In einer zunehmend globalisierten Welt ist das Verständnis der komplexen Wechselwirkungen
zwischen Psychologie und kultureller Vielfalt von entscheidender Bedeutung. Diese Thematik
beleuchtet, wie kulturelle Kontexte unsere Gedanken, Gefühle, Verhaltensweisen und unsere
gesamte Wahrnehmung der Realität prägen.
,Kapitel 1: Psychologie und Kulturelle
Vielfalt (Einführung)
Die deutsche Gesellschaft erlebt eine zunehmende Diversifizierung durch tiefgreifende soziale,
ökonomische und politische Veränderungen (z.B. Migrationsprozesse, demografischer Wandel und
veränderte Familienstrukturen)
Diversität umfasst die Vielfalt menschlicher Merkmale (z.B. ethnische Herkunft, Geschlecht, Alter,
Religion, Behinderung) und fördert eine inklusive Gesellschaft.
Warum der Umgang mit Diversität als Psychologie-Student wichtig ist:
Vorurteile abbauen Respektvolle Expertise decken
Hilft, persönliche Vorurteile Haltung Bereitet auf
zu reflektieren und Fördert eine gesellschaftliche
abzubauen. wertschätzende Anforderungen vor.
Herangehensweise mit
Klient:innen.
Ethische Grundsätze
Die professionelle Grundhaltung basiert auf den Berufsethischen Richtlinien der DGPs und des BDP.
Psycholog:innen sind verpflichtet:
die Würde des Menschen zu achten und in ihrem Handeln zu respektieren.
das Recht anzuerkennen, in eigener Verantwortung & nach eigenen Überzeugungen zu leben.
Möglichkeiten der selbstbestimmten Persönlichkeitsentwicklung zu fördern.
die Verständigung und den Respekt im sozialen Zusammenleben zu fördern.
Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz (AGG)
Alle Menschen sind vor Merkmale Relevanz
dem Gesetz gleich und
Ethnische Herkunft, Gleichbehandlung in
dürfen nicht wegen
Geschlecht, Religion, Diagnostik, Beratung und
Geschlecht, Rasse, Alter,
Behinderung, Alter, Therapie.
Glauben … diskriminiert
sexuelle Identität.
werden
,2. Zentrale Begriffsdefinitionen
Die Psychologie nutzt einen weiten Gruppenbegriff. Für das Verständnis von Gruppenprozessen ist
nicht die tatsächliche Interaktion entscheidend, sondern die subjektive Sicht der Mitglieder.
Soziale Gruppe Eigengruppe Fremdgruppe
Individuen, die sich als Die Gruppe, zu der sich das Eine im sozialen Kontext
Mitglieder derselben Individuum zugehörig fühlt relevante Vergleichsgruppe,
sozialen Kategorie und identifiziert. die als "die anderen"
wahrnehmen und eine wahrgenommen wird.
emotionale Bindung teilen.
Stereotype, Vorurteile und Stigmata
Diese Konzepte beschreiben die kognitive, affektive und verhaltensbezogene Dimension negativer
Gruppenzuschreibungen. Sie sind eng miteinander verbunden, operieren aber auf unterschiedlichen
Ebenen:
Stereotype (Kognitive Ebene) Vorurteile (Affektive Ebene)
Sozial geteilte Überzeugungen über Positive oder negative Bewertung einer
Attribute, Eigenschaften und sozialen Gruppe und ihrer Mitglieder, oft
Verhaltensweisen, die einer Gruppe emotional geladen und auf Stereotypen
zugeschrieben werden (kognitive basierend.
Abkürzungen).
Beispiel: "Ich finde diese Kühle/Logik
Beispiel: "Alle Ingenieure sind logisch." unsympathisch."
Stigma (Soziale Ebene)
Ein negativ bewertetes Attribut, das Träger:innen ihren Anspruch auf gesellschaftliche
Gleichberechtigung verlieren lässt. Führt zu Diskriminierung und sozialer Ausgrenzung.
Beispiel: Das Stigma ist das Etikett „Technokrat“, das dem Ingenieur in einer Künstlergruppe
anhaftet und ihn dort als minderwertig markiert.
Soziale Diskriminierung
Definition
Soziale Diskriminierung ist die Ungleichbehandlung von Individuen oder Gruppen aufgrund
ihrer Zugehörigkeit zu einer sozialen Kategorie, die zu Benachteiligung führt.
, 3. Da Stereotype Co te t Model
(SCM)
Das SCM ist ein einflussreiches Modell der Stereotypenforschung (Fiske et al., 2002), das
vorhersagt, welche Eigenschaften Fremdgruppen zugeschrieben werden. Es konzentriert
sich auf zwei zentrale Dimensionen: Wärme und Kompetenz.
Die Beurteilung hängt von zwei entscheidenden Faktoren ab:
1. I tergruppaler Wettbewerb Die eigene Gruppe (und
Referenzgruppen, mit
Konkurrenz Niedrige Wärme
denen man sich
Kooperation Hohe Wärme
identifiziert) wird im
Modell fast immer im
Quadranten „Hohe
2. Statu ver ält i Wärme UND Hohe
Statusniedrig Niedrige Kompetenz Kompetenz“ verortet.
Statushoch Hohe Kompetenz
Vier Type vo Stereotype
Die Kombination dieser Dimensionen führt zu vier ambivalenten Stereotyp-Typen:
WETTBEWERB NIEDRIG
(Wär e oc )
Paternalistische ST Bewundernde ST
STATUS (Alte Menschen) (Prominente) STATUS
NIEDRIG HOCH
(Ko pete z (Ko pete z
iedrig) oc )
Verächtliche ST Neidvolle ST (Asiat.
(Arbeitslose) Einwanderer)
WETTBEWERB HOCH
(Wär e iedrig)