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Zusammenfassung Helsper: Antinomien im Lehrerhandeln

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Helsper- Antinomien im Lehrerhandeln

Einleitung:
Traditionelle Gesellschaften: relativ stabil bleibende Ordnung über die Generationen hinweg.
-> Kinder wuchsen reflexionslos und naturwüchsig über die direkte Teilhabe am Alltagsleben auf.
18.Jh.: Vorstellung einer „Machbarkeit es Menschen“ durch Erziehung
Später: Erziehung muss (weil die Zukunft offen ist) sowohl Erhaltung als auch Verbesserung leisten,
damit die Jugend tüchtig wird, in die bestehende Welt einzutreten und diese zu verbessern. Die
ältere Generation kann nicht mehr unreflektiertes Vorbild der nächsten sein, sondern wir
brauchen Erzogene, die die Fähigkeit zur Transformation haben.

Gegen Reduktion des Menschen auf soziale Brauchbarkeit: „Romantische Pädagogik“ radikalisierte
den Eigenwert des Kindes und sah das Kind nicht mehr als Gegenstand manipulativer Eingriffe an.
-> vorschreibende, bestimmende, eingreifende Lehre/Erziehung (z.B. Unterricht!) wirkt hemmend
und zerstörend
-> Reformpädagogik: Mythos des heiligen Kindes & Pädagogik des Wachsenlassens, d.h. einfach
der Natur ihren Lauf lassen und darauf achten, dass die umgebenden Verhältnisse die Arbeit der
Natur unterstützen
-> Natur des Kindes durch Einfühlung verstehend von innen aufzuschließen

Expansion beruflich-pädagogischer Arbeitsfelder => hier: Entwurf für berufl.-päd. Handeln
Pädagoge als Handwerker/Techniker (entspricht Idee von Machbarkeit des Menschen)
-> Logik sicherer pädagogischer Handgriffe
Pädagoge als Gärtner
-> Pädagoge hält im Wissen um die Gesetzmäßigkeiten des natürlichen, kindlichen Wachstums
schädliche Einflüsse fern und verstärkt diese (auch mit sicheren Handgriffen)
!!! Es gibt in der Moderne keine verbindliche Technologie des Pädagogischen!

Nicht-normative Handlungstheorie =Reflexive Wirkungen, die zu neuen Erfahrungen, Nachdenken
und Selber-Handeln anregen, können nur durch Aufforderungen zur Selbsttätigkeit ‚bewirkt‘, aber
niemals unmittelbar oder direkt herbeigeführt/veranlasst/erzeugt werden.
- Man kann seine Intention nicht durch eine eindeutig kontrollierte Handlung umsetzen
- die Wirkung wird umso ungewisser, je umfassender die beabsichtigte Wirkung ist und je
weiter sich der zeitliche Rahmen erstreckt
- „Pädagogisches Produkt“ ist nie fertig, d.h. Prozess ist immer unvollendet

Strukturelles Technologiedefizit pädagogischen Handelns
- Vermittlungsprozesse sind komplex, nicht technologisierbar und deshalb ungewiss
- Pädagogisches Handeln ist antinomisch: Der Pädagoge muss mit Veränderungsabsichten
handeln, ohne über Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge verfügen zu können. Ungewollte
Nebenwirkungen sind meist nicht vorhersehbar.
- Der Pädagoge verfügt über wissenschaftliches Regelwissen, aber kann es nicht einfach zur
Anwendung bringen.
- Pädagogen stehen unter Handlungs- und Entscheidungsdruck, bei gleichzeitig bestehender
Begründungs- und Legimitationsverpflichtung.
 Pädagoge kann (in der Moderne) weder „Handwerker“ noch „Gärtner“ sein

Autonomie vs. Zwang:
- Man muss die SuS unter Zwang dazu befähigen, dass sie sich ihrer Freiheit bedienen
- Zwang:
o Gesetze, soziale Regelwerke und Normen beeinflussen pädagogisches Handeln
o In der Moderne entstehen Freiheiten und dennoch muss man seine Freiheit zum
Zwecke des Selbsterhalts eigenverantwortlich gebrauchen
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