1. Soziale Einstellungen
1.1 Merkmale sozialer Einstellungen
MERKMALE SOZIALER EINSTELLUNGEN
Objektbezug Einstellungen sind objektbezogen. Einstellungsobjekte können
Personen, Einrichtungen, Gegenstände oder Sachverhalte sein.
Einstellungen sind relativ lang andauernd. Eine erworbene
Dauerhaftigkeit Einstellung hat die Tendenz, nicht nur einmal gezeigt, sondern
über einen langen Zeitraum beibehalten zu werden.
(Einstellungen sind dauerhafter, wenn viele weitere Einstellungen
an ihnen dranhängen)
Einstellungen sind erworben. Sie sind nicht angeboren, sondern
Erworbenheit werden im Laufe des Lebens erlernt (=Lernprozesse). Ihre
Entstehung und Änderung lässt sich mit Hilfe von
Einstellunsgtheorien erklären
Hypothetisches Konstrukt: Einstellung ist ein hypothetisches Konstrukt, das nur indirekt über das
Verhalten erschlossen werden kann.
Systemstruktur: Drei-Komponenten-Ansatz & verschiedene Einstellungen hängen miteinander
zusammen.
1.2 Einstellungssysteme
EINSTELLUNGEN ALS SYSTEM
1.2.1 Drei-komponenten-Ansatz
Der Einstellungsgegenstand wird in ganz bestimmter Weise
wahrgenommen und mit Eigenschaften versehen. Äußerung in:
Kognitive Komponente
o Wahrnehmung, Wissen, Meinung, Vorstellung, Überzeugung,
Glauben
einer Person in Bezug auf das Einstellungsobjekt.
Der Einstellungsgegenstand wird mehr oder weniger positiv
Affektive Komponente bewertet. Die affektive Komponente bezieht sich also auf die
Empfindungen einer Person, die mit dem Objekt verbunden sind.
(Emotionale Bewertung)
Man hegt gegenüber dem Einstellungsgegenstand bestimmte
Konative Komponente Handlungstendenzen und Verhaltensintentionen.
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1.2.2 Systemcharakter
Systemcharakter von Einstellungen oder Einstellungssystem bezeichnet man sowohl die Beziehung
der Einstellungskomponenten untereinander als auch den Zusammenhang von verschiedenen
Einstellungen.
1.3 Bedeutsamkeit sozialer Einstellungen
BEDEUTSAMKEIT SOZIALER EINSTELLUNGEN
Zentrale Einstellung Periphere Einstellung
Situationsabhängigkeit situationsunabhängig situationsabhängig
Steuerung des Verhaltens massiv kaum bis gar nicht
Änderung widerstandsfähig leicht veränderbar
Ich-Beteiligung hoch (hohes Engagement) gering bis nicht vorhanden
1.4 Soziale Einstellungen & Verhalten (Ajzen)
SOZIALE EINSTELLUNGEN & VERHALTEN
o Menschen verhalten sich nicht immer entsprechend ihrer Ansichten/ Einstellungen
o Wesentlicher Grund für die fehlende Übereinstimmung von sozialen Einstellungen und
Verhalten stellt der situative Kontext dar (soziale Normen, Bedürfnisse, Gewohnheiten,
Verstärkungserwartungen, bestimmte Persönlichkeitsmerkmale, …)
o Modell Verhaltensabsichten/ -intentionen nach Ajzen:
1 Einstellung zum Verhalten (positive oder negative Bewertung des eigenen Verhaltens)
2 Subjektive Normen (was halten meine Freunde davon)
3 Subjektive Kontrolle über das Verhalten (bewusste Verhaltenskontrolle/ verfüge ich
über den nötigen Handlungsspielraum; bspw. Fähigkeiten, Ressourcen, Willensstärke,
Gefühle, Zeit, Geld, …)
➔ Diese 3 Faktoren können sich wechselseitig beeinflussen und nehmen Einfluss auf die
Verhaltensabsicht und letztlich das konkrete Verhalten.