Klinische Psychologie I
Paradigmen und Krankheitslehre
1. Abnorm oder normal – krank oder gesund?
2. Gesundheit und Krankheit: Konzepte und Ebenen
3. Zentrale Paradigmen
4. Exkurs in die Gesundheitspsychologie: Salutogenetisches Modell (Antonovsky)
5. Psychische Störungen: Wann ist jemand psychisch krank?
6. Fazit: Lernziele
7. Ausblick
01 Abnorm oder normal – krank oder gesund? Wo liegt
die Grenze?
Ist die beschriebene Person gesund oder krank? Welche Kriterien
liegen Ihrer Beurteilung zu Grunde?
, Klinische Psychologie I
Definition von Gesundheit und Krankheit
keine allgemein gültigen zufriedenstellenden Definitionen!
auch unterschiedliche Benutzung des medizinischen Krankheitsbegriffs (je nach
Perspektive):
o ein biologisch veränderter Zustand des Körpers (z.B. Krebs)
o das Erleben von Unwohlsein oder Beeinträchtigung („Ich kann einfach nicht
mehr!“)
o eine zugeschriebene Krankenrolle mit Ansprüchen und Privilegien (z.B.
Frühberentung)
o oder das, was Ärzte diagnostizieren (Diagnose)
Was ist eine psychische Störung? (APA, 2013)
Eine psychische Störung ist definiert als Syndrom, welches durch klinisch signifikante
Störungen in den Kognitionen, in der Emotionsregulation und im Verhalten einer
Person charakterisiert ist
Diese Störungen sind Ausdruck von dysfunktionalen psychologischen, biologischen
oder entwicklungsbezogenen Prozessen, die psychischen und seelischen Funktionen
zugrunde liegen
Psychische Störungen sind typischerweise verbunden mit bedeutsamen Leiden oder
Behinderung hinsichtlich sozialer oder berufs-/ ausbildungsbezogener und anderer
wichtiger Aktivitäten
Die Diagnose einer psychischen Störung sollte klinische Nützlichkeit besitzen, d.h. sie
sollte es dem Behandler ermöglichen, eine Prognose, einen Behandlungsplan und
den wahrscheinlichen Behandlungsausgang für den Patienten zu bestimmen
Dennoch ist die Diagnose einer psychischen Störung nicht mit Behandlungsbedarf
gleichzusetzen. Ob Behandlungsbedarf besteht, ist eine darüber hinausgehende
komplexe klinische Entscheidung, welche die Tragweite von Symptomen (...), das
Leiden des Patienten (...), die damit einhergehenden Einschränkungen und
Behinderungen sowie die Vor- und Nachteile einer Behandlung einbezieht
Paradigmen und Krankheitslehre
1. Abnorm oder normal – krank oder gesund?
2. Gesundheit und Krankheit: Konzepte und Ebenen
3. Zentrale Paradigmen
4. Exkurs in die Gesundheitspsychologie: Salutogenetisches Modell (Antonovsky)
5. Psychische Störungen: Wann ist jemand psychisch krank?
6. Fazit: Lernziele
7. Ausblick
01 Abnorm oder normal – krank oder gesund? Wo liegt
die Grenze?
Ist die beschriebene Person gesund oder krank? Welche Kriterien
liegen Ihrer Beurteilung zu Grunde?
, Klinische Psychologie I
Definition von Gesundheit und Krankheit
keine allgemein gültigen zufriedenstellenden Definitionen!
auch unterschiedliche Benutzung des medizinischen Krankheitsbegriffs (je nach
Perspektive):
o ein biologisch veränderter Zustand des Körpers (z.B. Krebs)
o das Erleben von Unwohlsein oder Beeinträchtigung („Ich kann einfach nicht
mehr!“)
o eine zugeschriebene Krankenrolle mit Ansprüchen und Privilegien (z.B.
Frühberentung)
o oder das, was Ärzte diagnostizieren (Diagnose)
Was ist eine psychische Störung? (APA, 2013)
Eine psychische Störung ist definiert als Syndrom, welches durch klinisch signifikante
Störungen in den Kognitionen, in der Emotionsregulation und im Verhalten einer
Person charakterisiert ist
Diese Störungen sind Ausdruck von dysfunktionalen psychologischen, biologischen
oder entwicklungsbezogenen Prozessen, die psychischen und seelischen Funktionen
zugrunde liegen
Psychische Störungen sind typischerweise verbunden mit bedeutsamen Leiden oder
Behinderung hinsichtlich sozialer oder berufs-/ ausbildungsbezogener und anderer
wichtiger Aktivitäten
Die Diagnose einer psychischen Störung sollte klinische Nützlichkeit besitzen, d.h. sie
sollte es dem Behandler ermöglichen, eine Prognose, einen Behandlungsplan und
den wahrscheinlichen Behandlungsausgang für den Patienten zu bestimmen
Dennoch ist die Diagnose einer psychischen Störung nicht mit Behandlungsbedarf
gleichzusetzen. Ob Behandlungsbedarf besteht, ist eine darüber hinausgehende
komplexe klinische Entscheidung, welche die Tragweite von Symptomen (...), das
Leiden des Patienten (...), die damit einhergehenden Einschränkungen und
Behinderungen sowie die Vor- und Nachteile einer Behandlung einbezieht