Internationale Organisationen
● Zahl internationaler Organisationen ist in den letzten 60 Jahren stark gestiegen.
● Wichtigstes zwischenstaatliches Forum: Vereinte Nationen (UN) mit ihren
Sonderorganisationen und Programmen.
● Internationaler Währungsfonds (IWF) und Weltbank: zentrale Akteure in globalen
Finanz- und Währungsfragen.
● Welthandelsorganisation (WTO): wichtig für den globalen Handel.
● Internationale Arbeitsorganisation (ILO): setzt Mindeststandards für Arbeit; Ziel =
Verbesserung von Arbeits- und Lebensbedingungen weltweit.
Regionale internationalen Organisationen
● Nach dem Zweiten Weltkrieg stärkere regionale Kooperation, besonders in Europa.
● Europäische Union (EU): einzigartige supranationale Organisation; vertritt
Mitglieder z.B. in Handelsfragen (auch bei der WTO).
● Weitere regionale Organisationen: ASEAN (Asien); Mercosur (Südamerika);
Afrikanische Union (AU)
● Bedeutung für die Lösung regionaler wirtschaftlicher und politischer Probleme.
Internationale Gerichtsbarkeit
● Internationaler Gerichtshof (IGH): Hauptrechtsprechungsorgan der UN;
entscheidet über Streitigkeiten zwischen Staaten (z.B. Grenzverläufe).
● Seit den 1990er-Jahren Ausbau der internationalen Strafgerichtsbarkeit.
● Internationaler Strafgerichtshof (IStGH) (seit 2002): ständiges Gericht für
Völkermord; Verbrechen gegen die Menschlichkeit; Kriegsverbrechen; Verbrechen
der Aggression.
Multinationale Unternehmen
● Mit wachsendem Welthandel nahm die Zahl und Einfluss multinationaler Konzerne
stark zu.
● Sie kontrollieren einen großen Teil des Welthandels.
● Wichtige Akteure bei der Gestaltung und Dynamik der Globalisierung.
,Globale Zivilgesellschaft
● Zunehmende grenzüberschreitende Kooperation zwischen Menschen und NGOs.
● Zahl internationaler Nichtregierungsorganisationen (NGOs) stark gestiegen.
● Beispiele: Amnesty International (Menschenrechte); Transparency International
(Bekämpfung von Korruption).
● NGOs vernetzen sich zunehmend untereinander, um gemeinsame Ziele effektiver zu
verfolgen.
,Anarchie der Staatenwelt:
● die einzelnen Staaten sind zentralistisch und hierarchisch geordnet
● Das internationale System ist dagegen dezentral und anarchisch geordnet
● Hier fehlt eine übergeordnete Regelungs-und Sanktionsinstanz
● Sicherheitsdilemma: Niemand kann die Sicherheit der einzelnen Staaten garantieren
→ Risiko der Gewalt. Jeder muss selbst gewaltbereit sein oder sich dem Willen des
mächtigeren Nachbarn unterwerfen, deshalb strebt man nach Macht und bildet
Allianzen, um die eigene Position zu verbessern
Horizontale Selbstkoordination:
● Nicht vertikal koordiniert
● Bilaterale oder multilaterale Verträge
● Entscheidungen werden in internationalen Organisationen getroffen
● Die Nichteinhaltung von Verträgen kann in beschränktem Maße sanktioniert werden
Hegemoniale Ordnung:
● Ein Staat ist aufgrund seiner Machtposition in der Lage, alle anderen aufzuzwingen
● Dieser Staat versucht, sein Gewaltmonopol durchzusetzen (z.B. Sowjetunion)
Weltstaat:
● Abgabe der Souveränität von Staaten an eine überstaatliche Autorität (z.B. UNO),
bzw. an einem öffentlichen Gewaltmonopol
● Das Gewaltmonopol ist kontrollierbar und demokratisch legitimiert
● Er verfügt über Mittel zur Durchsetzung (Polizei, Militär, Justiz)
, Realismus:
Allgemeines
● Realismus = skeptischste Theorie der internationalen Politik.
● Pessimistische Sicht auf Frieden und Kooperation in einem anarchischen
internationalen System.
● Nach dem Zweiten Weltkrieg wichtigste Theorie der internationalen Beziehungen
(dominant bis in die 1970er-Jahre).
Grundannahmen
● Staaten = einzige relevante Akteure in der internationalen Politik.
● Staaten handeln einheitlich, rational und egoistisch → verfolgen eigenen Nutzen.
● Internationale Politik ist durch Anarchie (Fehlen einer übergeordneten Macht)
geprägt.
● Ziel jedes Staates: Überleben und Sicherheit sichern.
Macht und Sicherheit
● Macht (v.a. militärische oder militärisch nutzbare Ressourcen) ist entscheidend für
Sicherheit.
● Macht ist relativ → hängt vom Vergleich zu anderen Staaten ab.
● Folge: ständige Machtkonkurrenz zwischen Staaten.
● Sicherheitsdilemma:
○ Aufrüstung zur Verteidigung wirkt bedrohlich auf andere Staaten.
○ Gegenseitiges Misstrauen führt zu Rüstungswettläufen und potenziell zu
Kriegen.
Kooperation und Misstrauen
● Staaten kooperieren nur zögerlich:
○ Angst vor dem Verlust der Unabhängigkeit.
○ Furcht, betrogen zu werden oder weniger zu profitieren.
● Dauerhafte, stabile internationale Zusammenarbeit ist daher unwahrscheinlich.