Das Haus in der Dorotheenstraße
Autor: Hartmut Lange | Erschienen: 2013 | Verlag: Diogenes Verlag | Ort: Zürich
Die novellistische Erzählung schildert die Ehe des Antiquitätenhändlers Gottfried Klausen und seiner Frau
Xenia, die sich zunehmend voneinander entfremden und mit dem Verlust von Vertrautheit und Kommunikation
konfrontiert sehen. Der Text gliedert sich in sechs Kapitel und kreist um die Spannung zwischen Realität und
Wunschvorstellung.
Inhaltsverzeichnis
– Übersicht
Handlung
– 1. Kapitel
– 2. Kapitel
– 3. Kapitel
– 4. Kapitel
– 5. Kapitel
– 6. Kapitel
– Aufbau
Charakterisierungen
– Gottfried Klausen
– Xenia
– Der Erzähler
– Figurenkonstellation
Kontext
– Entstehung & Epoche
– Rezeption
– Motive & Symbole
Stil
– Stilmittel
– Sprache & Stil
Interpretation
– Vertrautheit vs. Entfremdung
– Kommunikation zwischen dem Ehepaar Klausen
– Realität und Wunsch
– Othellos Identifikationspotenzial
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,Übersicht
Bei Das Haus in der Dorotheenstraße von Hartmut Lange handelt es sich um eine novellistische Erzählung, die
der Autor im Jahre 2013 publiziert hat. Lange, der auch als „Meister der Novelle“ bezeichnet wird, lebt selbst zu
dem Zeitpunkt der Entstehung in West-Berlin. Der geografische Standort des Autors erklärt auch, dass die Wahl
einer der beiden Schauplätze im Werk auf Teltow, eine Stadt am südwestlichen Rande Berlins fällt. Berichten
zufolge fertigt Hartmut Lange die Novelle, wie auch die meisten anderen seiner Erzählungen, mit der Hilfe
seiner Ehegattin Ulrike Lange an. Während der Literat die Handlung diktiert, tippt Ulrike Lange das Erzählte ab.
Laut Lange findet dieser die Inspiration für Das Haus in der Dorotheenstraße am Teltowkanal in Berlin und in
seiner eigenen Gedankenwelt.
Die Novelle erscheint in einem gleichnamigen Sammelband als eine von fünf anderen Novellen und gliedert
sich in sechs Kapitel. Das Werk wird als Erstausgabe im Diogenes Verlag veröffentlicht und zeigt auf dem
Buchdeckel eine Illustration von Gustave Caillebotte auf, die aus dem Jahr 1875 stammt.
Handlung
1. Kapitel
Infos
Seite: 73-75
Ort: Teltow (ehemaliges Kohlhasenbrück), das Haus in der Dorotheenstraße, der Flughafen Berlin
Schönefeld
Zeit: Unbekannter Zeitraum
Personen: Gottfried Klausen, Xenia
Inhalt
Es wird die Umgebung rund um das Zuhause der Klausens beschrieben und die Lage, welche sich im
Südwesten Berlins am Teltowkanal in einem Ort namens Teltow, ehemals Kohlhasenbrück, befindet
Trotz der Abgeschiedenheit und schlechten Verkehrsanbindung löst Haus in der Dorotheenstraße in dem
Ehepaar ein „Gefühl von Geborgenheit“ (S. 73, Z. 21) aus, weshalb sie mit dem Gedanken spielen, das
Anwesen zu kaufen
Gottfried und Xenia Klausen kennen sich bereits seit der Schulzeit und sind „über Jahre hinweg
miteinander vertraut“ (S. 73, Z. 18f)
Der Protagonist Gottfried Klausen ist von Beruf Korrespondent bei einer Tageszeitung und besitzt
„einen überaus präzisen Stil“ (S. 74, Z. 24f), für welchen er respektiert wird. Aufgrund seiner
Mehrsprachigkeit ist er bereits beruflich viel herumgekommen und für seinen nächsten Auftrag soll er in
die englische Hauptstadt London ziehen
Im Gespräch mit Xenia stellt sich heraus, dass diese vorzugsweise in ihrem Zuhause in Kohlhasenbrück
