Inhalt
0. Einführung ......................................................................................................................................3
Mündlichkeit & Schriftlichkeit .........................................................................................................4
Das Alphabet...............................................................................................................................5
Buchstabenerschließung .............................................................................................................6
Kompetenz......................................................................................................................................6
Etappen des Schriftspracherwerbs ..................................................................................................9
Entwicklungsmodelle des SSE ........................................................................................................ 10
Einflussfaktoren / Vorläuferfähigkeiten.......................................................................................... 14
Externale Faktoren .................................................................................................................... 14
Internale Faktoren ..................................................................................................................... 18
Lexikon ...................................................................................................................................... 25
Besonderheiten unserer Schriftsprache ......................................................................................... 28
Heterogenität - die Schüler ........................................................................................................... 29
1. Lesen ............................................................................................................................................ 31
Was ist Lesen ............................................................................................................................ 31
Lesekompetenz ......................................................................................................................... 31
Wie unser Gehirn Lesen lernt .................................................................................................... 32
Zwei-Wege-Modell des Lesens .................................................................................................. 33
Teilkompetenzen beim Lesen..................................................................................................... 40
Ansätze des Erstleseunterrichts ................................................................................................. 41
Lesetraining / Leseförderung ..................................................................................................... 47
Diagnose ................................................................................................................................... 57
2. Schreiben ...................................................................................................................................... 63
Zentrale Prinzipien der Schreibung ............................................................................................ 63
Zwei Wege Modell des Schreibens............................................................................................. 66
Schulschrift und Schreibenlernen .................................................................................................. 67
Schreibmotorik.......................................................................................................................... 73
3. Methodisch-didaktische Konzepte ................................................................................................. 74
Fibel-Lehrgänge............................................................................................................................. 77
Fibeln ........................................................................................................................................ 83
Lesen durch Schreiben .................................................................................................................. 86
Spracherfahrungsansatz ................................................................................................................ 87
Anlauttabellen........................................................................................................................... 97
Silbenanalytischer Ansatz ............................................................................................................ 100
Ergebnisse Forschung .............................................................................................................. 111
,4. Diagnostik und Förderung ........................................................................................................... 113
Diagnostik ................................................................................................................................... 114
Individueller Förderplan .......................................................................................................... 131
Förderung ................................................................................................................................... 134
Leseförderung /-diagnose........................................................................................................ 140
(Recht)Schreibförderung ......................................................................................................... 145
Fehler und Störungen .................................................................................................................. 150
Fehler...................................................................................................................................... 150
Lese-Rechtschreibstörung ....................................................................................................... 153
Lehrplan ......................................................................................................................................... 160
Beispiele ..................................................................................................................................... 160
Auer Fibel ................................................................................................................................... 163
,0. Einführung
„Die guten Leutchen wissen nicht, was es einem an Zeit und Mühe kostet, um lesen zu lernen. Ich
habe achtzig Jahre dafür gebraucht und kann auch jetzt nicht sagen, dass ich am Ziel wäre.“ (Johann
Wolfgang von Goethe 1830)
Nach einer Studie an einer englischen Universität ist es egal, in welcher Reihenfolge die Buchstaben
in einem Wort stehen, das einzig wichtige dabei ist, dass der erste und letzte Buchstabe am richtigen
Platz sind.
-> geht auch wenn man bestimmte Buchstaben durch Zahlen ersetzt -> „D45 G3HT J4 W1RKL1CH!“
Schründer-Lenzen 2013
In den verschiedenen Theorien zur Erklärung und Analyse des Lese- und Schreibprozesses wird immer
wieder auf drei Ebenen Bezug genommen:
1. die Ebene der Worterkennung und Wortschreibung
2. die Ebene der syntaktischen und semantischen Rezeption von Wortfolgen auf Satz- und Textebene
und die Produktion von orthographisch korrekten Schreibungen.
3. die Ebene der Makrostruktur von Texten, die sich dem Leser nur erschließt, wenn er formale und
inhaltliche Strukturen sowie den ggf. vorhandenen verborgenen Gehalt (latente Sinnstrukturen) eines
Textes erfassen kann bzw. in der Lage ist, einen kohärenten, adressaten- und situationsangemessenen
Text zu produzieren.
Warum sprechen wir eigentlich von Schriftspracherwerb?
1. Lesen und Schreiben sollten nicht getrennt voneinander betrachtet und unterrichtet werden, da sie
sich gegenseitig beeinflussen und fördern.
2. Lesen und Schreiben sind mehr als funktionale Kulturtechniken. Inhalte und Funktionen müssen
bereits als wesentliche Elemente ihres Erwerbs gesehen werden.
