Geschichte der Psychologie I
Verstand und Glaube
Aufgabe 1
Menschenbilder der Psychologie.
a) Wodurch werden Menschenbilder maßgeblich geprägt?
Der Mensch hat nicht nur ein Weltbild, sondern auch ein Bild von sich selbst als Mensch: Was ist der
Mensch und wie soll er leben? Dieses Menschenbild ist abhängig von den kulturellen, wirtschaftlichen
und politischen Rahmenbedingungen, in denen wir leben. Ebenso spielen die Religion und das
Innehaben einer militärischen oder anderweitig gearteten Machtposition eine zentrale Rolle bei der
Vorstellung davon, was ein Mensch ist und wie er sich zu verhalten hat. Gerade dieses Verhalten wird
durch gesellschaftliche Regeln bestimmt, welche sich entweder durch den gelebten Alltag oder aber
die Vorgaben bestimmter hoch angesehener Gruppen ergeben.
b) Was ist damit gemeint, wenn man Menschenbilder der wissenschaftlichen Psychologie als
„Produkte mit kalkulierten Marktchancen“ (Reuter, 2020, S.20, FLB I Geschichte der Psychologie)
bezeichnet?
Der Terminus „Produkt mit kalkulierten Marktchancen“ verweist darauf, dass die heute westliche
Gesellschaft und Kultur nicht mehr maßgeblich von Religion und Glauben, sondern vom Markt der
breiten Masse bestimmt ist. Mit welchen Werten unserer Gesellschaft kann ein von der Psychologie
gezeichnetes Menschenbild einhergehen und welches Bild würde durch den Markt abgelehnt werden?
Die Macht, das gültige Menschenbild zu entwerfen, liegt somit nicht mehr bei einer übergeordneten
Instanz wie der Kirche oder politischen Machtinhabern, sondern bei der Welt- und Menschanschauung
des Einzelnen in seiner gesamtgesellschaftlichen Summe. Es geht somit nicht mehr um festgelegte
Rahmen, welcher den individuellen Glauben des Einzelnen reglementiert und einschränkt, sondern
um eine durch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und Entscheidungskraft hervorgebrachte Sicht
auf den Menschen.
c) Welche Aufgaben hat die Geschichte der Psychologie in Bezug auf Menschenbilder?
Die Psychologie muss hier zum einen festhalten, dass auch die Forschung keine abschließende
Auskunft über den Menschen geben kann. Dies liegt nicht zuletzt auch an dem stetigen Wandel, den
Menschenbilder durchlaufen. Zudem ist es wichtig, die zugrundeliegenden Motive für solche
Menschenbilder zu erfragen.
Seite1 PFH-Private Hochschule Göttingen 07.12.2021
Verstand und Glaube
Aufgabe 1
Menschenbilder der Psychologie.
a) Wodurch werden Menschenbilder maßgeblich geprägt?
Der Mensch hat nicht nur ein Weltbild, sondern auch ein Bild von sich selbst als Mensch: Was ist der
Mensch und wie soll er leben? Dieses Menschenbild ist abhängig von den kulturellen, wirtschaftlichen
und politischen Rahmenbedingungen, in denen wir leben. Ebenso spielen die Religion und das
Innehaben einer militärischen oder anderweitig gearteten Machtposition eine zentrale Rolle bei der
Vorstellung davon, was ein Mensch ist und wie er sich zu verhalten hat. Gerade dieses Verhalten wird
durch gesellschaftliche Regeln bestimmt, welche sich entweder durch den gelebten Alltag oder aber
die Vorgaben bestimmter hoch angesehener Gruppen ergeben.
b) Was ist damit gemeint, wenn man Menschenbilder der wissenschaftlichen Psychologie als
„Produkte mit kalkulierten Marktchancen“ (Reuter, 2020, S.20, FLB I Geschichte der Psychologie)
bezeichnet?
Der Terminus „Produkt mit kalkulierten Marktchancen“ verweist darauf, dass die heute westliche
Gesellschaft und Kultur nicht mehr maßgeblich von Religion und Glauben, sondern vom Markt der
breiten Masse bestimmt ist. Mit welchen Werten unserer Gesellschaft kann ein von der Psychologie
gezeichnetes Menschenbild einhergehen und welches Bild würde durch den Markt abgelehnt werden?
Die Macht, das gültige Menschenbild zu entwerfen, liegt somit nicht mehr bei einer übergeordneten
Instanz wie der Kirche oder politischen Machtinhabern, sondern bei der Welt- und Menschanschauung
des Einzelnen in seiner gesamtgesellschaftlichen Summe. Es geht somit nicht mehr um festgelegte
Rahmen, welcher den individuellen Glauben des Einzelnen reglementiert und einschränkt, sondern
um eine durch individuelle Gestaltungsmöglichkeiten und Entscheidungskraft hervorgebrachte Sicht
auf den Menschen.
c) Welche Aufgaben hat die Geschichte der Psychologie in Bezug auf Menschenbilder?
Die Psychologie muss hier zum einen festhalten, dass auch die Forschung keine abschließende
Auskunft über den Menschen geben kann. Dies liegt nicht zuletzt auch an dem stetigen Wandel, den
Menschenbilder durchlaufen. Zudem ist es wichtig, die zugrundeliegenden Motive für solche
Menschenbilder zu erfragen.
Seite1 PFH-Private Hochschule Göttingen 07.12.2021