Hauptphase der gymnasialen Oberstufe im Saarland
Kursarbeit – Literarische Erörterung
Weh dem, der aus der Reihe tanzt
Note: sehr gut (14)
Zitat
„Fleiß und Ordnung herrschten, doch ein merkwürdiger Mythos von Reinlichkeit und
Sparsamkeit war beigemischt, in Arbeitsgeist drängte sich Weltanschauung, Parteibraun
ergänzte Preußischblau.“ (S. 94)
Aufgabenstellung
Erörtern Sie, welche Einflüsse Vater und Großvater auf den kindlichen Erzähler haben.
Literarische Erörterung
Der Roman „Weh dem, der aus der Reihe tanzt“ von Ludwig Harig ist 1990 erstmalig erschienen und
thematisiert seine eigene Geschichte als Junge und junger Mann im dritten Reich. Seine Erzählung
zeichnet sich durch seine autobiographische Erzählweise aus. Dabei stellt Harig sein Aufwachsen in
der NS-Zeit heraus und thematisiert seine eigene Schuld, indem er beim Schreiben dieses Werkes
seine Mitwirkung im System reflektiert und kritisch beurteilt. In dem Roman durchläuft die
Erzählerfigur verschiedene Indoktrinationsinstanzen, die seine Überzeugungen und ideologische
Ausrichtung maßgeblich prägen. Das Jungvolk, die Hitlerjugend und der Reichsarbeitsdienst sind
Instanzen, die auf je ihrer eigenen Art und Weise die Ideologie indoktrinieren und so beeinflussen.
Neben dieser staatlichen und gesellschaftlichen Indoktrination prägen in der Familie vor allem der
Großvater und der Vater den kindlichen Erzähler. Sie sind Sinnbild für den preußischen, als auch für
den nationalen Einfluss auf den Erzähler. Im Folgenden werde ich darstellen, inwieweit das Zitat
„Fleiß und Ordnung herrschten […] Parteibraun ergänzte Preußischblau“ (vgl. S. 94) die
verschiedenen Beeinflussungsarten beider Figuren wiederspiegelt und anhand dessen erörtern,
welchen Einfluss der Vater und der Großvater auf die Entwicklung des kindlichen Erzählers haben.
Das angeführte Zitat spiegelt die unterschiedlichen Charakterzüge und Persönlichkeitsmerkmale der
Figuren des Großvaters und Vaters wieder. In diesem Zitat findet man drei Ergänzungen. Die erst
Ergänzung ist „Fleiß und Ordnung“ und „Reinlichkeit und Sparsamkeit“. „Fleiß und Ordnung“ sind die
Seite 1