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SPRACHWISSENSCHAFTEN – STAATSEXAMEN
SPRACHWISSENSCHAFT 1
MORPHOLOGIE
Definition
• Teildisziplin der Sprachwissenschaft
• Wörtliche Bedeutung (früher): Romanlehre / Lehre von der Struktur lebender
Organismen
• In der Linguistik: Lehre von der Form oder dem strukturellen Aufbau von Wörtern
Teilbereiche
• Flexion -> grammatische Beziehung
drückt aus
o Wortformenbildung (z.B. Kindes, Kinder als Wortform von Kind)
o Beschreibt und untersucht die Art und Weise, wie Formen der Wörter variiert
werden, um grammatikalische Beziehungen auszudrücken
o Deklination und Konjugation
- nur bei Verben
• Wortbildung
o Bildung neuer Wörter mit Material, das in der Sprache schon vorhanden ist (z.B.
kindlich, Wunschkind)
o Beschreibt und untersucht wie neue Wörter gebildet werden
(Zusammensetzung, Ableitung) und welche Prozesse der Wortbildung zugrunde
liegen
Was ist ein Wort?
• Keine einheitliche Definition
• Je nach Erkenntnisinteresse gibt es unterschiedliche Definitionskriterien
o Phonetisch-phonologisch
o Orthographisch
o Semantisch
o Morphologisch
o Syntaktisch
• Weil die Definition von Wort so schwierig ist, verwenden wir den Begriff „Lexem“
• Beispiele
, o Wörter sind isolierbare Einheiten, die in der gesprochenen Sprache häufig wie
Pausen phonetisch voneinander abgegrenzt werden
o Beim schnellen sprechen können diese Pausen entfallen / beim langsamen
Sprechen treten wortintern Pausen auf
o Wörter sind kleinste Einheiten, die frei auftreten können
Was ist ein Lexem?
• Basiseinheit des Lexikons bzw. des Wortschatzes = Eintrag im Wörterbuch
• Ein Wort (im Sinne von Lexem) ist eine abstrakte Einheit, die im Text in verschiedenen
Wortformen konkret realisiert wird
• Bsp: Das Lexem hat die Wortform Haus, Häuser, Häusern
Objektsprache & Metasprache
Objektsprache >
- unterstreichen oder Kursiv
schreiben
• Sprache, die analysiert wird
• Wird durch graphische Mittel markiert
Metasprache
• Sprache, mit der wir über Sprache sprechen
• Bleibt unmarkiert
Einheit die durch
Was ist ein Morphem? = abstrakte ,
ein oder mehrere
bedeutungstragende
Morphe realisiert wird ;
,
Es ist das , was die
Bedeutung
oder Funktion
trägt
• Kleinste sprachliche Einheit mit einer Bedeutung
• Kleinste bedeutungstragende Einheit der Sprache . B
2 . Haus (kleinstes" Wort , das alleine aber
Bedeutunghat)
noch eine
Was ist ein Morph?
konkrete sprachliche
- wir tatsächlich
Erscheinungsform
hören oder Sehen können
,
das was
Z B -en in
gehen
. .
