zur Vorbereitung der Abiturprüfungen
Deutsch
Neben einer Liste von 200 Fragen zu
literarischen Themen, die in
Abiturprüfungen eine Rolle spielen und den
zugehörigen Kernantworten erhältst du am
Ende der Liste noch ein Tool, um sofort eine
ausführliche Lernhilfe zu den Themen zu
erstellen, auf die du dich vertieft
vorbereiten willst.
Dazu habe ich ein Beispiel der Liste
vorangestellt.
1
,Viel Erfolg!
Beispiel unter Einbeziehung der Fragen Nr. 34/109:
"Untersuchen Sie das Motiv des Wahnsinns in
Shakespeares Hamlet"
Hier der mit Hilfe des Tools daraufhin erstellte
Lernhilfetext:
"Das Motiv des Wahnsinns in Shakespeares
"Hamlet" – Eine literarische Analyse"
1. Einleitung
William Shakespeares Hamlet (1600–1601) zählt zu den bedeutendsten
Dramen der Weltliteratur und ist zugleich eines der vielschichtigsten
Werke des elisabethanischen Theaters. Ein zentrales Motiv des Stücks ist
der Wahnsinn, der sich in verschiedenen Facetten durch die gesamte
Handlung zieht. Während Hamlets Wahnsinn oft als taktisches Mittel
interpretiert wird, stellt sich die Frage, ob er im Verlauf der Tragödie
tatsächlich dem Wahnsinn verfällt oder ob seine geistige Verfassung
lediglich eine Inszenierung ist. In dieser Analyse werden die inhaltlichen,
stilistischen, philosophischen, ethischen und historischen Aspekte des
Wahnsinns in Hamlet untersucht.
2. Inhaltliche Analyse
2.1 Zusammenfassung der Handlung
Hamlet erzählt die Geschichte des dänischen Prinzen Hamlet, der durch
den Geist seines toten Vaters erfährt, dass sein Onkel Claudius ihn
ermordet hat, um den Thron zu übernehmen. Hamlet schwört Rache,
kämpft jedoch mit Zweifeln und moralischen Konflikten. Er gibt vor,
wahnsinnig zu sein, um seine wahren Absichten zu verbergen. Dabei
entfremdet er sich von seiner Mutter Gertrude und seiner Geliebten
Ophelia, während sein Verhalten die Aufmerksamkeit Claudius' und
Polonius' erregt. Ophelia zerbricht schließlich an Hamlets vermeintlichem
Wahnsinn und begeht Suizid. Das Drama kulminiert in einem tödlichen
Duell, in dem Hamlet Claudius tötet, aber selbst stirbt.
2.2 Zentrale Themen und Motive
Neben dem Wahnsinn sind Themen wie Rache, Tod, Moral und die Suche
nach Wahrheit zentral für das Drama. Der Wahnsinn dient als Katalysator
für viele dieser Themen und stellt eine existenzielle Reflexion über
2
,menschliche Erkenntnisgrenzen dar. Zudem unterscheidet Shakespeare
zwischen echtem und gespieltem Wahnsinn, wobei Hamlet oft die Grenze
zwischen beiden verwischt.
2.3 Charakteranalyse der Hauptfiguren
Hamlet
Hamlet ist eine ambivalente Figur, die zwischen Klugheit und Zerrissenheit
schwankt. Während er anfangs vorgibt, wahnsinnig zu sein („antic
disposition“), entwickeln sich seine Monologe zunehmend zu einer
introspektiven Selbstanalyse, die Zweifel an seiner geistigen Stabilität
aufkommen lässt.
Ophelia
Ophelia, die unter der Kontrolle ihres Vaters Polonius und ihres Bruders
Laertes steht, zerbricht am Druck der gesellschaftlichen Erwartungen und
an Hamlets Zurückweisung. Ihr tatsächlicher Wahnsinn zeigt sich in wirren
Reden und Liedern, bevor sie sich schließlich ertränkt.
Claudius
Claudius ist ein rational agierender Machthaber, der Hamlet als Bedrohung
wahrnimmt. Er manipuliert die Situation, indem er Hamlet nach England
schickt, um ihn aus dem Weg zu räumen. Seine Schuldgefühle zeigen sich
in seinem Gebet, doch sein pragmatischer Machterhalt steht für ihn im
Vordergrund.
2.4 Erzählstruktur und Spannungsaufbau
Shakespeare nutzt den Wahnsinn als dramaturgisches Mittel, um
Spannung zu erzeugen. Die unklare Grenze zwischen Wahrheit und
Täuschung sorgt für eine permanente Unsicherheit. Zudem steigert sich
Hamlets Verhalten, was sich in seinen Dialogen und Monologen
widerspiegelt.
3. Stilistische Analyse
3.1 Erzählperspektive und ihre Wirkung
Die Handlung wird aus der Perspektive Hamlets vermittelt, was es dem
Publikum erschwert, Wahrheit und Täuschung zu unterscheiden. Die
Monologe („Sein oder Nichtsein“) verstärken diesen introspektiven
Charakter.
3.2 Sprachliche und rhetorische Mittel
Shakespeare nutzt Wortspiele, Doppeldeutigkeiten und Symbolik, um den
Wahnsinn zu betonen. Ophelias Lieder stehen beispielsweise für den
Zerfall ihres Verstandes, während Hamlets ironische Bemerkungen seine
intellektuelle Schärfe trotz seines Verhaltens zeigen.
3.3 Besonderheiten des Satzbaus, der Wortwahl und der
Dialogführung
Hamlets Sprache schwankt zwischen Poesie und Prosatext, was seine
innere Zerrissenheit widerspiegelt. Während er mit Horatio in klarem Ton
spricht, erscheinen seine Dialoge mit Ophelia oder Gertrude oft kryptisch
und irrational.
