Investition und Finanzierung
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1. Einführung in die Investitionstheorie
1.1 Der Investitionsbegriff
Investition
= beginnt mit einer Anschaffungsauszahlung, gefolgt von Ein- bzw. Auszahlungen in der Zukunft.
o unterschiedliche Auffassungen des Begriffs :
- rein finanzwirtschaftlich (Fokus auf Ein- und Auszahlungen)
- rein leistungswirtschaftlich (optimale Kombination von Anlagegütern)
- gemischt finanz-leistungswirtschaftlich (bilanzielle Umwandlung von Kapital in Vermögen)
Investitionsarten nach …
o Objekten:
- Sach-/Realinvestition: Maschinen, Grundstücke, Gebäude, Werkzeuge, Vorräte, Fahrzeuge
- Finanzinvestition: Bankguthaben, Pfandbriefe, Aktien und sonstige Unternehmensanteile
- immaterielle Investition: personelles Know-how, Werbung bzw. Branding, Lizenzen, Patente
o Zwecksetzung:
- Einrichtungs-/Gründungsinvestition: Erstinvestition zur Errichtung eines Betriebs, Maschine o. U
- Erweiterungsinvestition: Ausbau bzw. Schaffung von neuem Leistungspotenzial des U
- Ersatzinvestition: Austausch ältere Investitionsobjekts durch neues, gleichartiges Investitionsobjekt
- Rationalisierungsinvestition: Steigerung Leistungsfähigkeit mit Ersatz v. Investitionsobjekten durch
neue Investitionsobjekte, welche technisch verbessert oder kosteneffizienter sind
- Diversifikationsinvestition: Risikosteuerung durch Erweiterung Produktions- o. Absatzprogramm
- Sozial- u. Sicherheitsinvestition: Verbesserung Arbeitsbedingungen, Gewährleistung U-Fortbestand
o Funktionsbereichen:
- Forschungsinvestition
- Fertigungsinvestition
- Absatzinvestition
- Verwaltungsinvestition
o Nutzungsdauer:
- kurzfristige Investition
- mittelfristige Investition
- langfristige Investition
o Investitionsträger:
- private Investition
- unternehmerische Investition
- öffentliche Investition
Beispiel:
Taxiunternehmer überlegt zusätzliches Fahrzeug zu kaufen, um Geschäftsbetrieb zu erweitern. Zweifelsohne
Investition, denn die wesentlichen Kriterien der Definition sind erfüllt:
Anschaffungsauszahlung fällt an (Kaufpreis Fahrzeug zzgl. Gebühren Zulassung), Einzahlungen in zukünftige Perioden
(Umsatz mit Fahrgästen aufgrund Beförderungsleistung), Auszahlungen in zukünftige Perioden (Fahrer, Kraftstoff,
Versicherung, Reparaturen) autonome Anschaffung -> Voraussetzungen Investition
→ Sach-bzw. Realinvestition (da materiell) und Erweiterungsinvestition, mittelfristig (da Nutzung ca. 3-5 Jahre)
,→ Fahrer muss nun entscheiden, ob Investition erfolgt und wenn ja, welches Fahrzeug?
1.2 Die Investitionsentscheidung
o entscheiden ob Einzelobjekt (z.B. eine Maschine) oder ganzes Investitionsprogramm
= eine zeitlich und inhaltliche/technische Kombination mehrerer Investitionsobjekte.
Entscheidungen über Investitionen
o Einzelentscheidung
- Investitionsdauerproblem: optimale Nutzungsdauer?
→ optimale Nutzungsdauer festgelegt, dann Möglichkeiten:
- Wahlproblem: Relative Vorteilhaftigkeit?
* betrachtet verschiedene Alternativen
→ Situation sich ausschließender Investitionsobjekte
→ sucht nach der vorteilhafteren Alternative
- Vorteilhaftigkeitsproblem: Absolute Vorteilhaftigkeit?
* betrachtet einzelnes Objekt; analysiert, ob Investition durchgeführt werden soll oder nicht
o Programmentscheidung
Beispiel:
Taxifahrer will nur ein Fahrzeug anschaffen (also Einzelentscheidung).
Zwei Problemsituationen im Entscheidungsprozess unterscheiden:
1. Vorteilhaftigkeitsproblem: Für bestimmtes Fahrzeug entschieden z.B: Mercedes E-Klasse, nun untersuchen, ob sich Anschaffung
lohnt. Prüft, ob das einzelne Investitionsobjekt autark betrachtet absolut vorteilhaft ist.
