Sommersemester 2022
Seminar: Hans Blumenberg: Metapher und Mythos
Dozentin: Prof. Dr. Linda Simonis
Die Evaluation der Metapher nach Blumenbergs
Metaphorologie
Die absolute Metapher und die Interdisziplinarität kreativer
Sprachfiguren
Datum: 23.08.2022
2-Fach B.A. AVL/ Anglistik/Amerikanistik
3.Semester
Matrikelnr.:108021102646
E-Mail:
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,Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das wichtigste zur Metapherntheorie 4
3. Blumenbergs Metaphernverständnis 6
3.1 Die absolute Metapher und die Theorie der Unbegrifflichkeit 8
3.2 „Sprengmethaphorik“ 10
3.3 Die Schiffsbruchmetapher 12
3.4 Die Lichtmetapher 14
4. Der Aspekt des Erhabenen im Kontext 16
5. Schlussbetrachtung 20
6. Literaturverzeichnis 22
7. Eigenständigkeitserklärung 24
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, Einleitung
Hans Blumenberg, diesen Namen verbindet man allem voran mit dem durch ihn
geprägten Begriff der „Metaphorologie“. Seine Arbeit zur Metapher gibt für viele ein
Rätsel auf, nicht nur wegen der sprachlichen Komplexität, sondern auch aufgrund seiner
unkonventionellen Behandlung seines Untersuchungsgegenstands. Geht man an
Blumenbergs Metaphorologie mit der Erwartung heran, eine knappe, bündige Definition
zu erhalten, wird man anfangs enttäuscht werden, denn die Erkenntnisse die Blumenberg
festhält, finden sich eingebettet in seinen allgemeinen Analysen und spezifischen
Beispielen der Metapherngeschichte. Es sollte daher nicht überraschen, wenn eine
zentrale These Blumenbergs, sprachlich als Kommentar oder Randaussage formuliert
wird. Dies entnimmt nichtsdestotrotz nichts von seiner bestehenden Argumentation; ihr
Inhalt leidet jedoch (meiner Meinung nach) nur an der fehlenden Anschaulichkeit, um
allgemein als Metapherntheorie anerkannt werden zu können. Deswegen überwiegt
wahrscheinlich die Einordnung seiner Metaphorologie als Stütze seiner Philosophie. Die
Metapher ist für ihn nur eines der vielen Mittel des Menschen, „die Kontingenz der
Wirklichkeit und ihren Schrecken zu verarbeiten […]. Sie versprechen Entlastung und
Orientierung, auch wenn sich ihre ‚Wahrheit‘ nicht beweisen lässt.“ 1
Dass die Metapher als Mittel zur Erschaffung von Distanz zwischen menschlichem
Subjekt und der Wirklichkeit genutzt wird, ist eine der Hauptthesen Blumenbergs, welche
ich in dieser Arbeit näher beleuchten werde. Mir geht es in dieser Arbeit nicht darum, alle
Randnotizen und Kommentare zu der Metapher zu sammeln und miteinander in Einklang
zu bringen, sondern es geht mir vielmehr darum aufzuzeigen, was nach Blumenberg
überhaupt den übergeschichtlichen, das heißt universellen Wert der Metapher begründet
und wie er diesen vor der notorischen Gegenposition verteidigt. Zuerst werde ich dazu
das Verständnis der Metapher in bedeutsamen Metapherntheorien darlegen, um daran
anschließend Blumenbergs eigenes Verständnis der Metapher aufzuzeigen. Dies werde
ich nach einem kurzen Überblick über seine Methodik der „Metaphorologie“ anhand von
einiger seiner Metaphernkonzepte und prominenten Beispielen näher ausführen.
Abschließend wird der Aspekt des Erhabenen, welcher bei Blumenbergs Metaphern-
1
Ulrich von Bülow/ Dorit Krusche: Hans Blumenberg Quellen, Ströme Eisberge. Nachwort. 1. Auflage.
Berlin 2012, S.271.
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