Zusammenfassung: Literaturgeschichte
500-2000: Die deutsche Literaturgeschichte
1. Das Frühmittelalter
Jahre: 500-1180
Kennzeichen:
Um 750 verbreitete das Christentum sich durch Europa. Mönche und Priester übersetzen
Bibeltexte ins Deutsche, um das Volk zu unterrichten. Die Zeit wird von der Kirche bestimmt.
Die Sprache hier ist das Althochdeutsch. Das Frühmittelalter teilen wir in drei Teilen auf:
Althochdeutsche Literatur (750-1060): Christianisierung. Literatur besteht aus
Bibelübersetzungen, Gebeten und anderen religiösen Texten.
Frühmittelhochdeutsche Literatur (1060-1120): Literatur erreicht die Fürsten und
Adel. Literatur verbreitet das Christentum, bekommt aber eine prophetische
Komponente. Spricht von dem Jüngsten Gericht/Armageddon.
Vorhöfische Literatur (1120-1180): Christlicher Moral in Heldenliedern, Legenden
und Rittergeschichten. Lebensgeschichten legendärer Figuren (Alexander der
Große/Julius Caesar)
Autoren:
In dieser Zeit sind Autoren unwichtig. Wichtig war, was geschrieben wurde – nicht wer das
machte. Literatur dieser Zeit finden wir zurück in Kodizes (singular: Kodex) – Handschriften.
Werke:
Pfaffe Lamprecht – Alexanderlied (Legende um Alexander der Große)
Hildebrandslied (Heldenlied um Hildebrand)
Merseburger Zaubersprüche (Heidnische Zaubersprüche, der älteste bekannte deutsche
Text)
2. Das Hochmittelalter
Jahre: 1180-1270
Kennzeichen:
Das Rittertum gewinnt, wegen der Kreuzzüge, Ansehen. Die Ritter wohnen an Höfe Adel
wird immer wichtiger. Sie finanzieren auch die Künste. Das nennen wir das Mäzenatentum.
Die Literatur teilen wir in drei Gattungen auf:
Ritterromane: Ritter im Mittelpunkt der Geschichte. Abenteuer und das richtige
Charakter sind das Wichtigste. Werke sind Epen (Epos = in Vers geschrieben). Die
vier Tugenden sind Abenteuerlust, Tatkraft, Mut und Treue. Handlungsort ist oft das
Hof von König Artus.
Heldenepik: Alter Stoff wird neu erzählt. In Vers geschrieben, zeigt Reste der
Vorhöfischen Literatur. Klassische Helden (Eneas/Siegfried) stehen oft im Mittelpunkt.
Minnesang: Genre der Lyrik (Poesie). Verehrung einer adligen Dame, in der die
Liebe unerreichbar ist. Die Figuren sind immer ein Ritter und eine adlige Dame.
Tagelied: Das Tagelied ist eine Untergattung des Minnesangs. Im Tagelied
findet die Liebe zwischen Ritter und adliger Dame statt. Sie wachen nach
einer Nacht zusammen auf und verabschieden sich.
, Autoren:
- Wolfram von Eschenbach (um 1160-1220): Wichtigster Dichter der Ritterromane. Bekannt
für seine Minnelieder und die Romane Parzival und Erec.
- Walther von der Vogelweide (um 1170-1230): Wichtigster Dichter des Minnesangs. Kam
aus Österreich.
Werke:
Wolfram von Eschenbach – Parzival
Heinrich von Veldeke – Eneasroman
Gottfried von Straßburg – Tristan und Isolde
Anonym - Nibelungenlied
3. Das Spätmittelalter
Jahre: 1270-1500
Kennzeichen:
Klassische Übergangsepoche. Höfe und Ritter verlieren Bedeutung, auch wegen der
Erfindung des Schießpulvers. Die Bevölkerung zieht immer mehr in die Stadt. Sie verdient ihr
Geld im Handel und Handwerk, weniger auf dem Land. Literatur wird die Aufgabe der
Bürger, deshalb nennen wir die spätmittelalterliche Literatur auch die bürgerliche Dichtung.