2. Wahlproblem: bereits entschieden für Anschaffung, aber noch festgelegt, welches Modell es werden soll. Prüft, welche der sich
gegenseitig ausschließenden Fahrzeugoptionen die relativ vorteilhafte ist.
1.3 Ziele des Investors → der, der die Investition tätigt
o monetäre/nicht-monetäre Ziele, Einzelziele oder ganze Zielsysteme
o Shareholder-Value-Ansatz als Zielsetzung (Einzelziel Vermögensmaximierung, wird auch für
Investitionsentscheidungen unterstellt)
= Entscheidung so treffen, dass Einkommens-/Vermögensposition der Eigenkapitalgeber maximiert wird.
o präskriptives Entscheidungsmodell
= Entscheidungsproblem durch Modell abbilden, um so Ratschläge für rationale Lösung zu erarbeiten.
o Kritik:
- berücksichtigt rein monetären Output und nicht quantifizierbare Werte werden vernachlässigt
- soziale und ökologische Aspekte fließen nicht ein
→ aus diesem Grund möglich, Zielsystem bei der Investitionsentscheidung abzubilden
→ klassische Investitionsrechnungsverfahren nicht anwendbar, da eindeutige Quantifiz. der Ziele fehlt
o Nutzwertanalyse
= Verfahren, das die Entscheidungsfindung bei komplexen Problemsituationen mit mehreren
gleichzeitigen Zielen rational unterstützen soll.
- nicht Bestandteil der eigentlichen Investitionsrechenverfahren
Beispiel:
Taxifahrer kann mit Anschaffung eines neuen Fahrzeugs verschiedene Zielsetzungen verfolgen z.B. mit Elektrofahrzeugen die
Nachhaltigkeit seiner Flotte vorantreiben. Gleich welche Einzelziele er verfolgt: Interessiert, den Wert seines U (Shareholder-Value)
zu steigern → steigert Wert seines Eigenkapitals, sichert Existenz des U + stellt künftige Rückflüsse an ihn (z.B. durch Dividenden)
sicher. Gilt die Regel, dass das Vermögen des Taxiunternehmers max. werden soll. Analysieren, welche Auswirkungen
Fahrzeuganschaffung auf U-Vermögen hat → Aufgabe der Investitionsrechnung.
1.4 Die Daten und die Datenbeschaffung
o Schwierigkeit: für eine Kalkulation müssen die nötigen Eingangsdaten zur Verfügung stehen
o 2 Verfahren für Prognose zukünftiger Informationen :
- qualitatives Verfahren: Fokus auf subjektiven Experteneinschätzungen
, - quantitatives Verfahren: mathematische Methoden und Vergangenheitswerte
Investitionsentscheidung unter …
o Sicherheit:
Entscheider kennt sämtliche zukünftige Zahlungen mit vollkommener Sicherheit
- Beispiel: Taxifahrer wüsste alles über zukünftige Fahrten, Zahlung der KD, anfallende Reparaturen, …
- häufig Annahme: vollkommene Informationen
= Entscheider hat sämtliche Infos aus der Vergangenheit und Zukunft, die für seine Entscheidung
notwendig sind. Er trifft damit eine Entscheidung unter Sicherheit.
- Vorteil: Prognosewert ermittelbar (Wert für zukünftige Ein- bzw. Auszahlungen)
- Nachteil: starke Vereinfachung und daraus folgende Ungenauigkeit
o Unsicherheit:
Eintritt von künftigen Umweltzuständen kann nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden
- Risiko:
* Entscheider liegen objektive oder subjektive Wahrscheinlichkeiten für zukünftige Zahlungen vor
* objektive Wahrscheinlichkeiten:
aus empirischen Häufigkeitsverteilungen ähnlicher Entscheidungssituationen
* subjektive Wahrscheinlichkeiten:
basieren auf subjektiven Erfahrungen und Expertenmeinungen
- Ungewissheit:
* schwierigster Fall
* Entscheider hat keine Vorstellung, wie die zukünftigen Zahlungen aussehen könnten
* Eintrittswahrscheinlichkeiten nicht in Zahlen ausdrückbar; rationale Entscheidung schwierig
Beispiel:
Taxifahrer überlegt, wie er Daten für Investitionsrechnung beschaffen kann. Einfach sind Infos zu Anschaffungszahlung: Wegen
Angebot, Kaufpreis + Nebenkosten der Anschaffung gut abschätzbar. Schwieriger ist die Prognose zukünftiger Einzahlungen (z.B. wie
viele Gäste): Quantitative Prognose durch historische Vergleichswerter anderer Fahrzeuge (z.B. Kundenumsatz anderes Fahrzeug aus
Flotte). Ähnlicher Vorgang bei Prognose künftiger Auszahlungen: Auszahlungen für Personal, Wartung, Reparatur, Reinigung, Benzin
für ein Fahrzeug der Flotte pro Monat. Dabei bedenken, dass neues Fahrzeug sparsamer fährt oder weniger Reparaturen nötig sind.
