Universität Bielefeld
Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft
Abteilung Sportwissenschaft
Sommersemester 2024
Studiengang: BA-Sportwissenschaft
Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (HRSGe)
Bachelorarbeit
1. Betreuerin: Frau Dr. Natalia Fast
2. Betreuer: Herr Dr. Sebastian Gehrmann
Inklusion im Spitzensport am Beispiel der Special Olympics Weltspiele 2023
vorgelegt von:
Ronja Söller
Herforder Straße 92
33602 Bielefeld
Matrikel-Nr.: 4168967
E-Mail:
Telefonnummer: 01794357992
Bielefeld, 07.08.2024
,Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis ............................................................................................. III
1. Einleitung ............................................................................................................... 1
2. Behindertensport in Deutschland .......................................................................... 2
2.1 Begriffsdefinitionen ........................................................................................... 2
2.1.1 Behinderung ............................................................................................... 2
2.1.2 Inklusion ..................................................................................................... 4
2.2 Entwicklungen im Behindertensport in Deutschland ....................................... 6
2.3 Organisierter Behindertensport........................................................................ 7
2.4 Inklusion im Leistungssport ............................................................................. 9
3. Special Olympics Weltspiele................................................................................ 12
3.1 Special Olympics Bewegung .......................................................................... 12
3.2 Aufbau und Organisation der Special Olympics Weltspiele 2023 .................. 13
3.3 Qualifikation und Teilnahmevoraussetzungen der Weltspiele ........................ 15
3.4 Inklusion bei den Weltspielen ......................................................................... 17
3.4.1 Healthy Athletes und Host Town Programme ........................................... 17
3.4.2 Unified Disziplinen .................................................................................... 18
4. Methodisches Vorgehen ...................................................................................... 21
4.1 Erhebungsmethode: Qualitatives Leitfadeninterview ..................................... 21
4.2. Auswertungsmethode: Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring .................. 22
5. Ergebnisdarstellung ............................................................................................. 23
6. Diskussion: Inklusion als Realität bei den Special Olympics Weltspielen 2023? 31
7. Fazit und Ausblick ................................................................................................ 37
Literaturverzeichnis ................................................................................................. 39
Anhang .................................................................................................................... 44
Eigenständigkeitserklärung ..................................................................................... 89
II
,Abkürzungsverzeichnis
ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Versehrtensport
DBS Deutscher Behindertensportverband
DOSB Deutscher Olympischer Sportbund
GdB Grad der Behinderung
IOC Internationales Olympisches Komitee
SO Special Olympics
SOD Special Olympics Deutschland e. V.
SOI Special Olympics International
SOWG Special Olympics World Games
III
, 1. Einleitung
„#ZusammenUnschlagbar“ (Special Olympics Deutschland e.V., 2024c)
Unter diesem Motto trafen sich im Sommer 2023 7.000 Sportler*innen mit und ohne
Behinderung aus 190 Nationen, um an den Special Olympics Weltspielen in 26 un-
terschiedlichen Disziplinen teilzunehmen. Der Schwerpunkt lag dabei, gemäß dem
genannten Leitspruch, auf dem Sport für Menschen mit geistiger und mehrfacher
Behinderung sowie auf dem gemeinsamen Sporttreiben von Teilnehmer*innen mit
und ohne Behinderung. Darüber hinaus spielte das soziale Miteinander aller Sport-
ler*innen unabhängig vom jeweiligen Behinderungsgrad eine übergeordnete Rolle,
sodass die Special Olympics Weltspiele als größte inklusive Sportveranstaltung welt-
weit bezeichnet wurden. Beispiele für diese Beiträge zur Inklusion der Athlet*innen
mit geistiger oder mehrfacher Behinderung waren unter anderem Städtepartner-
schaften zur Unterbringung der internationalen Sportler*innen und ihren Angehörigen
vor den Spielen sowie Gesundheitsförderprogramme und gemeinsame Wettkampf-
teilnahmen von Sportler*innen mit und ohne Behinderung im Rahmen der sogenann-
ten Unified Disziplinen (Bundesministerium des Inneren und für Heimat, 2024).
