Medea.Stimmen
Autorin: Christa Wolf | Erschienen: 1996 | Verlag: Suhrkamp Verlag | Ort: Frankfurt a. M. (zitiert nach der
Ausgabe von 2017)
In ihrer Neudeutung des Medea-Mythos lässt Christa Wolf verschiedene Figuren aus wechselnden Perspektiven
zu Wort kommen und zeichnet dabei das Bild einer eigenwilligen, unschuldigen Frau, die zum Sündenbock
einer patriarchalen Gesellschaft gemacht wird – anders als die überlieferte Darstellung Medeas als
Kindsmörderin. Wolf hinterfragt damit die Entstehung und Funktion des klassischen Mythos selbst.
Inhaltsverzeichnis
– Übersicht
Handlung
– Kapitel 1
– Kapitel 2
– Kapitel 3
– Kapitel 4
– Kapitel 5
– Kapitel 6
– Kapitel 7
– Kapitel 8
– Kapitel 9
– Kapitel 10
– Kapitel 11
– Aufbau
Charakterisierung
– Medea
– Jason
– Leukon
– Akamas
– Agameda
– Presbon
– Glauke
– Kreon
– Lyssa
– Figurenkonstellation
Stil
– Stilmittel
– Erzählperspektive
Kontext
– Zeitgeschichtlicher Hintergrund
– Mythos Medea
Interpretation
– Autobiografisch
– Sündenbock-Thematik
– Feminismus
1
,– Vergleich mit Euripides' Medea
2
, Übersicht
In ihrem Werk Medea. Stimmen aus dem Jahr 1996 greift Christa Wolf den griechischen Mythos um die
Königstochter Medea auf.
Während Medea in der Sage und auch in der Tragödie Medea des griechischen Dichters Euripides als Barbarin
und Mörderin dargestellt wird, zeichnet Wolf das Bild einer ungewöhnlichen und eigenwilligen Frau, die als
Sündenbock geopfert wird.
Die Ereignisse der Medea-Sage werden aus Sicht verschiedener Protagonisten neu erzählt und anders gedeutet
als bisher. Die Entstehung des Mythos selbst wird damit hinterfragt.
Handlung
Kapitel 1
Motto „Alles, was ich begangen habe bis jetzt, nenne ich Liebeswerk ... Medea bin ich jetzt, gewachsen ist
meine Natur durch Leiden“; Seneca, Medea
Inhalt Kapitel 1 (S. 11-37) ist aus Sicht der Medea verfasst.
Medea wacht fiebrig und orientierungslos in ihrem Bett auf
In Gedanken spricht sie mit ihrer Mutter Idya
Denkt daran, wie Idya sie einst vor Hochmut warnte
Ihre schockierende Erkenntnis, dass auch Korinth auf Verbrechen gegründet ist, macht sie krank Erinnert
sich an ein Fest bei König Kreon
Dort ging sie Königin Merope hinterher, die das Fest verließ
Medea erkannte mit ihrem Zweiten Blick deren dunkle, leidvolle Aura
Sie folgte Merope in eine Totengruft und ertastete ein Kinderskelett
Konnte mit niemandem über die Entdeckung sprechen
Medea und ihr Mann Jason hatten sich entfremdet; er verwechselt sie mit anderen Frauen Sie erinnert
sich zurück an ihr Kennenlernen in Kolchis
Um Jason zu helfen, hatte sie ihren Vater, den König Aietes, verraten und floh danach mit Jason Streitet
mit Jason; gibt ihm recht, als er meint, dass ihre Zeit vorbei ist
Angespannte Stimmung mit ihrer Ziehschwester Lyssa
Lyssa sieht die Trennung von Medea und Jason als Beweis der Vergeblichkeit ihrer Flucht aus Kolchis
Blickt zurück auf die Gründe für ihre Flucht; wie unerträglich sie alle ihre Heimat fanden Medea zweifelt
inzwischen, ob sie damals wirklich richtig entschieden hat
Spricht wieder zu ihrer Mutter, die ihr Tun billigte
Kapitel 2
Motto „Gewaltig ist der Antrieb der Männer, in Erinnerung zu bleiben und sich einen unsterblichen Namen auf
ewige Zeiten zu erwerben.“; Platon, Symposion
Inhalt Kapitel 2 (S. 39-66) ist aus Sicht von Jason verfasst.
Jason fürchtet sich, dass Medea ihm zum Verhängnis wird
Er versteht die Intrigen und Machtspiele im Palast nicht
Die Vorwürfe, Medea habe ihren Bruder ermordet, verwirren ihn
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