→ so künftige Ein- und Auszahlungen gut prognostizierbar um auf Investitionsrechnung anzuwenden
→ unterstellt allerdings Entscheidungssituation unter Sicherheit
1.5 Methoden der Investitionsrechnung
Verfahren der Investitionsrechnung
o Einzelinvestition
- eindimensional „klassisch“:
* finanzielle Auswirkungen im Vordergrund
* statisch: Kostenvergleichs-, Gewinnvergleichs-, Rentabilitäts-, Amortisationsrechnung
* dynamisch: Kapitalwert-, Annuitäten-, Methode des internen Zinssatzes, Amortisationsrechnung
- mehrdimensional:
* mehrere Zielsetzungen
* Nutzwertanalyse
o Investitionsprogramm
- Investitions-, Finanzierungs- und Produktionsmodelle
Überblick statische und dynamische Verfahren
statisches Verfahren dynamisches Verfahren
Zeitbezug einperiodig mehrperiodig
Rechengröße Kosten/Erlöse Ein-/Auszahlungen
Zeitwert des Geldes vernachlässigt berücksichtigt
, Vorteile einfache Anwendbarkeit genauere Abbildung der Wirklichkeit
Nachteile starke Vereinfachung, dadurch ungenau aufwendigeres Verfahren
Zeitwert des Geldes
= zentraler Bestandteil der Investitions- und Finanzierungstheorie. Besagt, dass aufgrund der Verzinsung – ein
Geldbetrag heute mehr wert ist, als der gleiche Geldbetrag in der Zukunft.
Diskontierung (auch Abzinsung)
= finanzmathematische Rechenoperation, die den heutigen Wert einer zukünftigen Zahlung ermittelt.
Investitionsrechnung in der Praxis
o nur weil Vorteile des dynamischen Verfahrens überwiegen, wenden U diese nicht häufiger an
o kleinere Unternehmen häufig statisches Verfahren
o durch Einsatz EDV-Unterstützung (Excel) wurde dynamisches Verfahren deutlich vereinfacht
→ zu beobachten, dass dynamisches Verfahren in alle U signifikant zugenommen hat
Einsatz von Investitionsrechenverfahren in der Praxis
Häufigkeit der Anwendung Anzahl ausgewerteter Studien
(arithmetisches Mittel)
Kostenvergleichsrechnung 48% 18
Gewinnvergleichsrechnung 20% 17
Break-even-Analyse 36% 3
Amortisationsrechnung 56% 25
Rentabilitätsrechnung 44% 26
Kapitalwert 42% 35
Interner Zinssatz 49% 35
→ abnehmende statische Verfahren: Kostenvergleichs- und Rentabilitätsrechnung
→ dynamische Anwendung in Praxis: Amortisationsrechnung, Kapitalwertrechnung + interner Zinssatz
→ durchschnittlich verwenden Unternehmen 2 verschiedene Verfahren für ihre Entscheidung
2. Statische Verfahren der Investitionsrechnung
2.1 Kostenvergleichsrechnung
o Einsatz bei Wahlproblemen
o nur Kosten der jeweiligen Alternative miteinander vergleichen
o Fokus: Alternative mit dem geringsten Gesamtwert
o Entscheidungskalkül: Kostengröße
o Kostenarten berücksichtigen:
- Personal- und Materialkosten (können variabel sein → abhängig von Ausbringungsmenge)
→ bei Ermittlung der Gesamtkosten entsprechend berücksichtigen
- Abschreibungen, Zinsen, Kosten für Fremdleistungen
- Steuern, Gebühren, Beiträge
Ermittlung der kalkulatorischen Abschreibung
Anschaffungskosten−Restverkaufserlös
Ø Abschreibungen pro Periode=
Anzahl Nutzungsperioden
Berechnung der kalkulatorischen Zinskosten
Anschaffungskosten+ Restverkaufserlös
Ø Zinskosten pro Periode= ∗Zinssatz
2
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1. Einführung in die Investitionstheorie
1.1 Der Investitionsbegriff
Investition
= beginnt mit einer Anschaffungsauszahlung, gefolgt von Ein- bzw. Auszahlungen in der Zukunft.