Fünf Gattungen sind wichtig:
Volkslied: Einfache Sprache, menschliche Themen
Volksbuch: Ritterroman, aber in Prosa, nicht in Vers
Märe: (Derb)komische/Erotische Konfliktsituation. Absurdes Spiel
Fastnachtspiel: Nichtgeistliches Spiel zu menschlichen Schwächen
Meistergesang: Belehrende Lieder, von Handwerkern gedichtet
Autoren:
- Oswald von Wolkenstein (1377-1445): Lyriker, Komponist und Politiker. Bekannt wegen
seiner Reiselieder (Durch Barbarei, Arabia) und Marialieder. Seine Hauptthemen sind Gott,
Sex und Reisen.
4. Renaissance, Humanismus und Reformation
Jahre: 1500-1600
Kennzeichen:
Die Sonne steht im Mittelpunkt des Universums (das heliozentrische Weltbild) und das
Leben stand statt des Todes zentral in der Gesellschaft: Die Welt ändert sich grundsätzlich.
Wichtige Daten sind die Erfindung der Buchdruckkunst und die Entdeckung Amerikas.
Die Zeit besteht aus drei Begriffen:
Renaissance: Wiedergeburt der römischen/griechischen Kultur in der Kunst
Humanismus: Wissenschaftliche Beschäftigung mit der Literatur und Philosophie der
Griechen und Römer.
Reformation: Erneuerung der Religion
Autoren:
- Martin Luther (1483-1546): Kritisierte die katholische Kirche nach einer Romreise. Stellte 95
Thesen auf, in denen er eine Erneuerung in der Kirche vorschlug. Wurde verurteilt,
verweigerte sich aber seine Meinung zu ändern. Schrieb zu dieser Zeit die erste
deutschsprachige Bibel. Das war für die Literatur wichtig, sorgte aber auch für eine
einheitliche deutsche Standardsprache. Bibel sollte für jedermann verständlich sein. Auch
umstritten, weil er sich zum Antisemitismus bekennte.
500-2000: Die deutsche Literaturgeschichte
1. Das Frühmittelalter
Jahre: 500-1180
Kennzeichen:
Um 750 verbreitete das Christentum sich durch Europa. Mönche und Priester übersetzen
Bibeltexte ins Deutsche, um das Volk zu unterrichten. Die Zeit wird von der Kirche bestimmt.
Die Sprache hier ist das Althochdeutsch. Das Frühmittelalter teilen wir in drei Teilen auf:
Althochdeutsche Literatur (750-1060): Christianisierung. Literatur besteht aus
Bibelübersetzungen, Gebeten und anderen religiösen Texten.
Frühmittelhochdeutsche Literatur (1060-1120): Literatur erreicht die Fürsten und
Adel. Literatur verbreitet das Christentum, bekommt aber eine prophetische
Komponente. Spricht von dem Jüngsten Gericht/Armageddon.
Vorhöfische Literatur (1120-1180): Christlicher Moral in Heldenliedern, Legenden
und Rittergeschichten. Lebensgeschichten legendärer Figuren (Alexander der
Große/Julius Caesar)
Autoren:
In dieser Zeit sind Autoren unwichtig. Wichtig war, was geschrieben wurde – nicht wer das
machte. Literatur dieser Zeit finden wir zurück in Kodizes (singular: Kodex) – Handschriften.
Werke:
Pfaffe Lamprecht – Alexanderlied (Legende um Alexander der Große)
Hildebrandslied (Heldenlied um Hildebrand)
Merseburger Zaubersprüche (Heidnische Zaubersprüche, der älteste bekannte deutsche
Text)
2. Das Hochmittelalter
Jahre: 1180-1270
Kennzeichen:
Das Rittertum gewinnt, wegen der Kreuzzüge, Ansehen. Die Ritter wohnen an Höfe Adel
wird immer wichtiger. Sie finanzieren auch die Künste. Das nennen wir das Mäzenatentum.