3. Erstlesen und -schreiben sowie Anfangsunterricht suggerieren, dass Kinder hier zum ersten Mal mit
Schrift in Kontakt treten. Der Schulanfang ist aber keine Stunde Null fürs Lesen und Schreiben!
4. Schriftspracherwerb und Spracherwerb unterscheiden sich. Für beide konnten aber typische
Entwicklungsverläufe ausgemacht werden, die einer aktiven, individuellen Denkentwicklung folgen
und des halb als Erwerb bezeichnet werden.
- Bis in die 1980er „Erstlesen und -schreiben“ oder „Anfangsunterricht im Schreiben und Lesen“
- Lesen- und Schreibenlernen sind in einer engen, nicht trennbaren Beziehung zu interpretieren
(Hartinger 2009)
Lehrplan
- „Der Schriftspracherwerb der Eingangsstufe bildet keinen gesonderten Kompetenzbereich. Im
Lehrplan sind die zugehörigen Kompetenzerwartungen in verschiedenen Bereichen (Schreiben, Lesen
– mit Texten und weiteren Medien umgehen sowie im Bereich Sprachgebrauch und Sprache
untersuchen und reflektieren) aufgeführt, auch wenn Schriftspracherwerb immer in enger
Verbindung von Lesen und Schreiben stattfindet.“
Welche Prozesse und Konzepte kann man für das eigene Lesen und Schreiben durch Metareflexion
entdecken, und welche ersten Überlegungen für die Didaktik des Schriftspracherwerbs ergeben sich
, daraus?
Kompetente Leser sowie Schreiber …
… können Texte mit vertauschen Buchstaben im Wortinneren sowie formähnlichen Ziffern statt
Buchstaben lesen, wenn der Inhalt des Textes leicht verständlich ist
➢ Wörter werden nicht als Bilder abgespeichert, sondern als semantische Informationen, die
Wortformen mit besonderen Auffälligkeiten zugeordnet werden
… greifen bei komplexen, v.a. auch unbekannten, langen Wörtern auf Elemente unterhalb der
Wortebene zurück, um etwas lesen zu können
➢ Das Erlesen von Wörtern durch Synthese von Einzelgraphemen bzw. -phonemen und v.a.
Einzelsilben ist ein wichtiges Element von Lesekompetenz
… greifen bei Unsicherheiten bei der Wortschreibung auf einmal gelernte Regeln und Strategien
sowie die visuelle Vorstellung von Wortgestalten zurück
➢ Vor allem Strategien mit den dahinter liegenden Regelhaftigkeiten der deutschen Schriftsprache
sollten Kindern an die Hand gegeben und immer wieder gemeinsam angewendet und reflektiert
werden. Daneben spielen aber auch Arbeitstechniken wie das strukturierte Abschreiben eine
Rolle, die einen weiteren wichtigen Kanal zum Orthographieerwerb darstellen.
… dekodieren Texte in der erworbenen Schriftsprache zunehmend schneller und leichter
➢ dies muss bewusst und in vielen und motivierenden Situationen geübt werden
… rekodieren Texte in der erworbenen Sprache weiterhin, wenn auch unbewusst, da das Gelesene
auch immer lautlich repräsentiert bleibt (inneres Mitlesen)
➢ das laute Lesen ist eine wichtige Seite des Lesens, die gefördert werden soll, weil sie über die
prosodischen Bestandteile der Sprache (die Betonung) auch Hilfe des Verstehens ist. Zum lauten
Vorlesen darf aber kein Kind gezwungen werden!
… antizipieren von Inhalten in Texten weist auf einen breiten Wortschatz und gefüllte innere Lexika
hin, die uns das Verstehen von Texten – erleichtern.
Mündlichkeit & Schriftlichkeit
Zusammenhang von gesprochener und geschriebener Sprache
- Die Schriftsprache hat eine Lautebene (akustisch) und eine Schriftebene (visuell)
- In der deutschen Sprache ist die Laut-Buchstaben-Zuordnung nicht eindeutig.
-> besser formuliert: Die Phonem Graphem-Korrespondenzen sind nicht eindeutig.
=> die Schrift ist keine Abbildung der Lautung
-> Vorstellung durch „Schriftbrille“ kompetenter Schriftsprachler beeinflusst, die notwendiges
Wissen bereits erworben haben
=> Schrift ist eine Abbildung von Grammatik
Vom Lesen zum Schreiben
- Kompetente Schriftsprachler haben ca. 50000 Wörter in ihrer L1 im Kopf gespeichert
- Woher weiß ich, wie ein Wort gesprochen / gelesen wird?
