Menschen mit Demenz
begleiten
Stadieneinteilung
Diagnostik & Therapie
Validation
LB I.34 PFLEGE VON MENSCHEN MIT DEMENZ KATHARINA HARTMANN
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Einführung
Unter Demenz versteht man ein Syndrom aus einer erworbenen Störung von
Gedächtnisfunktionen sowie weiteren kognitiven Einbußen und Verhaltensdefiziten.
[zB. Reduzierung von sozialen Kontakten, Bewegungsdrang]
Die kognitiven Beeinträchtigungen, die je nach zu Grunde liegender Ursache
progredient [gleichmäßig abbauend] gleichbleibend oder reversibel
[umkehrbar/behebbar] sein können, dürfen nicht nur im Rahmen eines Delirs auftreten
und müssen so stark ausgeprägt sein, dass sie sich in einer reduzierten Alltagskompetenz
niederschlagen. Für spezifische Demenzformen im Rahmen unterschiedlicher Ätiologien
sind spezielle Diagnosekriterien zu beachten.
Diagnostikverfahren bei Demenz
Die Diagnosestellung einer Demenz erfolgt entweder durch den behandelnden
Hausarzt/-ärztin ebenso wie durch einen Facharzt/-ärztin für Neurologie und Psychiatrie.
Es gibt auch sogenannte Gedächtnisambulanzen, die an der Diagnosestellung teilhaben
können.
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Um zu einer genauen und
sicheren Diagnose zu kommen wird
zunächst eine ausführliche Anamnese
des betroffenen Patienten erhoben.
Sollte dieser dazu nicht mehr in der
Lage sein, ist auch eine Fremdanamnese
durch zB. nahe Angehörige möglich.
Dabei sollten sämtlichen Faktoren
berücksichtigt werden. Unter anderem
die aktuelle soziale Situation, relevante
Vorerkrankungen aber auch eventuell wichtige Ereignisse aus vergangenen Lebensjahren.
Es wird ein aktueller körperlicher
Gesundheitszustand erhoben mit
anschließenden Blutuntersuchungen.
Ein essenzieller Bestandteil in der
Diagnostik ist das Prüfen der geistigen
Leistungsfähigkeit und der psychischen
Befindlichkeit des Betroffenen. Gern werden
dabei verschiedene Test genutzt um
beispielsweise das Erinnerungsvermögen
bezüglich des Kurzzeitgedächtnisses zu
prüfen. Häufig findet man den Mini-Mental-
Test nach Folstein, den Uhrentest, das
DemTect Testverfahren oder den MoCa-Test
[Montreal-Cognitive-Assessment-Test].
Zur weiteren Abklärung neurologischer
Prozesse oder Veränderungen im Gehirn
werden unter anderem auch CT oder MRT
Untersuchungen, gegebenenfalls sogar ein
PET-CT veranlasst.
Ebenso können die Ergebnisse von Liqoruntersuchungen aufschlussreich sein in
Bezug auf Amyloid, Tau-Protein und Phospho-Tau-Protein. Diese Werte stellen
biochemische Marker für die Alzheimer Erkrankung dar und sind insbesondere in noch
frühen Stadien dieser Demenzerkrankung erhöht.
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