Der Bergtapir (Tapirus pinchaque): Monografie des wolligen Hochanden-Bewohners
Kapitel 1: Einleitung, Entdeckungsgeschichte und Taxonomie
Der Bergtapir (Tapirus pinchaque), gelegentlich auch als Andentapir oder Wollig-Tapir bezeichnet, ist der
außergewöhnlichste und am stärksten angepasste Vertreter innerhalb der Familie der Tapire (Tapiridae).
Während seine Gattungsverwandten die feuchtwarmen Tieflandregenwälder und Sumpfgebiete der
Neotropis oder Südostasiens besiedeln, hat der Bergtapir eine völlig eigenständige ökologische Nische
erobert: die extremen, kühlen Höhenlagen der nordandinen Gebirgsketten.
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1829 durch den französischen Naturforscher
Justin Goudot. Das Artepitheton pinchaque geht auf die indigene Mythologie in Kolumbien zurück: „La
Pinchaque“ war der Name eines fabelhaften, riesigen Monsters oder Geistwesens, das der Sage nach in
den unzugänglichen Hochregionen der Anden hauste.
Systematisch gehört der Bergtapir zur Ordnung der Unpaarhufer (Perissodactyla) und zur Gattung
Tapirus. Genetische Untersuchungen zeigen, dass sich die Abstammungslinie des Bergtapirs bereits im
späten Pliozän oder frühen Pleistozän von den Vorfahren des Flachlandtapirs (Tapirus terrestris)
abgespalten hat, als die Besiedlung der neu entstandenen andinen Gebirgsräume begann.
Kapitel 2: Morphologische und anatomische Anpassungen an die Kälte
Der Bergtapir unterscheidet sich morphologisch prägnant von allen anderen lebenden Tapirarten. Seine
Anatomie reflektiert die harten klimatischen Bedingungen der neotropischen Hochgebirge.
Körpermaße und Gewicht: Ausgewachsene Bergtapire erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 180
Zentimetern und eine Schulterhöhe von 75 bis 90 Zentimetern. Das Körpergewicht liegt zwischen 130
und 180 Kilogramm. Damit ist er kleiner als der Flachlandtapir und der Mittelamerikanische Tapir, aber
deutlich massiver als der zwergenhafte Kabomani-Tapir.
Das Wollfell (Isolationsschicht): Das auffälligste Merkmal der Art ist das dichte, dicke Wollfell, das aus
einer feinen Unterwolle und langen, rauen Deckhaaren besteht. Die Fellfärbung schwankt zwischen
Dunkelbraun, Rußgrau und tiefem Schwarz. Diese dichte Behaarung schützt das Tier vor der intensiven
UV-Strahlung, den eisigen Winden und den nächtlichen Minustemperaturen im Páramo.
Charakteristische Gesichtszeichnung: Die Lippenränder sind starr und scharf abgegrenzt reinweiß
gefärbt. Auch die Spitzen der recht kleinen, abgerundeten Ohren tragen deutliche weiße Haarsäume.
Anatomie des Bewegungsapparats: Die Haut des Bergtapirs ist etwas dünner als die der Tieflandarten,
dafür sind die Hufe der drei Hinter- und vier Vorderzehen extrem hart und griffig geformt. Sie bieten
dem Tier auf steilen, feuchten Felsmoos-Hängen und im schlammigen Untergrund der Bergnebelwälder
einen hervorragenden Halt.
Kapitel 1: Einleitung, Entdeckungsgeschichte und Taxonomie
Der Bergtapir (Tapirus pinchaque), gelegentlich auch als Andentapir oder Wollig-Tapir bezeichnet, ist der
außergewöhnlichste und am stärksten angepasste Vertreter innerhalb der Familie der Tapire (Tapiridae).
Während seine Gattungsverwandten die feuchtwarmen Tieflandregenwälder und Sumpfgebiete der
Neotropis oder Südostasiens besiedeln, hat der Bergtapir eine völlig eigenständige ökologische Nische
erobert: die extremen, kühlen Höhenlagen der nordandinen Gebirgsketten.
Die wissenschaftliche Erstbeschreibung erfolgte im Jahr 1829 durch den französischen Naturforscher
Justin Goudot. Das Artepitheton pinchaque geht auf die indigene Mythologie in Kolumbien zurück: „La
Pinchaque“ war der Name eines fabelhaften, riesigen Monsters oder Geistwesens, das der Sage nach in
den unzugänglichen Hochregionen der Anden hauste.
Systematisch gehört der Bergtapir zur Ordnung der Unpaarhufer (Perissodactyla) und zur Gattung
Tapirus. Genetische Untersuchungen zeigen, dass sich die Abstammungslinie des Bergtapirs bereits im
späten Pliozän oder frühen Pleistozän von den Vorfahren des Flachlandtapirs (Tapirus terrestris)
abgespalten hat, als die Besiedlung der neu entstandenen andinen Gebirgsräume begann.
Kapitel 2: Morphologische und anatomische Anpassungen an die Kälte
Der Bergtapir unterscheidet sich morphologisch prägnant von allen anderen lebenden Tapirarten. Seine
Anatomie reflektiert die harten klimatischen Bedingungen der neotropischen Hochgebirge.
Körpermaße und Gewicht: Ausgewachsene Bergtapire erreichen eine Kopf-Rumpf-Länge von etwa 180
Zentimetern und eine Schulterhöhe von 75 bis 90 Zentimetern. Das Körpergewicht liegt zwischen 130
und 180 Kilogramm. Damit ist er kleiner als der Flachlandtapir und der Mittelamerikanische Tapir, aber
deutlich massiver als der zwergenhafte Kabomani-Tapir.
Das Wollfell (Isolationsschicht): Das auffälligste Merkmal der Art ist das dichte, dicke Wollfell, das aus
einer feinen Unterwolle und langen, rauen Deckhaaren besteht. Die Fellfärbung schwankt zwischen
Dunkelbraun, Rußgrau und tiefem Schwarz. Diese dichte Behaarung schützt das Tier vor der intensiven
UV-Strahlung, den eisigen Winden und den nächtlichen Minustemperaturen im Páramo.
Charakteristische Gesichtszeichnung: Die Lippenränder sind starr und scharf abgegrenzt reinweiß
gefärbt. Auch die Spitzen der recht kleinen, abgerundeten Ohren tragen deutliche weiße Haarsäume.
Anatomie des Bewegungsapparats: Die Haut des Bergtapirs ist etwas dünner als die der Tieflandarten,
dafür sind die Hufe der drei Hinter- und vier Vorderzehen extrem hart und griffig geformt. Sie bieten
dem Tier auf steilen, feuchten Felsmoos-Hängen und im schlammigen Untergrund der Bergnebelwälder
einen hervorragenden Halt.