o unterschiedliche Auffassungen des Begriffs :
- rein finanzwirtschaftlich (Fokus auf Ein- und Auszahlungen)
- rein leistungswirtschaftlich (optimale Kombination von Anlagegütern)
- gemischt finanz-leistungswirtschaftlich (bilanzielle Umwandlung von Kapital in Vermögen)
Investitionsarten nach …
o Objekten:
- Sach-/Realinvestition: Maschinen, Grundstücke, Gebäude, Werkzeuge, Vorräte, Fahrzeuge
- Finanzinvestition: Bankguthaben, Pfandbriefe, Aktien und sonstige Unternehmensanteile
- immaterielle Investition: personelles Know-how, Werbung bzw. Branding, Lizenzen, Patente
o Zwecksetzung:
- Einrichtungs-/Gründungsinvestition: Erstinvestition zur Errichtung eines Betriebs, Maschine o. U
- Erweiterungsinvestition: Ausbau bzw. Schaffung von neuem Leistungspotenzial des U
- Ersatzinvestition: Austausch ältere Investitionsobjekts durch neues, gleichartiges Investitionsobjekt
- Rationalisierungsinvestition: Steigerung Leistungsfähigkeit mit Ersatz v. Investitionsobjekten durch
neue Investitionsobjekte, welche technisch verbessert oder kosteneffizienter sind
- Diversifikationsinvestition: Risikosteuerung durch Erweiterung Produktions- o. Absatzprogramm
- Sozial- u. Sicherheitsinvestition: Verbesserung Arbeitsbedingungen, Gewährleistung U-Fortbestand
o Funktionsbereichen:
- Forschungsinvestition
- Fertigungsinvestition
- Absatzinvestition
- Verwaltungsinvestition
o Nutzungsdauer:
- kurzfristige Investition
- mittelfristige Investition
- langfristige Investition
o Investitionsträger:
- private Investition
- unternehmerische Investition
- öffentliche Investition
Beispiel:
Taxiunternehmer überlegt zusätzliches Fahrzeug zu kaufen, um Geschäftsbetrieb zu erweitern. Zweifelsohne
Investition, denn die wesentlichen Kriterien der Definition sind erfüllt:
Anschaffungsauszahlung fällt an (Kaufpreis Fahrzeug zzgl. Gebühren Zulassung), Einzahlungen in zukünftige Perioden
(Umsatz mit Fahrgästen aufgrund Beförderungsleistung), Auszahlungen in zukünftige Perioden (Fahrer, Kraftstoff,
Versicherung, Reparaturen) autonome Anschaffung -> Voraussetzungen Investition
→ Sach-bzw. Realinvestition (da materiell) und Erweiterungsinvestition, mittelfristig (da Nutzung ca. 3-5 Jahre)
,→ Fahrer muss nun entscheiden, ob Investition erfolgt und wenn ja, welches Fahrzeug?
1.2 Die Investitionsentscheidung
o entscheiden ob Einzelobjekt (z.B. eine Maschine) oder ganzes Investitionsprogramm
= eine zeitlich und inhaltliche/technische Kombination mehrerer Investitionsobjekte.
Entscheidungen über Investitionen
o Einzelentscheidung
- Investitionsdauerproblem: optimale Nutzungsdauer?
→ optimale Nutzungsdauer festgelegt, dann Möglichkeiten:
- Wahlproblem: Relative Vorteilhaftigkeit?
* betrachtet verschiedene Alternativen
→ Situation sich ausschließender Investitionsobjekte
→ sucht nach der vorteilhafteren Alternative
- Vorteilhaftigkeitsproblem: Absolute Vorteilhaftigkeit?
* betrachtet einzelnes Objekt; analysiert, ob Investition durchgeführt werden soll oder nicht
o Programmentscheidung
Beispiel:
Taxifahrer will nur ein Fahrzeug anschaffen (also Einzelentscheidung).
Zwei Problemsituationen im Entscheidungsprozess unterscheiden:
1. Vorteilhaftigkeitsproblem: Für bestimmtes Fahrzeug entschieden z.B: Mercedes E-Klasse, nun untersuchen, ob sich Anschaffung
lohnt. Prüft, ob das einzelne Investitionsobjekt autark betrachtet absolut vorteilhaft ist.
