfolge intern, Misserfolge extern attributieren, auch:
selbstwertdienliche Attribution
o Selektive Informationssuche: aktive Suche nach selbstwertdienlichen Informationen über die eigene
Person
o Self-handicapping: hinderliche Umstände für die eigene Leistungserbringung erzeugen
o Sandbagging: vor Leistungssituationen die eigenen Möglichkeiten herunterspielen
o Above average effect: eigene Möglichkeiten als überdurchschnittlich wahrnehmen
o False concensus effect: die Annahme, verbreitete und akzeptierte Meinungen zu besitzen
o Downward comparison: Auswahl von Vergleichspersonen, die schlechter abschneiden als man
selbst
• Selbstwahrnehmungstheorie nach Bem:
o Personen besitzen im Moment des Handelns oft nicht genügend Informationen, um eigene Gefühle und
andere interne Zustände genau benennen zu können.
o Daher sind sie in der gleichen Lage wie ein außenstehender Beobachter, der aus
Verhaltensbeobachtungen auf die internen Zustände von Personen schließen muss → Person
schlussfolgert z.B. daraus, dass sie Dinge ordentlich ablegt und häuslichen Pflichten
nachkommt, dass sie selbst ordnungsliebend und Selbstdiszipliniert ist
• Selbstaufmerksamkeitstheorie
o Personen können ihre Aufmerksamkeit entweder überwiegend nach außen, d.h. auf ihre
Umwelt und externe Ereignisse
▪ Subjektive Selbstaufmerksamkeit (Person richtet als Subjekt ihre Aufmerksamkeit auf die
Umwelt) oder nach innen, d.h. auf ihr Selbst richten
▪ Objektive Selbstaufmerksamkeit (Person rückt als Objekt in den eigenen Fokus der
Aufmerksamkeit)
• Zwei Kontroverse Selbsttheorien:
o Selbstwerterhöhungstheorie: Personen suchen und verarbeiten selbstbezogene Informationen
selbstwertdienlich, also selbstwerterhöhend → Wird eher in Bereichen genutzt, in den noch
weniger Selbstwissen verfügbar ist, demnach neue Selbstschemata aufgebaut werden sollen
o Selbstkonsistenztheorie: Personen sind motiviert, ihr Bild über sich zu bestätigen, auch wenn es
negativ ist → Wird eher in Bereichen genutzt, in denen Personen bereits umfangreiches und gut
vernetztes Selbstwissen besitzen
, • Selbstdarstellung
Kann sich auf alle Aspekte des Selbstkonzepts beziehen, z.B. auf die eigenen Fähigkeiten, Einstellungen oder
Ziele. Selbstdarstellung kann bewusst und vorbewusst gesteuert sein und ist nicht auf das Hervorrufen eines
positiven Eindrucks beschränkt. Allgemein wird damit die Steuerung des Eindrucks, den eine Person auf einen
Interaktionspartner machen möchte bezeichnet.
Positive Selbstdarstellung
Direkt:
Verbal: auf eigene Vorzüge hinweisen z.B. Kompetenz, Leistungsstärke, etc.
Non-verbal: durch Kleidung, Statussymbole, etc. einen positiven Eindruck erzeugen
Indirekt:
z.B. Entitäten, mit denen man in Verbindung steht, positiv bewerten/sich mit solchen verbinden
Negative Selbstdarstellung
Direkt:
Verbal: eigene Leistung abwerten/schlechte Leistung absichtlich erbringen, eigene Leistung unterbewerten
z.B. absichtliches Senken der Leistungsfähigkeit im Arbeitskontext zur Abwehr zusätzlicher Aufgaben oder
zum Erhalt von Unterstützung → erwarteter Effekt: Reaktion vom Interaktionspartner
Non-verbal: durch Kleidung, Statussymbole, etc. einen negativen Eindruck erzeugen z.B. Hilflosigkeit
Indirekt:
z.B. Entitäten, mit denen man in Verbindung steht, negative bewerten,
andere so beurteilen, dass man selbst im Vergleich schlecht dasteht
• Selbstwirksamkeit
Eine Person glaubt, bestimmte Handlungen ausführen zu können, um ein gewünschtes Ergebnis zu erreichen
o Selbstwirksamkeit beeinflusst die Handlungsinitiierung sowie Anstrengung und Dauer einer Handlung
o Vorhandene Selbstwirksamkeit kann bei Personen wie eine sich-selbst- erfüllende Prophezeiung wirken
• Selbstregulation
Um Ziele zu erreichen, müssen Personen ihr Verhalten regulieren. Nach Baumeister und Kollegen ist das
Ausmaß an Selbstregulation eine begrenzte Ressource, die ähnlichem einem Muskel nach Gebrauch ermüdet