Was ist ein Druckverband?
Ein Druckverband wird als Erste-Hilfe-Maßnahme bei stark blutenden
Wunden z. B. Schnittwunden, Stichwunden oder Prellungen angelegt. Er
soll verhindern, dass der Patient gefährlich viel Blut verliert. Auch bei
einer starken Prellung kann ein elastischer Druckverband sinnvoll
sein.Richtig angelegt kann der Druckverband nicht nur einen
übermäßigen Blutverlust verhindern, sondern auch vor einer Infektion
schützen. Denn bei stark blutenden Wunden sind die Hautschichten und
meist auch das darunterliegende Gewebe geschädigt. Über diese
offene Wunde können Keime leicht in den Körper eindringen.
Druckverband anlegen, so gehts:
1. Hochlagern des verletzten Körperteils.
2. Abdrücken der Blutung oberhalb der Wunde. Bei Beinwunden:
Druck im Leistenbereich.
3. Auflegen einer Wundauflage in Form einer sterilen Mull- oder
Gazekompresse.
4. Fixierung der Auflage mit einer Binde mit mehreren
Umrundungen. Falls das Verbandsmaterial durchblutet, wird eine
weitere Kompresse hinzugefügt. Der Verband wird nicht komplett
gewechselt.
5. Auflegen eines Druckpolsters, zum Beispiel ein Verbandspäckchen.
6. Fixieren des Polsters mit Verbandszeug.
, Risiken eines Druckverbands
* Als Ersthelfer sollte man einen Druckverband nicht zu fest
anziehen. Anderenfalls könnte die Blutversorgung komplett
unterbrochen werden. Zudem kann zu starker Druck
Nervenbahnen verletzen. Deshalb immer die Areale um den
Druckverband herum kontrollieren.
* Keinen Druckverband am Hals anlegen.Er könnte den Blutfluss
zum Gehirn oder die Atmung unterbinden.
* Bei Stichverletzungen steckt manchmal noch der spitze
Gegenstand in der Wunde. Das erschwert das Anlegen des
Druckverbandes. Man sollte ihn aber auf keinen Fall
herausziehen! Das würde die Blutung verstärken. Stattdessen das
Druckpolster um den steckenden Gegenstand herumbauen und
auch die Binde nicht darüberwickeln.