• Minimale graphische oder lautliche Sequenz auf der Ausdrucksseite der Sprache mit
einer Bedeutung ohne weitere Klassifikation
• Morpheme werden als Morphe realisiert
• Erst durch inhaltliche Klassifikation ordnet man Morphe bestimmten Morphen zu
Morphemklassen
• Morphemkomplex = nicht nur ein Morphem
• Freie Morpheme
o Basismorphem (BM)
▪ Können alleine im Satz stehen
▪ Wenn BM isoliert wurde, schreibt man es in geschweifte Klammern
• Gebundene Morpheme
o Kann man nach ihrer Funktion und Position klassifizieren
o Funktion
, ▪ Wortbildungsmorphem / Derivationsmorphem
• Dienen der Bildung von Wortstämmen, verändern den Stamm in
seiner lexikalischen Bedeutung (zer-, be-, -ig) - (Kind-kindisch)
▪ Flexionsmorphem (Flexive) (FM)
• Bildung von Wortformen (ich geh-e, du geh-st)
·
▪ WM und FM werden als Affixe bezeichnet
o Position
▪ Präfixe: Vorsilbe, werden vorangestellt (Unwetter)
▪ Suffixe: Nachsilbe (lieblich)
▪ Zirkumfixe: bestehen aus zwei Teilen, von denen einer vor- und einer
nachgestellt wird (gelacht)
--> Das Anhängen eines Affix nennt man Affigierung (Präfigierung,
Suffigierung, Zirkumfierung)
• Unikales Morphem
o Morpheme, die nur ein I einer einzelnen Verbindung auftreten und nur noch
sprachhistorisch erklärbar sind
o Sie sind nicht mehr produktiv, man kann mit ihnen keine neuen Wörter mehr
bilden
o Etymologische Forschung
o Beispiel: (Schornstein)
• Konfixe
o Haben mehr lexikalische Bedeutung als Affixe, sind positionsfest (Philosophie,
Frankophil)
• Allomorph
o Morphe, die das gleiche Morphem realisieren
Flexion
• Ein Lexem kann verschiedene Wortformen haben, die verschiedene grammatische
Merkmale anzeigen
o Wortformen werden auch grammatische Formen genannt, ihre Bildung
↳ weil Flexion Funktion
grammatische
geschieht durch Flexion ausdrückte
hierfür verändert
Wortformen werden
• Flektierbare Wortarten: Substantive, Adjektive, Pronomen, Artikel, Verben
Deklination ↳
Koniugation
>
-
Deklination
• Nomina (Substantive, Adjektive, Pronomen, Artikel)
• Durch Deklination können Kasus, Numerus und Genus ausgedrückt werden
o Substantive sind genusfest (→ bei der Angabe der drammatischen
g Form eines
Substantives klammern wir das Genus ein) -Komparation-Steigerung
o Adjektive können in ihren Komparationsformen auftreten (Positiv, Komparativ
und Superlativ) Außerdem können sie als Adverb oder als Prädikativ weitgehend
unflektiert vorkommen
, Konjugation
• Nur Verben werden konjugiert
• Ausdruck von Person, Numerus, Tempus, Modus, Genus verbi (aktiv/passiv) → finite
Verben
• Infinitiv, Partizip 1&2 → infinite Formen, können zusammen mit Hilfsverben finite
Eselsbrücheentiv
Formen ausdrücken
• Verben können z.T. in andere Wortarten (Substantiv, Adjektiv) überführt werden
o Diese Form von Wortbildung nennt sich Konversion E
Bestimmen von grammatischen Formen
> genusfest
• Bei Substantiven: Kasus, Numerus, (Genus)
• Bei Adjektiven: Kasus, Numerus, Genus, Komparation positiv Komparativ superlativ)
,
,
• Bei (finiten) Verben: Person, Numerus, Tempus, Modus, Genus verbi (aktiv passiv) ,
Deklination von Substantiven
Stark schwach
N N
① 0 -
0
-
6
-
gemischte Flexion
• Tisch: Der Wortstamm bleibt konstant, nur die Flexionsendungen ändern sich
• Löwe und Mensch haben ein deutlich simpleres Flexionsparadigma; hier enden alle
Formen mit dem FM. Hier liegt die Schwache Flexion bzw. schwache Deklination vor
• Sobald im Flexionsparadigma eine weitere Form (außer Nom. Sg.) eine Nullendung hat,
spricht man von starker Flexion (wie bei Tisch)
• Auge: Im Singular stark und im Plural schwach flektiert. Diese Form nennt man
gemischte Flexion
Deklination von Adjektiven
• Adjektive müssen immer im Kontext zu einem Substantiv betrachtet werden
Mit bestimmtem Artikel
7 schwach flektiert
SPRACHWISSENSCHAFTEN – STAATSEXAMEN
SPRACHWISSENSCHAFT 1
MORPHOLOGIE
Definition
• Teildisziplin der Sprachwissenschaft
• Wörtliche Bedeutung (früher): Romanlehre / Lehre von der Struktur lebender
Organismen
• In der Linguistik: Lehre von der Form oder dem strukturellen Aufbau von Wörtern
Teilbereiche
• Flexion -> grammatische Beziehung
drückt aus
o Wortformenbildung (z.B. Kindes, Kinder als Wortform von Kind)
o Beschreibt und untersucht die Art und Weise, wie Formen der Wörter variiert
werden, um grammatikalische Beziehungen auszudrücken
o Deklination und Konjugation
- nur bei Verben
• Wortbildung
o Bildung neuer Wörter mit Material, das in der Sprache schon vorhanden ist (z.B.
