Die Felsenstadt Petra (Raqmu): Monografie der nabatäischen Felsenmetropole und Handelshochburg
Kapitel 1: Einleitung, Geografie und Geologie
Die antike Felsenstadt Petra (nabatäisch Raqmu oder Raqmō, altgriechisch Πέτρα für „Fels“) im heutigen
Königreich Jordanien zählt zu den spektakulärsten archäologischen Stätten der Welt. Gelegen im
Gebirgsland von Edom (Wadi Musa), östlich der Araba-Senke zwischen dem Toten Meer und dem Golf
von Akaba, bildete die Stadt das politische, religiöse und wirtschaftliche Zentrum des Königreichs der
Nabatäer.
Die geografische Lage Petras ist durch eine extrem zerklüftete Canyon-Landschaft geprägt. Die Senke der
Stadt liegt auf einer Höhe von etwa 800 bis 1.000 Metern über dem Meeresspiegel und ist von steil
aufragenden Felsmassiven aus Buntsandstein umgeben. Geologisch entstammen diese
Gesteinsschichten dem Kambrium und Ordovizium. Das Farbspiel des Sandsteins – das von strahlendem
Weiß über helle Rosatöne, Ziegelrot und Ocker bis hin zu tiefem Violett und Schiefergrau reicht – verlieh
Petra in der modernen Rezeption den Beinamen „Die rosarote Stadt“.
Die topografische Kessellage bot der Siedlung herausragenden militärischen Schutz. Der Hauptzugang
zur Stadt führt von Osten her durch den Siq, eine natürliche, über 1,2 Kilometer lange und stellenweise
nur drei bis vier Meter breite Felsklamm, deren Wände bis zu 80 Meter vertikal in die Höhe ragen. Diese
spektakuläre Zugangsschlucht wandelte Petra in eine nahezu uneinnehmbare Festung.
Kapitel 2: Die Nabatäer – Herkunft, Aufstieg und der Handel der Weihrauchstraße
Die Geschichte Petras ist unrennbar mit der Genese des Volkes der Nabatäer verknüpft, einem
semitischen Beduinenstamm von der Arabischen Halbinsel.
Vom Nomadentum zur Urbanisierung: Im 4. Jahrhundert v. Chr. drangen die Nabatäer in das Gebiet des
biblischen Reiches Edom ein. Der griechische Historiker Diodor beschreibt die Nabatäer jener Frühphase
noch als strikte Nomaden, die das Trinken von Wein, den Ackerbau und den Bau festeter Häuser bei
Todesstrafe verboten. Innerhalb von nur zwei Jahrhunderten vollzog die Gesellschaft jedoch einen
beispiellosen Wandel zur Sesshaftigkeit und begründete eine hochentwickelte städtische Kultur.
Die Kontrolle der Handelsrouten: Der phänomenale Reichtum Petras basierte auf der strategischen
Kontrolle der antiken Weihrauchstraße sowie der Gewürzrouten. Diese Handelsadern verbanden den
Süden der Arabischen Halbinsel (Heutiges Jemen und Oman) mit den Häfen des Mittelmeers (Gaza,
Alexandria) und Mesopotamien. Über Petra wurden extrem kostbare Luxusgüter wie Myrrhe,
Weihrauch, Seide, Gewürze, Elfenbein und Bitumen (vom Toten Meer, genutzt zur Mumifizierung in
Ägypten) geschmuggelt und gehandelt.
