,Zusammenfassung
Menschen mit Fluchterfahrung sind nicht nur durch die erlebten Traumata belastet, sondern auch
durch ein Asylsystem, das oft von Unsicherheit, Kontrolle und langwierigen Verfahren geprägt ist.
Diese strukturellen Bedingungen können das psychosoziale Wohlbefinden erheblich beeinträchti-
gen, besonders dann, wenn eine posttraumatische Belastungsstörung vorliegt. Die vorliegende Ar-
beit widmet sich der Frage, wie sich ein unsicherer Aufenthaltsstatus auf das psychische Erleben
von betroffenen Personen auswirkt und welche Möglichkeiten sich für eine traumasensible Soziale
Arbeit daraus ableiten lassen. Ausgangspunkt bildet eine systematische Literaturarbeit, die das Stu-
fenmodell der Traumabewältigung von Judith Herman und das Konzept der strukturellen Gewalt
nach Johan Galtung theoretisch rahmt. Ziel ist es, ein vertieftes Verständnis für die vielschichtige
Lebensrealität geflüchteter Menschen zu entwickeln und aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit Haltung,
Raum und Beziehung so gestalten kann, dass sie nicht zusätzlich belastet, sondern Orientierung,
Sicherheit und partizipative Teilhabe ermöglicht. Dabei wird deutlich: Eine traumasensible Soziale
Arbeit darf sich nicht nur auf individuelle Interventionen beschränken, sondern muss zugleich struk-
turelle Gegebenheiten mitdenken und kritisch hinterfragen.
Schlüsselwörter: Trauma - Geflüchtete - Asylsystem - Strukturelle Gewalt - Soziale Arbeit
Abstract
People with refugee experiences are not only burdened by the traumatic events they have endured,
but also by an asylum system often characterized by uncertainty, control, and lengthy procedures.
These structural conditions can significantly impair psychosocial well-being, especially when post-
traumatic stress disorder is present. This thesis addresses the question of how an insecure resi-
dence status affects the psychological experience of those affected and what implications can be
derived for trauma-sensitive social work. The study is based on a systematic literature review and is
theoretically framed by Judith Herman’s stage model of trauma recovery as well as Johan Galtung’s
concept of structural violence. The aim is to develop a deeper understanding of the complex life
realities of refugees and to highlight how social work can shape attitudes, spaces, and relationships
in ways that do not exacerbate strain but instead provide orientation, safety, and opportunities for
participatory involvement. It becomes clear that trauma-sensitive social work must not be limited to
individual interventions alone but must also take structural conditions into account and critically chal-
lenge them.
Keywords: Trauma - Refugees - Asylum System - Structural Violence - Social Work
II
, Inhaltsverzeichnis
Einleitung ........................................................................................................................................ 1
1.2. Problemstellung und Relevanz aus Sicht der Sozialen Arbeit ............................................... 2
1.3. Forschungsfrage und Zielsetzung der Arbeit:........................................................................ 4
1.4. Aufbau und Vorgehensweise ................................................................................................ 5
2. Flucht, Asyl und psychische Gesundheit – Eine Annäherung ...................................................... 6
2.1. Posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS): Grundlagen und psychosoziale
Auswirkungen .............................................................................................................................. 7
2.2. Geflüchtete mit unsicherem Aufenthaltsstatus: Rechtliche und soziale Rahmenbedingungen
.................................................................................................................................................... 9
2.3. Das Stufenmodell der Traumatherapie nach Judith Herman ............................................... 10
2.4. Strukturelle Gewalt im Sinne Johan Galtungs ..................................................................... 12
2.5. Zusammendenken der Modelle: Theoretische Berührungspunkte von Trauma und
struktureller Gewalt ................................................................................................................... 15
2.6. Soziale Arbeit im Spannungsfeld von Flucht und Trauma: Haltungen, theoretische
Positionen und professionelle Rahmenbedingungen ................................................................. 16
3. Methodisches Vorgehen und Literaturarbeit .............................................................................. 18
3.1. Begründung für die Wahl der Literaturarbeit: Analytische Vorgehensweise ......................... 18
3.2. Suchstrategie und Auswahlkriterien für die systematische Literaturrecherche .................... 20
3.3. Grenzen und Reflexion des methodischen Vorgehens ....................................................... 21
4. Erkenntnisse aus der Literaturanalyse ...................................................................................... 22
4.1. Wirkung auf das seelische Wohlbefinden im Kontext rechtlicher Unsicherheit .................... 22
4.2. Strukturelle Gewalt als Hindernis für Heilung: Eine analytische Perspektive ....................... 24
4.3. Ressourcen und Ansätze traumasensibler Sozialer Arbeit .................................................. 26
4.4. Professionelle Herausforderungen und Spannungsfelder für Fachkräfte der Sozialen Arbeit
.................................................................................................................................................. 27
5. Diskussion ................................................................................................................................ 29
5.1. Rückbindung der Erkenntnisse an den wissenschaftlichen Diskurs .................................... 29
5.2. Deutung der Erkenntnisse im Kontext Flucht und Trauma .................................................. 30
5.3. Strukturelle Veränderungen und politische Implikationen .................................................... 32
5.4. Forschungsethische Überlegungen und kritische Selbstreflexion ....................................... 33
6. Fazit .......................................................................................................................................... 34
6.1. Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse .................................................................. 35
6.2. Konsequenzen für die Praxis der Sozialen Arbeit ............................................................... 36
6.3. Forschungsdesiderate und Ausblick ................................................................................... 38
Glossar ......................................................................................................................................... 40
Literaturverzeichnis ....................................................................................................................... 43
Eidesstattliche Erklärung............................................................................................................... 47
III