Wertschöpfung
in Anlehnung an die Vorlesungsunterlagen von H. Baum
DHBW Mosbach
SoSe2016
Auch für andere Jahrgänge relevant
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1. Produktionswirtschaft
1.1. Logistik – Begriff
Logistik und die Materialwirtschaft umfassen alle Vorgänge der Fertigung und ist für deren
Abwicklung zuständig. Dazu gehört u.a. der Wareneinkauf (Preisverhandlung / Qualität), die
Disposition (Planung Einkaufsmengen / Lieferdatum), der Wareneingang und –ausgang sowie
der Warenabgang an den Kunden.
1.2. Produktionswirtschaftliche Ziele
Produktionsprozesse werden durchgeführt um Erzeugnisse herzustellen und Bedürfnisse zu
befriedigen. Es gilt: Bedürfnisse Wünsche Bedarf Nachfrage Kundenauftrag
Produktionsauftrag.
Das Ziel lässt sich nach Maximal- oder Minimalprinzip unterteilen: Beim Maximalprinzip wird
mit einer gegebenen Menge an Ressourcen der maximale Output erreicht, beim
Minimalprinzip eine vorgegebene Menge mit dem minimalsten Aufwand erreicht. Weitere Ziele
sind der Zwang zum Wirtschaften (sparsamer Umgang mit Ressourcen), die
Konkurrenzfähigkeit und die Maximierung des Profits. Bei letzterem ist die Höhe des Umsatzes
nicht zwangsläufig maßgebend.
Wichtige Faktoren sind Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität.
𝑂𝑢𝑡𝑝𝑢𝑡 𝑤𝑒𝑟𝑡𝑚äß𝑖𝑔𝑒𝑟 𝑂𝑢𝑡𝑝𝑢𝑡
Produktivität: 𝑚𝑒𝑛𝑔𝑒𝑛𝑚äß𝑖𝑔𝑒𝑟 𝐼𝑛𝑝𝑢𝑡 Wirtschaftlichkeit: 𝑤𝑒𝑟𝑡𝑚äß𝑖𝑔𝑒𝑟 𝐼𝑛𝑝𝑢𝑡
Rentabilität:
𝐺𝑒𝑤𝑖𝑛𝑛
𝑥100 = 𝐸𝑟𝑔𝑒𝑏𝑛𝑖𝑠 𝑖𝑛 𝑃𝑟𝑜𝑧𝑒𝑛𝑡
𝑒𝑖𝑛𝑔𝑒𝑠𝑒𝑡𝑧𝑡𝑒𝑠 𝐾𝑎𝑝𝑖𝑡𝑎𝑙
1.3. Arten von Produktivität
Arbeitsproduktivität 𝑈𝑚𝑠𝑎𝑡𝑧⁄𝐴𝑟𝑏𝑒𝑖𝑡𝑠𝑧𝑒𝑖𝑡
𝐴𝑟𝑏𝑒𝑖𝑡𝑠𝑧𝑒𝑖𝑡 = 𝑀𝑖𝑡𝑎𝑟𝑏𝑒𝑖𝑡𝑒𝑟⁄𝑆𝑡𝑢𝑛𝑑𝑒𝑛
Betriebsproduktivität 𝑈𝑚𝑠𝑎𝑡𝑧⁄𝐵𝑒𝑡𝑟𝑖𝑒𝑏𝑠𝑚𝑖𝑡𝑡𝑒𝑙
Werkstoffproduktivität 𝑈𝑚𝑠𝑎𝑡𝑧⁄𝐵𝑒𝑡𝑟𝑖𝑒𝑏𝑠𝑚𝑖𝑡𝑡𝑒𝑙
Nicht relevant sind Kapitalrentabilität, Vermögensrentabilität, Umsatzrentabilität.
