,Der Deutsch-Dänische Krieg
➔ Schleswig, Holstein und Lauenburg sind unter dänischer Herrschaft
→ Holstein und Lauenburg aber auch Teil des Deutschen Bundes
- deutsche Mehrheit in den Gebieten, aber in Schleswig eine starke dänische Minderheit
→ dänische Minderheit & Politiker wollen Schleswig und Königreich Dänemark zu Nationalstaat
verschmelzen
- Nach der Deutschen Bundesakte von 1815 musste jedes Mitglied eine landständische
Verfassung vorweisen können
→ war hier nicht gegeben, da die Gemeinschaftsverfassung von 1855 abgelehnt worden war
→ Möchte nun eine Verfassung einführen, die Gebiete in den dänischen Staatsverband
eingliedert
- Mai 1852 Londoner Protokoll (Ö, Pr, R, GB, Sw, DK) → Schleswig & Holstein auf ewig ungeteilt (aber
selbständig)
- 1855 2. Dänische Gesamtverfassung (auf Gesamtstaat drängender dän. Nationalismus)
→Widerstand des Dt. Bundes, dän. VV für Holstein & Lauenburg
➔ Einführung der Novemberverfassung als Ersatz für Gemeinschaftsverfassung von 1855
- Reaktion:
o Deutscher Bund und Bismarck empört: nach Londoner Protokollen von 1852 war der Status
Quo festgelegt
o Verhängung der Bundesexekution über Holstein und Lauenburg im Oktober 1863 wegen
dänischen Rechtsbruch
- 1863 „Eiderdänen“-Bewegung: neue dän. Gesamtverfassung unter Christian IX. → Abgrenzung von D
durch Einverleibung Schleswigs und Separation von Holstein
- Proteste des Dt. Bundes, Wiederaufnahme des 1858 eingestellten Exekutionsverfahrens
- Sohn von Christian IX. macht Verzicht auf Holstein rückgängig
➔ Ab Dezember 1863 Besetzung Holsteins & Lauenburgs, ab Februar 1864 auch Besetzung Schleswigs
o Großmächte bleiben neutral; „Pfandbesetzung“ auch von Schleswig (Österreich und Preußen
einig), um Dänemark von Verfassung abzubringen
o Mittelmächte im DB lehnen Eingriff aber ab → daher greifen Preußen & Österreich selbst ein
o Mittelstaaten Bayern & Sachsen (Angst vor eigenem Souveränitätsverlust in der Zukunft) mit scharfen
Protest über eigenmächtiges Eingreifen und Eskalation, verwehren Ö. Durchmarsch, aber
letztlich vergebener Aufstand
→ Alleingang Prs und Ös, Ultimatum an Dänemark (Anfang 1864)
→ Ablehnung DKs führt zum Krieg, Sieg April 1864 (Düppeler Schanzen)
,(Fortsetzung)
- Juni 1864 Londoner Konferenz, fehlende Kompromissbereitschaft DKs → erneuter Griff zu den Waffen
- Oktober 1864 Friede von Wien
- 1. Vorschlag (Konvention von Schönbrunn): Preußische Annexion, im Gegensatz dazu preuß. Hilfe bei
österreichischem Krieg mit der Toskana (findet keine Zustimmung)
- Gasteiner Konvention: Holstein von Ö regiert, Schleswig von Preußen (Lauenburg Preußen gegen
finanzielle Entschädigung), Sonderrechte für Preußen
→ Problem: Dt. Bund durch pr.-ö. Alleingang als bedeutungslos präsentiert, minimale außenpolitischen
Kompetenzen
Warum stört Dänemark im Deutschen Bund?
- Kulturell: sprechen kein Deutsch → Fremdkörper bei einer Nation
- Fremde Macht hat Einfluss im Deutschen Bund
➔ Ziel Preußens: Wir möchten das ganze Gebiet verwalten → Österreich passt das nicht
➔ Ziel Bayerns: sollen ein eigener Staat werden im Deutschen Bund mit eigener Verfassung, etc.
, Der Deutsch-Deutsche Krieg
- Labiles Gleichgewicht zw. Ö. & Pr.
- Bismarck plante Vormachtstellung Preußens in Dtl. durch Krieg auf Kosten Österreichs (Hinweis des
Innenministers Eulenburg)
- Preußens Ziel: Ein Staat geprägt von preußen → Unitarismus
- April 1866 Befristetes preußisch-italienisches Bündnis (siehe oben)
- Provokation Prs auf dem Bundestag (preußischer Bundesreformantrag; Bismarcks Ziel: großdeutscher
Staatenbund durch kleindt. Bundesstaat unter prs. Führung ersetzen, scheitert aber)
- Spannungen durch Mobilmachungen
- Scheitern der Demobilisierungsverhandlungen
- geplanter Kongress europäischer Großmächte platzt
Kriegsauslöser
- Preußens Vorwurf: Österreich bricht „Gasteiner Konvention“ (da Bitte Ös an BT zur Entscheidung über
Erbfolge in Holstein)
- Hintergrund: Preußen fühlt sich in Defensive gedrängt und Angst vor Kooperation mit anderen
Mittelstaaten
- 7. Juni 1866: Einmarsch preußischer Truppen in Holstein
➔ Größere deutsche Staaten stimmen im Bundestag Österreichs Antrag zu, ein Bundesheer aufzustellen -
Preußen erkennt das als unzulässige Kriegserklärung
➔ Preuß. Truppen besetzen Holstein, Bitte um Bundesexekution
➔ Spaltung Deutschlands
o Mobilmachungsantrag gegen Preußen 11.6.1866
o Rücktritt Preußens vom Bundesvertrag 14.6.1866
o Kriegsauslösende preußische Ultimaten an Sachsen, Hannover, Kurhessen
Kriegsparteien
Preußens Verbündete:
Kgr. Italien, Großherzogtümer Oldenburg, Mecklenburg-Schwerin & Mecklenburg-Strelitz, Herzogtümer Braunschweig,
Sachsen-Altenburg, Anhalt, Sachsen-Coburg und Gotha, Sachsen-Lauenburg, Fürstentümer Waldeck-Pyrmont, Schwarzburg-
Sondershausen, Reuß jüngere Linie, Lippe sowie die Freien Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck USW
Deutscher Bund:
Österreich, Kgr. Bayern, Sachsen, Hannover, Württe berg, Großherzogtümer Baden, Sachsen-Meiningen, Nassau, Hessen,
Fürstentümer Liechtenstein, Reuß ältere Linie, Schaumburg-Lippe, Kurfürstentum Hessen und Freie Stadt Frankfurt