Gleichzeitig zeigten sich in Bezug auf Inklusion im Rahmen dieser Veranstaltung
ebenfalls kritische Stimmen. Die Gründe für diese Skepsis wurden unter anderem
darin deutlich, dass die Weltspiele zwar unter anderem durch die Unified Disziplinen
einen Beitrag zum gemeinsamen und folglich laut Special Olympics zum inklusiven
Sporttreiben unabhängig vom jeweiligen Behinderungsgrad leisteten, aber trotzdem
eine separate Sportgroßveranstaltung waren. Je nach Auslegung der Definition des
Inklusionsbegriffes zeigte sich, dass Sportler*innen ohne Behinderung nur die Mög-
lichkeit hatten, in der Unified Disziplin gemeinsam mit einem*einer Athlet*in an den
Start zu gehen, während bei den Olympischen Spielen eine Einzelteilnahme erlaubt
ist. Andererseits sind Athlet*innen mit Behinderung bei den Olympischen Spielen
nicht startberechtigt. Dadurch ist in beiden Veranstaltungen keine gleichberechtigte
Teilnahme für Menschen mit und ohne Behinderung gegeben (Wegner, 2023, S.
423ff). Des Weiteren wurden kleinere Merkmale, wie die mangelnde Fernsehüber-
tragung der Unified Disziplin in der Sportart Badminton als Kritikpunkte aufgeführt
(Special Olympics, 2023b, S. 74f). Wie inklusiv die Special Olympics Weltspiele wirk-
lich waren, kann dabei in erster Linie von den teilnehmenden Sportler*innen beurteilt
werden, da diese aus ihrer eigenen Sicht die individuellen Erlebnisse bezüglich In-
klusion im Spitzensport schildern können.
Der Fokus dieser Bachelorarbeit liegt dabei auf der Beantwortung der Forschungs-
frage: „Inwieweit stellen die Special Olympics Weltspiele 2023 aus Sicht der Sport-
ler*innen ein Beispiel für gelungene Inklusion im Spitzensport dar?“. Damit einher
geht außerdem die Frage nach Potenzialen und Herausforderungen, die sich im Hin-
blick auf den inklusiven Grundgedanken ergeben.
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Fakultät für Psychologie und Sportwissenschaft
Abteilung Sportwissenschaft
Sommersemester 2024
Studiengang: BA-Sportwissenschaft
Lehramt an Haupt-, Real-, Sekundar- und Gesamtschulen (HRSGe)
Bachelorarbeit
1. Betreuerin: Frau Dr. Natalia Fast
2. Betreuer: Herr Dr. Sebastian Gehrmann
Inklusion im Spitzensport am Beispiel der Special Olympics Weltspiele 2023
vorgelegt von:
Ronja Söller
Herforder Straße 92
33602 Bielefeld
Matrikel-Nr.: 4168967
E-Mail:
Telefonnummer: 01794357992
Bielefeld, 07.08.2024
,Inhaltsverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis ............................................................................................. III
1. Einleitung ............................................................................................................... 1
2. Behindertensport in Deutschland .......................................................................... 2
2.1 Begriffsdefinitionen ........................................................................................... 2
2.1.1 Behinderung ............................................................................................... 2
2.1.2 Inklusion ..................................................................................................... 4
2.2 Entwicklungen im Behindertensport in Deutschland ....................................... 6
2.3 Organisierter Behindertensport........................................................................ 7
2.4 Inklusion im Leistungssport ............................................................................. 9
3. Special Olympics Weltspiele................................................................................ 12
3.1 Special Olympics Bewegung .......................................................................... 12
3.2 Aufbau und Organisation der Special Olympics Weltspiele 2023 .................. 13
3.3 Qualifikation und Teilnahmevoraussetzungen der Weltspiele ........................ 15
3.4 Inklusion bei den Weltspielen ......................................................................... 17
3.4.1 Healthy Athletes und Host Town Programme ........................................... 17
3.4.2 Unified Disziplinen .................................................................................... 18
4. Methodisches Vorgehen ...................................................................................... 21
4.1 Erhebungsmethode: Qualitatives Leitfadeninterview ..................................... 21
4.2. Auswertungsmethode: Qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring .................. 22
5. Ergebnisdarstellung ............................................................................................. 23
6. Diskussion: Inklusion als Realität bei den Special Olympics Weltspielen 2023? 31
7. Fazit und Ausblick ................................................................................................ 37
Literaturverzeichnis ................................................................................................. 39
Anhang .................................................................................................................... 44
Eigenständigkeitserklärung ..................................................................................... 89
II
,Abkürzungsverzeichnis
ADV Arbeitsgemeinschaft Deutscher Versehrtensport
DBS Deutscher Behindertensportverband
DOSB Deutscher Olympischer Sportbund
GdB Grad der Behinderung
IOC Internationales Olympisches Komitee
SO Special Olympics
SOD Special Olympics Deutschland e. V.