* In offenen Vollsilben (Tu-, Na- etc.) wird der Vokal lang und gespannt gesprochen
➔ sanfter Silbenschnitt
0. Einführung ......................................................................................................................................3
Mündlichkeit & Schriftlichkeit .........................................................................................................4
Das Alphabet...............................................................................................................................5
Buchstabenerschließung .............................................................................................................6
Kompetenz......................................................................................................................................6
Etappen des Schriftspracherwerbs ..................................................................................................9
Entwicklungsmodelle des SSE ........................................................................................................ 10
Einflussfaktoren / Vorläuferfähigkeiten.......................................................................................... 14
Externale Faktoren .................................................................................................................... 14
Internale Faktoren ..................................................................................................................... 18
Lexikon ...................................................................................................................................... 25
Besonderheiten unserer Schriftsprache ......................................................................................... 28
Heterogenität - die Schüler ........................................................................................................... 29
1. Lesen ............................................................................................................................................ 31
Was ist Lesen ............................................................................................................................ 31
Lesekompetenz ......................................................................................................................... 31
Wie unser Gehirn Lesen lernt .................................................................................................... 32
Zwei-Wege-Modell des Lesens .................................................................................................. 33
Teilkompetenzen beim Lesen..................................................................................................... 40
Ansätze des Erstleseunterrichts ................................................................................................. 41
Lesetraining / Leseförderung ..................................................................................................... 47
Diagnose ................................................................................................................................... 57
2. Schreiben ...................................................................................................................................... 63
Zentrale Prinzipien der Schreibung ............................................................................................ 63
Zwei Wege Modell des Schreibens............................................................................................. 66
Schulschrift und Schreibenlernen .................................................................................................. 67
Schreibmotorik.......................................................................................................................... 73
3. Methodisch-didaktische Konzepte ................................................................................................. 74
Fibel-Lehrgänge............................................................................................................................. 77
Fibeln ........................................................................................................................................ 83
Lesen durch Schreiben .................................................................................................................. 86
Spracherfahrungsansatz ................................................................................................................ 87
Anlauttabellen........................................................................................................................... 97
Silbenanalytischer Ansatz ............................................................................................................ 100
Ergebnisse Forschung .............................................................................................................. 111
,4. Diagnostik und Förderung ........................................................................................................... 113
Diagnostik ................................................................................................................................... 114
Individueller Förderplan .......................................................................................................... 131
Förderung ................................................................................................................................... 134
Leseförderung /-diagnose........................................................................................................ 140
(Recht)Schreibförderung ......................................................................................................... 145
Fehler und Störungen .................................................................................................................. 150
Fehler...................................................................................................................................... 150
Lese-Rechtschreibstörung ....................................................................................................... 153
Lehrplan ......................................................................................................................................... 160
Beispiele ..................................................................................................................................... 160
Auer Fibel ................................................................................................................................... 163
,0. Einführung
„Die guten Leutchen wissen nicht, was es einem an Zeit und Mühe kostet, um lesen zu lernen. Ich
habe achtzig Jahre dafür gebraucht und kann auch jetzt nicht sagen, dass ich am Ziel wäre.“ (Johann
Wolfgang von Goethe 1830)
Nach einer Studie an einer englischen Universität ist es egal, in welcher Reihenfolge die Buchstaben
in einem Wort stehen, das einzig wichtige dabei ist, dass der erste und letzte Buchstabe am richtigen
Platz sind.
-> geht auch wenn man bestimmte Buchstaben durch Zahlen ersetzt -> „D45 G3HT J4 W1RKL1CH!“
Schründer-Lenzen 2013
In den verschiedenen Theorien zur Erklärung und Analyse des Lese- und Schreibprozesses wird immer
wieder auf drei Ebenen Bezug genommen:
1. die Ebene der Worterkennung und Wortschreibung
2. die Ebene der syntaktischen und semantischen Rezeption von Wortfolgen auf Satz- und Textebene
und die Produktion von orthographisch korrekten Schreibungen.
3. die Ebene der Makrostruktur von Texten, die sich dem Leser nur erschließt, wenn er formale und
inhaltliche Strukturen sowie den ggf. vorhandenen verborgenen Gehalt (latente Sinnstrukturen) eines
Textes erfassen kann bzw. in der Lage ist, einen kohärenten, adressaten- und situationsangemessenen
Text zu produzieren.
Warum sprechen wir eigentlich von Schriftspracherwerb?
1. Lesen und Schreiben sollten nicht getrennt voneinander betrachtet und unterrichtet werden, da sie
sich gegenseitig beeinflussen und fördern.
2. Lesen und Schreiben sind mehr als funktionale Kulturtechniken. Inhalte und Funktionen müssen
bereits als wesentliche Elemente ihres Erwerbs gesehen werden.