Das Nabatäische Königreich: Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. konsolidierte sich das Nabatäerreich zu einer
regionalen Großmacht. Unter Königen wie Aretas III. (Philhellen) und Aretas IV. (Philopatris,
Regierungszeit ca. 9 v. Chr. bis 40 n. Chr.) erlebte Petra seine goldene Ära. Auf dem Höhepunkt der
Entwicklung lebten geschätzt 20.000 bis 30.000 Menschen in dem Stadtkessel, und das Einflussgebiet
Kapitel 1: Einleitung, Geografie und Geologie
Die antike Felsenstadt Petra (nabatäisch Raqmu oder Raqmō, altgriechisch Πέτρα für „Fels“) im heutigen
Königreich Jordanien zählt zu den spektakulärsten archäologischen Stätten der Welt. Gelegen im
Gebirgsland von Edom (Wadi Musa), östlich der Araba-Senke zwischen dem Toten Meer und dem Golf
von Akaba, bildete die Stadt das politische, religiöse und wirtschaftliche Zentrum des Königreichs der
Nabatäer.
Die geografische Lage Petras ist durch eine extrem zerklüftete Canyon-Landschaft geprägt. Die Senke der
Stadt liegt auf einer Höhe von etwa 800 bis 1.000 Metern über dem Meeresspiegel und ist von steil
aufragenden Felsmassiven aus Buntsandstein umgeben. Geologisch entstammen diese
Gesteinsschichten dem Kambrium und Ordovizium. Das Farbspiel des Sandsteins – das von strahlendem
Weiß über helle Rosatöne, Ziegelrot und Ocker bis hin zu tiefem Violett und Schiefergrau reicht – verlieh
Petra in der modernen Rezeption den Beinamen „Die rosarote Stadt“.
Die topografische Kessellage bot der Siedlung herausragenden militärischen Schutz. Der Hauptzugang
zur Stadt führt von Osten her durch den Siq, eine natürliche, über 1,2 Kilometer lange und stellenweise
nur drei bis vier Meter breite Felsklamm, deren Wände bis zu 80 Meter vertikal in die Höhe ragen. Diese
spektakuläre Zugangsschlucht wandelte Petra in eine nahezu uneinnehmbare Festung.
Kapitel 2: Die Nabatäer – Herkunft, Aufstieg und der Handel der Weihrauchstraße
Die Geschichte Petras ist unrennbar mit der Genese des Volkes der Nabatäer verknüpft, einem
semitischen Beduinenstamm von der Arabischen Halbinsel.
Vom Nomadentum zur Urbanisierung: Im 4. Jahrhundert v. Chr. drangen die Nabatäer in das Gebiet des
biblischen Reiches Edom ein. Der griechische Historiker Diodor beschreibt die Nabatäer jener Frühphase
noch als strikte Nomaden, die das Trinken von Wein, den Ackerbau und den Bau festeter Häuser bei
Todesstrafe verboten. Innerhalb von nur zwei Jahrhunderten vollzog die Gesellschaft jedoch einen
beispiellosen Wandel zur Sesshaftigkeit und begründete eine hochentwickelte städtische Kultur.
Die Kontrolle der Handelsrouten: Der phänomenale Reichtum Petras basierte auf der strategischen
Kontrolle der antiken Weihrauchstraße sowie der Gewürzrouten. Diese Handelsadern verbanden den
Süden der Arabischen Halbinsel (Heutiges Jemen und Oman) mit den Häfen des Mittelmeers (Gaza,
Alexandria) und Mesopotamien. Über Petra wurden extrem kostbare Luxusgüter wie Myrrhe,
Weihrauch, Seide, Gewürze, Elfenbein und Bitumen (vom Toten Meer, genutzt zur Mumifizierung in
Ägypten) geschmuggelt und gehandelt.
Das Nabatäische Königreich: Ab dem 2. Jahrhundert v. Chr. konsolidierte sich das Nabatäerreich zu einer
regionalen Großmacht. Unter Königen wie Aretas III. (Philhellen) und Aretas IV. (Philopatris,
Regierungszeit ca. 9 v. Chr. bis 40 n. Chr.) erlebte Petra seine goldene Ära. Auf dem Höhepunkt der
Entwicklung lebten geschätzt 20.000 bis 30.000 Menschen in dem Stadtkessel, und das Einflussgebiet