Friedrich von Hausen
I Diu süezen wort, diu habent mir getân,
diu ir die besten algemeine
sprechent, daz ich nien kan
gedenken wan an si alterseine.
5 ander mîn angest, der ist kleine,
wan den ich von ir hân.
got weiz wol, daz ich nie gewan
in al der werlte sô liebe enkeine.
des sol si mich geniezen lân.
II Swes got an güete unde an getât
noch ie dekeiner frouwen gunde,
des gihe ich ime, daz er daz hât
an ir geworht, als er wol kunde.
5 waz danne, unde arnez under stunde –
mîn herze es dicke hôhe stât.
noch möht ez allez werden rât,
wolden si die grôzen wunde
erbarmen, die si an mir begât.
III Swes got an frouwen †aller tagen†,
des enkan mir an ir nieman gemêren,
wan als ich ir muoz mîn angest sagen,
daz kan si leider wol verkêren.
5 ein herte herze kan si’z lêren,
daz alsô lîhte mac vertragen
sô grôzez wüefen und klagen,
daz ich lîde umb ir hulde mit sêren,
daz ich niemer mac getragen.
Übersetzungshilfen: I,5f.: ander mîn angest, der ist kleine,/ wan den ..., Ich habe sonst keine (größere) Angst /
Besorgnis, bis auf die, die ich ...; II,3: gihe = 1. Pers. Sgl. Präs. Ind. von jehen, einem etwas
zugestehen; II,5: Was soll’s, wenn es (= das Herz) bisweilen dafür büßen muss; III,1: aller
tagen = der Text ist nicht sinnvoll (= korrupt überliefert), hier bleibt darüber nachzudenken,
was stattdessen an der Stelle hätte stehen können; III,3: wan als ich, aber ebenso muss ich.
Text: LDM: C Hausen 8-10 (https://www.ldm-digital.de/show.php?au=Hausen&hs=C&lid=2552).
I Diu süezen wort, diu habent mir getân,
diu ir die besten algemeine
sprechent, daz ich nien kan
gedenken wan an si alterseine.
5 ander mîn angest, der ist kleine,
wan den ich von ir hân.
got weiz wol, daz ich nie gewan
in al der werlte sô liebe enkeine.
des sol si mich geniezen lân.
II Swes got an güete unde an getât
noch ie dekeiner frouwen gunde,
des gihe ich ime, daz er daz hât
an ir geworht, als er wol kunde.
5 waz danne, unde arnez under stunde –
mîn herze es dicke hôhe stât.
noch möht ez allez werden rât,
wolden si die grôzen wunde
erbarmen, die si an mir begât.
III Swes got an frouwen †aller tagen†,
des enkan mir an ir nieman gemêren,
wan als ich ir muoz mîn angest sagen,
daz kan si leider wol verkêren.
5 ein herte herze kan si’z lêren,
daz alsô lîhte mac vertragen
sô grôzez wüefen und klagen,
daz ich lîde umb ir hulde mit sêren,
daz ich niemer mac getragen.
Übersetzungshilfen: I,5f.: ander mîn angest, der ist kleine,/ wan den ..., Ich habe sonst keine (größere) Angst /
Besorgnis, bis auf die, die ich ...; II,3: gihe = 1. Pers. Sgl. Präs. Ind. von jehen, einem etwas
zugestehen; II,5: Was soll’s, wenn es (= das Herz) bisweilen dafür büßen muss; III,1: aller
tagen = der Text ist nicht sinnvoll (= korrupt überliefert), hier bleibt darüber nachzudenken,
was stattdessen an der Stelle hätte stehen können; III,3: wan als ich, aber ebenso muss ich.
Text: LDM: C Hausen 8-10 (https://www.ldm-digital.de/show.php?au=Hausen&hs=C&lid=2552).