3. Erstlesen und -schreiben sowie Anfangsunterricht suggerieren, dass Kinder hier zum ersten Mal mit
Schrift in Kontakt treten. Der Schulanfang ist aber keine Stunde Null fürs Lesen und Schreiben!
4. Schriftspracherwerb und Spracherwerb unterscheiden sich. Für beide konnten aber typische
Entwicklungsverläufe ausgemacht werden, die einer aktiven, individuellen Denkentwicklung folgen
und des halb als Erwerb bezeichnet werden.
- Bis in die 1980er „Erstlesen und -schreiben“ oder „Anfangsunterricht im Schreiben und Lesen“
- Lesen- und Schreibenlernen sind in einer engen, nicht trennbaren Beziehung zu interpretieren
(Hartinger 2009)
Lehrplan
- „Der Schriftspracherwerb der Eingangsstufe bildet keinen gesonderten Kompetenzbereich. Im
Lehrplan sind die zugehörigen Kompetenzerwartungen in verschiedenen Bereichen (Schreiben, Lesen
– mit Texten und weiteren Medien umgehen sowie im Bereich Sprachgebrauch und Sprache
untersuchen und reflektieren) aufgeführt, auch wenn Schriftspracherwerb immer in enger
Verbindung von Lesen und Schreiben stattfindet.“
Welche Prozesse und Konzepte kann man für das eigene Lesen und Schreiben durch Metareflexion
entdecken, und welche ersten Überlegungen für die Didaktik des Schriftspracherwerbs ergeben sich
, daraus?
Kompetente Leser sowie Schreiber …
… können Texte mit vertauschen Buchstaben im Wortinneren sowie formähnlichen Ziffern statt
Buchstaben lesen, wenn der Inhalt des Textes leicht verständlich ist
➢ Wörter werden nicht als Bilder abgespeichert, sondern als semantische Informationen, die
Wortformen mit besonderen Auffälligkeiten zugeordnet werden
… greifen bei komplexen, v.a. auch unbekannten, langen Wörtern auf Elemente unterhalb der
Wortebene zurück, um etwas lesen zu können
➢ Das Erlesen von Wörtern durch Synthese von Einzelgraphemen bzw. -phonemen und v.a.
Einzelsilben ist ein wichtiges Element von Lesekompetenz
… greifen bei Unsicherheiten bei der Wortschreibung auf einmal gelernte Regeln und Strategien
sowie die visuelle Vorstellung von Wortgestalten zurück
➢ Vor allem Strategien mit den dahinter liegenden Regelhaftigkeiten der deutschen Schriftsprache
sollten Kindern an die Hand gegeben und immer wieder gemeinsam angewendet und reflektiert
werden. Daneben spielen aber auch Arbeitstechniken wie das strukturierte Abschreiben eine
Rolle, die einen weiteren wichtigen Kanal zum Orthographieerwerb darstellen.
… dekodieren Texte in der erworbenen Schriftsprache zunehmend schneller und leichter
➢ dies muss bewusst und in vielen und motivierenden Situationen geübt werden
… rekodieren Texte in der erworbenen Sprache weiterhin, wenn auch unbewusst, da das Gelesene
auch immer lautlich repräsentiert bleibt (inneres Mitlesen)
➢ das laute Lesen ist eine wichtige Seite des Lesens, die gefördert werden soll, weil sie über die
prosodischen Bestandteile der Sprache (die Betonung) auch Hilfe des Verstehens ist. Zum lauten
Vorlesen darf aber kein Kind gezwungen werden!
… antizipieren von Inhalten in Texten weist auf einen breiten Wortschatz und gefüllte innere Lexika
hin, die uns das Verstehen von Texten – erleichtern.
Mündlichkeit & Schriftlichkeit
Zusammenhang von gesprochener und geschriebener Sprache
- Die Schriftsprache hat eine Lautebene (akustisch) und eine Schriftebene (visuell)
- In der deutschen Sprache ist die Laut-Buchstaben-Zuordnung nicht eindeutig.
-> besser formuliert: Die Phonem Graphem-Korrespondenzen sind nicht eindeutig.
=> die Schrift ist keine Abbildung der Lautung
-> Vorstellung durch „Schriftbrille“ kompetenter Schriftsprachler beeinflusst, die notwendiges
Wissen bereits erworben haben
=> Schrift ist eine Abbildung von Grammatik
Vom Lesen zum Schreiben
- Kompetente Schriftsprachler haben ca. 50000 Wörter in ihrer L1 im Kopf gespeichert
- Woher weiß ich, wie ein Wort gesprochen / gelesen wird?
* In offenen Vollsilben (Tu-, Na- etc.) wird der Vokal lang und gespannt gesprochen
➔ sanfter Silbenschnitt