Die Literatur teilen wir in drei Gattungen auf:
Ritterromane: Ritter im Mittelpunkt der Geschichte. Abenteuer und das richtige
Charakter sind das Wichtigste. Werke sind Epen (Epos = in Vers geschrieben). Die
vier Tugenden sind Abenteuerlust, Tatkraft, Mut und Treue. Handlungsort ist oft das
Hof von König Artus.
Heldenepik: Alter Stoff wird neu erzählt. In Vers geschrieben, zeigt Reste der
Vorhöfischen Literatur. Klassische Helden (Eneas/Siegfried) stehen oft im Mittelpunkt.
Minnesang: Genre der Lyrik (Poesie). Verehrung einer adligen Dame, in der die
Liebe unerreichbar ist. Die Figuren sind immer ein Ritter und eine adlige Dame.
Tagelied: Das Tagelied ist eine Untergattung des Minnesangs. Im Tagelied
findet die Liebe zwischen Ritter und adliger Dame statt. Sie wachen nach
einer Nacht zusammen auf und verabschieden sich.
, Autoren:
- Wolfram von Eschenbach (um 1160-1220): Wichtigster Dichter der Ritterromane. Bekannt
für seine Minnelieder und die Romane Parzival und Erec.
- Walther von der Vogelweide (um 1170-1230): Wichtigster Dichter des Minnesangs. Kam
aus Österreich.
Werke:
Wolfram von Eschenbach – Parzival
Heinrich von Veldeke – Eneasroman
Gottfried von Straßburg – Tristan und Isolde
Anonym - Nibelungenlied
3. Das Spätmittelalter
Jahre: 1270-1500
Kennzeichen:
Klassische Übergangsepoche. Höfe und Ritter verlieren Bedeutung, auch wegen der
Erfindung des Schießpulvers. Die Bevölkerung zieht immer mehr in die Stadt. Sie verdient ihr
Geld im Handel und Handwerk, weniger auf dem Land. Literatur wird die Aufgabe der
Bürger, deshalb nennen wir die spätmittelalterliche Literatur auch die bürgerliche Dichtung.
Fünf Gattungen sind wichtig:
Volkslied: Einfache Sprache, menschliche Themen
Volksbuch: Ritterroman, aber in Prosa, nicht in Vers
Märe: (Derb)komische/Erotische Konfliktsituation. Absurdes Spiel
Fastnachtspiel: Nichtgeistliches Spiel zu menschlichen Schwächen
Meistergesang: Belehrende Lieder, von Handwerkern gedichtet
Autoren:
- Oswald von Wolkenstein (1377-1445): Lyriker, Komponist und Politiker. Bekannt wegen
seiner Reiselieder (Durch Barbarei, Arabia) und Marialieder. Seine Hauptthemen sind Gott,
Sex und Reisen.
4. Renaissance, Humanismus und Reformation
Jahre: 1500-1600
Kennzeichen:
Die Sonne steht im Mittelpunkt des Universums (das heliozentrische Weltbild) und das
Leben stand statt des Todes zentral in der Gesellschaft: Die Welt ändert sich grundsätzlich.
Wichtige Daten sind die Erfindung der Buchdruckkunst und die Entdeckung Amerikas.
Die Zeit besteht aus drei Begriffen:
Renaissance: Wiedergeburt der römischen/griechischen Kultur in der Kunst
Humanismus: Wissenschaftliche Beschäftigung mit der Literatur und Philosophie der
Griechen und Römer.
Reformation: Erneuerung der Religion
Autoren:
- Martin Luther (1483-1546): Kritisierte die katholische Kirche nach einer Romreise. Stellte 95
Thesen auf, in denen er eine Erneuerung in der Kirche vorschlug. Wurde verurteilt,
verweigerte sich aber seine Meinung zu ändern. Schrieb zu dieser Zeit die erste
deutschsprachige Bibel. Das war für die Literatur wichtig, sorgte aber auch für eine
einheitliche deutsche Standardsprache. Bibel sollte für jedermann verständlich sein. Auch
umstritten, weil er sich zum Antisemitismus bekennte.