bleiben würde, Klausen jedoch geht nicht weiter darauf ein und er beendet das Thema mit den Worten
„[...] Falls es mir in London gefällt und wir eine passende Wohnung finden, dann kommst du einfach
nach.“ (S. 75, Z. 6ff)
Kurze Zeit später reist der Ehemann vom Flughafen Schönefeld, wohin ihn seine Frau begleitet, nach
London ab
2. Kapitel
Infos
Seite: 76-79
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, Ort: Gottfried Klausens Wohnung, eine Brücke, „ein nahegelegenes Restaurant“ (S. 77, Z. 3f) und die
„Royal Shakespeare Company“ (S. 77, Z. 18f) in London
Zeit: ein, nicht klar definierter Zeitraum von circa sechs Wochen, Ende März
Personen: Gottfried Klausen, mehrere Schauspieler im Theaterstück Othello
Inhalt
In London wird dem Protagonisten von seiner Arbeit eine übersichtliche Zweizimmerwohnung gestellt,
in der er, trotz der Pläne, etwas Größeres zusammen mit Xenia zu beziehen, auch noch „sechs Wochen
später“ (S. 76, Z. 11) lebt
Gottfried überkommen Zweifel an seinem Ortswechsel, als er eines Nachmittags im kalten und
regnerischen Wetter Londons draußen unterwegs ist
Um die übliche Routine seiner Arbeit zu durchbrechen, besteht seine Freizeitgestaltung aus
gelegentlichen Besuchen in „ein nahegelegenes Restaurant“ (S. 77, Z. 3f). Er sieht sich außerdem das
Shakespeare Theaterstück Othello an, dessen Handlung ihm „vollkommen unglaubwürdig“ (S. 77, Z. 26)
erscheint. Er kann und will nicht begreifen, wie Othello aus Eifersucht, vollkommen geleitet von seinen
Emotionen, jeglichen rationalen Verstand über Bord wirft und sich sogar am Ende das Leben nimmt
Zurück in seiner Londoner Wohnung scheitern die Versuche, seine Frau Xenia telefonisch zu erreichen.
Klausen wundert sich darüber, dass Xenia nicht abnimmt. Trotz seiner inneren Unruhe schläft er ein,
wobei ihm die Frage, wo sich seine Frau wohl gerade befindet, nicht mehr loslässt
3. Kapitel
Infos
Seite: 80-83
Ort: Gottfried Klausens Wohnung in London, der Flughafen London Heathrow
Zeit: ein unbestimmter Zeitraum, vermutlich mehrere Tage
Personen: Gottfried Klausen, eine Männerstimme, Xenia
Inhalt
Gottfried berichtet seiner Ehefrau von einer Wohnung für sie beide, die er in Aussicht hätte: Zwar sei sie
teuer, jedoch würde sie durch ihre Lage und hochwertige Ausstattung überzeugen. Da der Mietvertrag
zeitnah unterschrieben werden soll, möchte Klausen, dass Xenia möglichst bald nach London kommt
Xenia wiederum reagiert nicht euphorisch, sondern „zögerlich“ (S. 80, Z. 13), allerdings versteht sie
auch, dass Gottfried sich ohne sie einsam fühlt und sie besprechen, dass Xenia „so bald wie möglich“
(S. 80, Z. 19f) zu ihm nach London reisen wird
Am Flughafen Heathrow wartet Klausen vergeblich auf seine Frau. Das Flugzeug landet, jedoch ohne
Xenia an Bord
Nachdem der Protagonist bis spät abends am Flughafen ausharrt, beschließt er, seine Frau wiederholt
anzurufen. Anstatt von Xenia meldet sich eine Männerstimme, woraufhin Klausen auflegt und sich
einredet, es sei „eine falsche Verbindung zustande gekommen“ (S. 82, Z. 23) Als das Ehepaar später am
Abend miteinander telefoniert, hat Gottfried ein schlechtes Gewissen gegenüber seiner Frau, sie dazu
gedrängt zu haben, mit ihm nach London zu ziehen und beteuert, er wolle „möglichst bald nach Berlin
[…] fliegen“ (S. 83, Z. 26f)
4. Kapitel
Infos
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