Gesundheitspsychologie I
Thema 9 – Die Intentions-Verhaltens-Lücke
Typische Vorsätze
Gesünder leben, z.B.
o mehr Bewegung
o gesünderes Essen
o weniger / nicht Rauchen
o wenig / kein Alkohol trinken
o genügend Schlaf
Immer nett und freundlich sein
Fleißig und erfolgreich sein
Gesundheit als Guter Vorsatz
Die Realitä t
„Gesundheit“ steht bei 70% der Menschen nicht direkt an
erster Stelle, wenn es um die Frage der persönlichen Ziele
geht
Der Wert der Gesundheit ist im Allgemeinen geringer als
man es erwarten würde
von wegen…
„Lieber arm und mit gesunden Gliedern als reich und mit
Krankheit geschlagen“ (Altes Testament)
Emnid-Umfrage 2018 zum Thema Veränderungswunsch (N=1008)
ca. 50% der 14- bis 29 -Jährigen will weniger Konsum.
30% der 30 - bis 39- Jährigen möchte das Smartphone öfter beiseitelegen
2/3 der 30 - bis 39- Jährigen will mehr Zeit für Familie
36 % der über 60-Jährigen wollen nichts ändern, sie sind zufrieden
, Gesundheitspsychologie I
Warum klappt es mit den Vorsätzen nicht?
Fehlender Wille oder fehlende Motivation ?
Mögliche Gründe aus der Sicht der Motivations- und Volitionspsychologie:
1.Gesundheit als Ziel ist fremdbestimmt!
2.Gesundheit als Ziel ist nicht motiv- bzw. bedürfniskongruent (vgl. Motive: Macht,
Leistung, Anschluss, Intimität)!
3.Wenn Gesundheit eine Veränderung impliziert, dann ist das Stress und den gilt es zu
vermeiden (denn die „optimale Affektbilanz“ ist gefährdet)!
AD 1) Selbstbestimmtheit vs. Fremdbestimmtheit
Fünf Anlässe der Zielverfolgung nach Ryan & Deci (2000)
Cave
Auswirkungen der Aufnahme selbstbestimmter Ziele:
Menschen nehmen die Ziele nach Unterbrechung wieder auf,
persistieren länger,
sind bei der Zielverwirklichung erfolgreicher,
sind schneller am Ziel.
Absichten sind hilfreicher bei der Initiierung von Verhalten
nach Orbell & Scheeran (1998)
Intentions-Verhaltens-Lücke
Dieses Phänomen beschreibt die Beobachtung, dass Angaben zur
Verhaltensintention (Absicht) und zur Ausführung des Zielverhaltens nicht
übereinstimmen
Alleine Unterschiede in der Motivation können die Intentions- Verhaltens-Lücke nicht
erklären. Die Probleme können auf internen selbstregulatorischen
(Unterregulation, Missregulation) oder externen Faktoren wie z.B. Zeit beruhen.
Auch Probleme bei der Initiierung (z.B. Zielkonflikte) oder Vollendung (z.B.
mangelnde Aufmerksamkeits- regulation) des Zielverhaltens tragen dazu bei
Neben den Intentionen (nur 20-30% Varianzaufklärung) gibt es zahlreiche
Moderatoren zur Überbrückung der I.-V.-Lücke!
Thema 9 – Die Intentions-Verhaltens-Lücke
Typische Vorsätze
Gesünder leben, z.B.
o mehr Bewegung
o gesünderes Essen
o weniger / nicht Rauchen
o wenig / kein Alkohol trinken
o genügend Schlaf
Immer nett und freundlich sein
Fleißig und erfolgreich sein
Gesundheit als Guter Vorsatz
Die Realitä t
„Gesundheit“ steht bei 70% der Menschen nicht direkt an
erster Stelle, wenn es um die Frage der persönlichen Ziele
geht
Der Wert der Gesundheit ist im Allgemeinen geringer als
man es erwarten würde
von wegen…
„Lieber arm und mit gesunden Gliedern als reich und mit
Krankheit geschlagen“ (Altes Testament)
Emnid-Umfrage 2018 zum Thema Veränderungswunsch (N=1008)
ca. 50% der 14- bis 29 -Jährigen will weniger Konsum.
30% der 30 - bis 39- Jährigen möchte das Smartphone öfter beiseitelegen
2/3 der 30 - bis 39- Jährigen will mehr Zeit für Familie
36 % der über 60-Jährigen wollen nichts ändern, sie sind zufrieden
, Gesundheitspsychologie I
Warum klappt es mit den Vorsätzen nicht?
Fehlender Wille oder fehlende Motivation ?
Mögliche Gründe aus der Sicht der Motivations- und Volitionspsychologie:
1.Gesundheit als Ziel ist fremdbestimmt!
2.Gesundheit als Ziel ist nicht motiv- bzw. bedürfniskongruent (vgl. Motive: Macht,
Leistung, Anschluss, Intimität)!
3.Wenn Gesundheit eine Veränderung impliziert, dann ist das Stress und den gilt es zu
vermeiden (denn die „optimale Affektbilanz“ ist gefährdet)!
AD 1) Selbstbestimmtheit vs. Fremdbestimmtheit
Fünf Anlässe der Zielverfolgung nach Ryan & Deci (2000)
Cave
Auswirkungen der Aufnahme selbstbestimmter Ziele:
Menschen nehmen die Ziele nach Unterbrechung wieder auf,
persistieren länger,
sind bei der Zielverwirklichung erfolgreicher,
sind schneller am Ziel.
Absichten sind hilfreicher bei der Initiierung von Verhalten
nach Orbell & Scheeran (1998)
Intentions-Verhaltens-Lücke
Dieses Phänomen beschreibt die Beobachtung, dass Angaben zur
Verhaltensintention (Absicht) und zur Ausführung des Zielverhaltens nicht
übereinstimmen
Alleine Unterschiede in der Motivation können die Intentions- Verhaltens-Lücke nicht
erklären. Die Probleme können auf internen selbstregulatorischen
(Unterregulation, Missregulation) oder externen Faktoren wie z.B. Zeit beruhen.
Auch Probleme bei der Initiierung (z.B. Zielkonflikte) oder Vollendung (z.B.
mangelnde Aufmerksamkeits- regulation) des Zielverhaltens tragen dazu bei
Neben den Intentionen (nur 20-30% Varianzaufklärung) gibt es zahlreiche
Moderatoren zur Überbrückung der I.-V.-Lücke!