2. Wahlproblem: bereits entschieden für Anschaffung, aber noch festgelegt, welches Modell es werden soll. Prüft, welche der sich
gegenseitig ausschließenden Fahrzeugoptionen die relativ vorteilhafte ist.
1.3 Ziele des Investors → der, der die Investition tätigt
o monetäre/nicht-monetäre Ziele, Einzelziele oder ganze Zielsysteme
o Shareholder-Value-Ansatz als Zielsetzung (Einzelziel Vermögensmaximierung, wird auch für
Investitionsentscheidungen unterstellt)
= Entscheidung so treffen, dass Einkommens-/Vermögensposition der Eigenkapitalgeber maximiert wird.
o präskriptives Entscheidungsmodell
= Entscheidungsproblem durch Modell abbilden, um so Ratschläge für rationale Lösung zu erarbeiten.
o Kritik:
- berücksichtigt rein monetären Output und nicht quantifizierbare Werte werden vernachlässigt
- soziale und ökologische Aspekte fließen nicht ein
→ aus diesem Grund möglich, Zielsystem bei der Investitionsentscheidung abzubilden
→ klassische Investitionsrechnungsverfahren nicht anwendbar, da eindeutige Quantifiz. der Ziele fehlt
o Nutzwertanalyse
= Verfahren, das die Entscheidungsfindung bei komplexen Problemsituationen mit mehreren
gleichzeitigen Zielen rational unterstützen soll.
- nicht Bestandteil der eigentlichen Investitionsrechenverfahren
Beispiel:
Taxifahrer kann mit Anschaffung eines neuen Fahrzeugs verschiedene Zielsetzungen verfolgen z.B. mit Elektrofahrzeugen die
Nachhaltigkeit seiner Flotte vorantreiben. Gleich welche Einzelziele er verfolgt: Interessiert, den Wert seines U (Shareholder-Value)
zu steigern → steigert Wert seines Eigenkapitals, sichert Existenz des U + stellt künftige Rückflüsse an ihn (z.B. durch Dividenden)
sicher. Gilt die Regel, dass das Vermögen des Taxiunternehmers max. werden soll. Analysieren, welche Auswirkungen
Fahrzeuganschaffung auf U-Vermögen hat → Aufgabe der Investitionsrechnung.
1.4 Die Daten und die Datenbeschaffung
o Schwierigkeit: für eine Kalkulation müssen die nötigen Eingangsdaten zur Verfügung stehen
o 2 Verfahren für Prognose zukünftiger Informationen :
- qualitatives Verfahren: Fokus auf subjektiven Experteneinschätzungen
, - quantitatives Verfahren: mathematische Methoden und Vergangenheitswerte
Investitionsentscheidung unter …
o Sicherheit:
Entscheider kennt sämtliche zukünftige Zahlungen mit vollkommener Sicherheit
- Beispiel: Taxifahrer wüsste alles über zukünftige Fahrten, Zahlung der KD, anfallende Reparaturen, …
- häufig Annahme: vollkommene Informationen
= Entscheider hat sämtliche Infos aus der Vergangenheit und Zukunft, die für seine Entscheidung
notwendig sind. Er trifft damit eine Entscheidung unter Sicherheit.
- Vorteil: Prognosewert ermittelbar (Wert für zukünftige Ein- bzw. Auszahlungen)
- Nachteil: starke Vereinfachung und daraus folgende Ungenauigkeit
o Unsicherheit:
Eintritt von künftigen Umweltzuständen kann nicht mit Sicherheit vorausgesagt werden
- Risiko:
* Entscheider liegen objektive oder subjektive Wahrscheinlichkeiten für zukünftige Zahlungen vor
* objektive Wahrscheinlichkeiten:
aus empirischen Häufigkeitsverteilungen ähnlicher Entscheidungssituationen
* subjektive Wahrscheinlichkeiten:
basieren auf subjektiven Erfahrungen und Expertenmeinungen
- Ungewissheit:
* schwierigster Fall
* Entscheider hat keine Vorstellung, wie die zukünftigen Zahlungen aussehen könnten
* Eintrittswahrscheinlichkeiten nicht in Zahlen ausdrückbar; rationale Entscheidung schwierig
Beispiel:
Taxifahrer überlegt, wie er Daten für Investitionsrechnung beschaffen kann. Einfach sind Infos zu Anschaffungszahlung: Wegen
Angebot, Kaufpreis + Nebenkosten der Anschaffung gut abschätzbar. Schwieriger ist die Prognose zukünftiger Einzahlungen (z.B. wie
viele Gäste): Quantitative Prognose durch historische Vergleichswerter anderer Fahrzeuge (z.B. Kundenumsatz anderes Fahrzeug aus
Flotte). Ähnlicher Vorgang bei Prognose künftiger Auszahlungen: Auszahlungen für Personal, Wartung, Reparatur, Reinigung, Benzin
für ein Fahrzeug der Flotte pro Monat. Dabei bedenken, dass neues Fahrzeug sparsamer fährt oder weniger Reparaturen nötig sind.