3.4 Vergleich mit anderen Werken
Der Wahnsinn als literarisches Motiv findet sich auch in Shakespeares
Macbeth (die Halluzinationen des Titelhelden) oder King Lear (der
3
,Wahnsinn des alten Königs). Während jedoch bei King Lear Wahnsinn als
unausweichlicher Verfall dargestellt wird, bleibt Hamlets Wahnsinn
ambivalent.
4. Philosophische Analyse
4.1 Philosophische Konzepte
Das Drama reflektiert existenzialistische und nihilistische Fragestellungen.
Hamlets Zweifel an der Realität spiegeln erkenntnistheoretische
Überlegungen wider.
4.2 Moralische Reflexionen
Hamlets Zögern bei der Rache kann als moralische Frage nach
Gerechtigkeit interpretiert werden. Er hadert mit der Konsequenz seiner
Tat und ob moralisches Handeln überhaupt möglich ist.
4.3 Bezüge zu philosophischen Strömungen
Hamlets Reflexionen weisen Parallelen zu Descartes’ Skeptizismus und
Nietzsches Nihilismus auf. Sein Zweifel an der eigenen Wahrnehmung ist
ein Kernthema der modernen Philosophie.
5. Ethische Fragestellungen
Das Stück wirft Fragen nach Rache und Gerechtigkeit auf. Ist Hamlets
Vorgehen legitim? Wie geht man mit Machtmissbrauch um? Zudem
thematisiert das Drama die Rolle von Frauen in der Gesellschaft und deren
Abhängigkeit von männlichen Autoritäten.
6. Historische und kulturelle Einordnung
Shakespeare schrieb Hamlet in einer Zeit politischer Unsicherheit. Der Tod
von Elisabeth I. stand bevor, und Fragen nach legitimer Herrschaft waren
präsent. Dies spiegelt sich in der dynastischen Unsicherheit des Stücks
wider.
7. Persönliche Bewertung und Fazit
Shakespeares Hamlet bleibt ein zeitloses Meisterwerk. Die psychologische
Tiefe und die philosophischen Fragestellungen machen es auch heute
noch relevant. Die Ambivalenz des Wahnsinns bleibt eine der
faszinierendsten Aspekte der Literaturgeschichte.
8. Zusammenfassung dreier Rezensionen
1. Harold Bloom – Shakespeare: The Invention of the Human
(1998) Bloom betrachtet Hamlet als die komplexeste literarische
Figur, die jemals erschaffen wurde. Er argumentiert, dass Hamlet
mehr über sich selbst reflektiert als jede andere dramatische Figur.
2. A. C. Bradley – Shakespearean Tragedy (1904) Bradley sieht
Hamlet als tragischen Helden, dessen innere Zerrissenheit und
intellektuelle Tiefe ihn von anderen Shakespeare-Charakteren
unterscheidet.
3. Stephen Greenblatt – Will in the World (2004) Greenblatt
betont die historische Dimension und verweist auf die persönliche
Trauer Shakespeares als möglichen Einfluss für Hamlet.
Abiturvorbereitung Deutsch
4
,Nr Aufgabenstellung Lösungsansatz
.
1
Analysieren Sie die Der „Erlkönig“ nutzt u.a.
sprachlichen Mittel in Metaphern („Erlkönig“ als
Goethes „Erlkönig“ und personifizierte Todesgefahr),
erläutern Sie deren Anaphern („Mein Vater, mein
Wirkung. Vater“ zur Betonung der
Angst) und einen Wechsel des
Erzählers zur Steigerung der
Dramatik.
2
Interpretieren Sie die Die Mutter zeigt ambivalente
Rolle der Mutterfigur in Gefühle: Zuneigung und
Kafkas „Die Mitgefühl, aber auch Angst
Verwandlung“. und Distanzierung. Ihre Rolle
verdeutlicht Gregors
zunehmende Entfremdung.
3
Vergleichen Sie das In „Die Räuber“ steht
Thema der Schuld in individuelle Schuld (Karl
Schillers „Die Räuber“ gegen seinen Vater) im
und Dürrenmatts „Der Zentrum, während in „Der
Besuch der alten Dame“. Besuch der alten Dame“
Kollektivschuld (die
Gemeinde) thematisiert wird.
Beide Werke untersuchen
moralische Konsequenzen.
4
Erklären Sie die Das offene Ende spiegelt die
Bedeutung des offenen Unfähigkeit der Gesellschaft
Endes in Frischs wider, Vorurteile zu
5
, „Andorra“. überwinden, und hinterlässt
eine kritische Reflexion über
die Verantwortung des
Einzelnen.
5
Analysieren Sie die Der personale Erzähler
Erzählperspektive in ermöglicht eine intime
Fontanes „Effi Briest“. Einsicht in Effis Gefühlswelt,
wobei gelegentliche
Kommentare des Erzählers
eine distanzierte, kritische
Haltung andeuten.
6
Diskutieren Sie die Farben symbolisieren
Bedeutung der Farben in verschiedene Aspekte: Rot
Brechts „Mutter Courage steht für Blut und Krieg, Grau
und ihre Kinder“. für Resignation. Sie
verstärken Brechts epische
Distanz und seine
Gesellschaftskritik.
7
Erörtern Sie die Katharina wird durch Medien
Darstellung von und Gesellschaft stigmatisiert,
Außenseitertum in Bölls was ihre Isolation verstärkt.
„Die verlorene Ehre der Die Erzählweise betont die
Katharina Blum“. manipulative Macht der
Presse.
8
6