kindlich, Wunschkind)
o Beschreibt und untersucht wie neue Wörter gebildet werden
(Zusammensetzung, Ableitung) und welche Prozesse der Wortbildung zugrunde
liegen
Was ist ein Wort?
• Keine einheitliche Definition
• Je nach Erkenntnisinteresse gibt es unterschiedliche Definitionskriterien
o Phonetisch-phonologisch
o Orthographisch
o Semantisch
o Morphologisch
o Syntaktisch
• Weil die Definition von Wort so schwierig ist, verwenden wir den Begriff „Lexem“
• Beispiele
, o Wörter sind isolierbare Einheiten, die in der gesprochenen Sprache häufig wie
Pausen phonetisch voneinander abgegrenzt werden
o Beim schnellen sprechen können diese Pausen entfallen / beim langsamen
Sprechen treten wortintern Pausen auf
o Wörter sind kleinste Einheiten, die frei auftreten können
Was ist ein Lexem?
• Basiseinheit des Lexikons bzw. des Wortschatzes = Eintrag im Wörterbuch
• Ein Wort (im Sinne von Lexem) ist eine abstrakte Einheit, die im Text in verschiedenen
Wortformen konkret realisiert wird
• Bsp: Das Lexem hat die Wortform Haus, Häuser, Häusern
Objektsprache & Metasprache
Objektsprache >
- unterstreichen oder Kursiv
schreiben
• Sprache, die analysiert wird
• Wird durch graphische Mittel markiert
Metasprache
• Sprache, mit der wir über Sprache sprechen
• Bleibt unmarkiert
Einheit die durch
Was ist ein Morphem? = abstrakte ,
ein oder mehrere
bedeutungstragende
Morphe realisiert wird ;
,
Es ist das , was die
Bedeutung
oder Funktion
trägt
• Kleinste sprachliche Einheit mit einer Bedeutung
• Kleinste bedeutungstragende Einheit der Sprache . B
2 . Haus (kleinstes" Wort , das alleine aber
Bedeutunghat)
noch eine
Was ist ein Morph?
konkrete sprachliche
- wir tatsächlich
Erscheinungsform
hören oder Sehen können
,
das was
Z B -en in
gehen
. .