→ so künftige Ein- und Auszahlungen gut prognostizierbar um auf Investitionsrechnung anzuwenden
→ unterstellt allerdings Entscheidungssituation unter Sicherheit
1.5 Methoden der Investitionsrechnung
Verfahren der Investitionsrechnung
o Einzelinvestition
- eindimensional „klassisch“:
* finanzielle Auswirkungen im Vordergrund
* statisch: Kostenvergleichs-, Gewinnvergleichs-, Rentabilitäts-, Amortisationsrechnung
* dynamisch: Kapitalwert-, Annuitäten-, Methode des internen Zinssatzes, Amortisationsrechnung
- mehrdimensional:
* mehrere Zielsetzungen
* Nutzwertanalyse
o Investitionsprogramm
- Investitions-, Finanzierungs- und Produktionsmodelle
Überblick statische und dynamische Verfahren
statisches Verfahren dynamisches Verfahren
Zeitbezug einperiodig mehrperiodig
Rechengröße Kosten/Erlöse Ein-/Auszahlungen
Zeitwert des Geldes vernachlässigt berücksichtigt
, Vorteile einfache Anwendbarkeit genauere Abbildung der Wirklichkeit
Nachteile starke Vereinfachung, dadurch ungenau aufwendigeres Verfahren
Zeitwert des Geldes
= zentraler Bestandteil der Investitions- und Finanzierungstheorie. Besagt, dass aufgrund der Verzinsung – ein
Geldbetrag heute mehr wert ist, als der gleiche Geldbetrag in der Zukunft.
Diskontierung (auch Abzinsung)
= finanzmathematische Rechenoperation, die den heutigen Wert einer zukünftigen Zahlung ermittelt.
Investitionsrechnung in der Praxis
o nur weil Vorteile des dynamischen Verfahrens überwiegen, wenden U diese nicht häufiger an
o kleinere Unternehmen häufig statisches Verfahren
o durch Einsatz EDV-Unterstützung (Excel) wurde dynamisches Verfahren deutlich vereinfacht
→ zu beobachten, dass dynamisches Verfahren in alle U signifikant zugenommen hat
Einsatz von Investitionsrechenverfahren in der Praxis
Häufigkeit der Anwendung Anzahl ausgewerteter Studien
(arithmetisches Mittel)
Kostenvergleichsrechnung 48% 18
Gewinnvergleichsrechnung 20% 17
Break-even-Analyse 36% 3
Amortisationsrechnung 56% 25
Rentabilitätsrechnung 44% 26
Kapitalwert 42% 35
Interner Zinssatz 49% 35
→ abnehmende statische Verfahren: Kostenvergleichs- und Rentabilitätsrechnung
→ dynamische Anwendung in Praxis: Amortisationsrechnung, Kapitalwertrechnung + interner Zinssatz
→ durchschnittlich verwenden Unternehmen 2 verschiedene Verfahren für ihre Entscheidung
2. Statische Verfahren der Investitionsrechnung
2.1 Kostenvergleichsrechnung
o Einsatz bei Wahlproblemen
o nur Kosten der jeweiligen Alternative miteinander vergleichen
o Fokus: Alternative mit dem geringsten Gesamtwert
o Entscheidungskalkül: Kostengröße
o Kostenarten berücksichtigen:
- Personal- und Materialkosten (können variabel sein → abhängig von Ausbringungsmenge)
→ bei Ermittlung der Gesamtkosten entsprechend berücksichtigen
- Abschreibungen, Zinsen, Kosten für Fremdleistungen
- Steuern, Gebühren, Beiträge
Ermittlung der kalkulatorischen Abschreibung
Anschaffungskosten−Restverkaufserlös
Ø Abschreibungen pro Periode=
Anzahl Nutzungsperioden
Berechnung der kalkulatorischen Zinskosten
Anschaffungskosten+ Restverkaufserlös
Ø Zinskosten pro Periode= ∗Zinssatz
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