SOI Special Olympics International
SOWG Special Olympics World Games
III
, 1. Einleitung
„#ZusammenUnschlagbar“ (Special Olympics Deutschland e.V., 2024c)
Unter diesem Motto trafen sich im Sommer 2023 7.000 Sportler*innen mit und ohne
Behinderung aus 190 Nationen, um an den Special Olympics Weltspielen in 26 un-
terschiedlichen Disziplinen teilzunehmen. Der Schwerpunkt lag dabei, gemäß dem
genannten Leitspruch, auf dem Sport für Menschen mit geistiger und mehrfacher
Behinderung sowie auf dem gemeinsamen Sporttreiben von Teilnehmer*innen mit
und ohne Behinderung. Darüber hinaus spielte das soziale Miteinander aller Sport-
ler*innen unabhängig vom jeweiligen Behinderungsgrad eine übergeordnete Rolle,
sodass die Special Olympics Weltspiele als größte inklusive Sportveranstaltung welt-
weit bezeichnet wurden. Beispiele für diese Beiträge zur Inklusion der Athlet*innen
mit geistiger oder mehrfacher Behinderung waren unter anderem Städtepartner-
schaften zur Unterbringung der internationalen Sportler*innen und ihren Angehörigen
vor den Spielen sowie Gesundheitsförderprogramme und gemeinsame Wettkampf-
teilnahmen von Sportler*innen mit und ohne Behinderung im Rahmen der sogenann-
ten Unified Disziplinen (Bundesministerium des Inneren und für Heimat, 2024).
Gleichzeitig zeigten sich in Bezug auf Inklusion im Rahmen dieser Veranstaltung
ebenfalls kritische Stimmen. Die Gründe für diese Skepsis wurden unter anderem
darin deutlich, dass die Weltspiele zwar unter anderem durch die Unified Disziplinen
einen Beitrag zum gemeinsamen und folglich laut Special Olympics zum inklusiven
Sporttreiben unabhängig vom jeweiligen Behinderungsgrad leisteten, aber trotzdem
eine separate Sportgroßveranstaltung waren. Je nach Auslegung der Definition des
Inklusionsbegriffes zeigte sich, dass Sportler*innen ohne Behinderung nur die Mög-
lichkeit hatten, in der Unified Disziplin gemeinsam mit einem*einer Athlet*in an den
Start zu gehen, während bei den Olympischen Spielen eine Einzelteilnahme erlaubt
ist. Andererseits sind Athlet*innen mit Behinderung bei den Olympischen Spielen
nicht startberechtigt. Dadurch ist in beiden Veranstaltungen keine gleichberechtigte
Teilnahme für Menschen mit und ohne Behinderung gegeben (Wegner, 2023, S.
423ff). Des Weiteren wurden kleinere Merkmale, wie die mangelnde Fernsehüber-
tragung der Unified Disziplin in der Sportart Badminton als Kritikpunkte aufgeführt
(Special Olympics, 2023b, S. 74f). Wie inklusiv die Special Olympics Weltspiele wirk-
lich waren, kann dabei in erster Linie von den teilnehmenden Sportler*innen beurteilt
werden, da diese aus ihrer eigenen Sicht die individuellen Erlebnisse bezüglich In-
klusion im Spitzensport schildern können.
Der Fokus dieser Bachelorarbeit liegt dabei auf der Beantwortung der Forschungs-
frage: „Inwieweit stellen die Special Olympics Weltspiele 2023 aus Sicht der Sport-
ler*innen ein Beispiel für gelungene Inklusion im Spitzensport dar?“. Damit einher
geht außerdem die Frage nach Potenzialen und Herausforderungen, die sich im Hin-
blick auf den inklusiven Grundgedanken ergeben.
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