• Minimale graphische oder lautliche Sequenz auf der Ausdrucksseite der Sprache mit
einer Bedeutung ohne weitere Klassifikation
• Morpheme werden als Morphe realisiert
• Erst durch inhaltliche Klassifikation ordnet man Morphe bestimmten Morphen zu
Morphemklassen
• Morphemkomplex = nicht nur ein Morphem
• Freie Morpheme
o Basismorphem (BM)
▪ Können alleine im Satz stehen
▪ Wenn BM isoliert wurde, schreibt man es in geschweifte Klammern
• Gebundene Morpheme
o Kann man nach ihrer Funktion und Position klassifizieren
o Funktion
, ▪ Wortbildungsmorphem / Derivationsmorphem
• Dienen der Bildung von Wortstämmen, verändern den Stamm in
seiner lexikalischen Bedeutung (zer-, be-, -ig) - (Kind-kindisch)
▪ Flexionsmorphem (Flexive) (FM)
• Bildung von Wortformen (ich geh-e, du geh-st)
·
▪ WM und FM werden als Affixe bezeichnet
o Position
▪ Präfixe: Vorsilbe, werden vorangestellt (Unwetter)
▪ Suffixe: Nachsilbe (lieblich)
▪ Zirkumfixe: bestehen aus zwei Teilen, von denen einer vor- und einer
nachgestellt wird (gelacht)
--> Das Anhängen eines Affix nennt man Affigierung (Präfigierung,
Suffigierung, Zirkumfierung)
• Unikales Morphem
o Morpheme, die nur ein I einer einzelnen Verbindung auftreten und nur noch
sprachhistorisch erklärbar sind
o Sie sind nicht mehr produktiv, man kann mit ihnen keine neuen Wörter mehr
bilden
o Etymologische Forschung
o Beispiel: (Schornstein)
• Konfixe
o Haben mehr lexikalische Bedeutung als Affixe, sind positionsfest (Philosophie,
Frankophil)
• Allomorph
o Morphe, die das gleiche Morphem realisieren
Flexion
• Ein Lexem kann verschiedene Wortformen haben, die verschiedene grammatische
Merkmale anzeigen
o Wortformen werden auch grammatische Formen genannt, ihre Bildung
↳ weil Flexion Funktion
grammatische
geschieht durch Flexion ausdrückte
hierfür verändert
Wortformen werden
• Flektierbare Wortarten: Substantive, Adjektive, Pronomen, Artikel, Verben
Deklination ↳
Koniugation
>
-
Deklination
• Nomina (Substantive, Adjektive, Pronomen, Artikel)
• Durch Deklination können Kasus, Numerus und Genus ausgedrückt werden
o Substantive sind genusfest (→ bei der Angabe der drammatischen
g Form eines
Substantives klammern wir das Genus ein) -Komparation-Steigerung
o Adjektive können in ihren Komparationsformen auftreten (Positiv, Komparativ
und Superlativ) Außerdem können sie als Adverb oder als Prädikativ weitgehend
unflektiert vorkommen
, Konjugation
• Nur Verben werden konjugiert
• Ausdruck von Person, Numerus, Tempus, Modus, Genus verbi (aktiv/passiv) → finite
Verben
• Infinitiv, Partizip 1&2 → infinite Formen, können zusammen mit Hilfsverben finite
Eselsbrücheentiv
Formen ausdrücken
• Verben können z.T. in andere Wortarten (Substantiv, Adjektiv) überführt werden
o Diese Form von Wortbildung nennt sich Konversion E
Bestimmen von grammatischen Formen
> genusfest
• Bei Substantiven: Kasus, Numerus, (Genus)
• Bei Adjektiven: Kasus, Numerus, Genus, Komparation positiv Komparativ superlativ)
,
,
• Bei (finiten) Verben: Person, Numerus, Tempus, Modus, Genus verbi (aktiv passiv) ,
Deklination von Substantiven
Stark schwach
N N
① 0 -
0
-
6
-
gemischte Flexion
• Tisch: Der Wortstamm bleibt konstant, nur die Flexionsendungen ändern sich
• Löwe und Mensch haben ein deutlich simpleres Flexionsparadigma; hier enden alle
Formen mit dem FM. Hier liegt die Schwache Flexion bzw. schwache Deklination vor
• Sobald im Flexionsparadigma eine weitere Form (außer Nom. Sg.) eine Nullendung hat,
spricht man von starker Flexion (wie bei Tisch)
• Auge: Im Singular stark und im Plural schwach flektiert. Diese Form nennt man
gemischte Flexion
Deklination von Adjektiven
• Adjektive müssen immer im Kontext zu einem Substantiv betrachtet werden
Mit bestimmtem Artikel
7 schwach flektiert