1.4. Einflussfaktoren
Einfluss auf Output = Umsatz
Einfluss auf Input = Arbeitskräfte / Material / Betriebsmittel (z.B. Gebäude, PCs)
o Leistungsfähigkeit/-bereitschaft der Mitarbeiter (Aufgabe Personalentwicklung)
o Werkstoffeigenschaften
o Leistungsfähigkeit der Betriebsmittel
o Kapazität
Einfluss auf Throughput (Durchfluss) = Leitung, Planung, Organisation, Kontrolle
o Arbeitsvorbereitung
o Ausnutzung der Kapazität
o Arbeitsorganisation
o Durchlaufzeiten
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1.5. Ergebnis der Einflussfaktoren für Logistik und Materialwirtschaft
Beschaffung:
Kostenoptimierte Beschaffung
Erforderliche Qualität der Einsatzmaterialien (nicht mehr als Kunde braucht, aber auch nicht
weniger)
Minimierung der Lagerkosten
Produktionsvorbereitung:
Technische und organisatorische Planung
Schnelle und qualifizierte Auftragsbearbeitung
Bedarfsermittlung aller Einsatzmittel
Produktion:
Erforderliche Qualität der Endprodukte
Zeitgerechte Abwicklung / Durchlaufzeiten
Kostensenkung
Arbeitssicherheit
1.6. Zeitziele Kostenziele
Senkung der Rüstzeit und Rüstkosten:
Rüstzeiten: Minimierung der Verlustzeiten / Leerkosten und Verlust an Deckungs-beiträgen
Rüstkosten: Minimierung des Einsatzes an Lohn-, Material- und Werkzeugkosten
Nur geringe Produktwechsel und wenn, dann schneller Ablauf
Rüsten = Umbau Produkt A auf Produkt B
Rüstzeit = keine oder sehr geringe Produktion
Senkung der Lagerkosten:
Lagerkosten: FE und UFE
Zinskosten
Versicherungskosten
Qualitätsminderung
Kosten der Lagerverwaltung (Personal, Strom, Lagerraum etc.)
Vermeidung von Terminweichungen und den daraus resultierenden Kosten
Skontoverlust,
Verlust der Ware
Verlust des Kunden
Strafen
Höhere Transportkosten bei mehrfacher Lieferung
Schadensersatz
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1.7. Typisierung der Produktionsprozesse
A) Fertigungsgrad
Rohstoffe: Eisen, Holz, Sand, Früchte etc.
Halbzeug: Bleche, Profilstahl, Mischungen etc.
Halbfabrikat: vorgefertigte Teile (z.B. Automobil, Fertighäuser)
Fertigteile: für den Konsumenten
Mischformen: z.B. Frucht als Endprodukt, Halbfabrikat und Rohstoff
B) Produktionstyp
Einzelfertigung (Einmal-/Wiederholfertigung)
Mehrfachfertigung (Sortenvarianten-/Serien-/Massenfertigung)
Serienfertigung ist schnell und billig / Einsparen von Rüstzeit und -kosten
C) Proportionalität und Parallelität
sind Voraussetzung für eine rhythmische und kontinuierliche Produktion
Beispiel Proportionalität: Die Leistungsfähigkeit nachfolgender Maschinen bzw.
Produktionsschritte sollte aufsteigend sein, sodass bei Ausfall eines Schrittes nachfolgende
Schritte noch weiter produzieren können
Parallelität = gleichzeitige Produktion von Komponenten zur schnelleren Abwicklung des
Endprozesses
D) Flexibilität
Quantitative Flexibilität (Anpassung an Mengenveränderungen, z.B. Menge der Kredite und
Kundenverhalten)
Qualitative Flexibilität (Anpassung an Produktveränderungen)
In der Regel beides notwendig
E) Grad der Mechanisierung / Automatisierung
Handarbeit
Mechanisierung
Maschinisierung
Teilautomatisierung
Vollautomatisierung
Absteigend steigt die Höhe der Investition, aufsteigend steigt die Höhe der Flexibilität.
F) Fertigungstiefe (ggf. Outsourcing)
G) Art der Produktion
Auftrags-/Bestellproduktion
Vorrats-/Lagerproduktion (Nachteil: Risiko des Nicht-Verkaufs)
Mischformen
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2. Dienstleistung
Eine Dienstleistung ist ein Realgut mit immateriellem Charakter. Zu den typischen
Dienstleistungsbetrieben zählt Handel, Banken, Versicherungen, Werbeagenturen, Anwälte,
Verkehrsbetriebe, Gesundheitswesen, Sportverbände und IT-Dienste. Bei Beratungen und
Planungen werden in fast allen Betrieben Dienstleistungen erzeugt.
Merkmale:
Immaterielles Leistungsversprechen
Immaterielle Leistung
Existenz eines externen Faktors (Bsp. Anlagebetrag, Adresse für Post-Zustellung)
Externe Dienstleistungen gehören zu unterschiedlichen Organisationen, interne
Dienstleistungen gehören zur selben Organisation.
Potenzialorientierte Dienstleistung:
Instandhaltung
Personalwesen
Qualitätssicherung
Programmierung
Rechtsfragen
Prozessorientierte Dienstleistung:
Produktionsplanung /-steuerung
Controlling (Unterstützung Unternehmenssteuerung und Blick in die Zukunft)
Qualitätssicherung
Produktorientierte Dienstleistung:
Erzeugnis-/ Prozessentwicklung
Konstruktion
Arbeitsplanung
Qualitätssicherung
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