Entstehung der liberal-nationalen Bewegung
Napoleonische Herrschaft in Deutschland wurde mit Völkerschlacht bei Leipzig beendet
Patriotische Begeisterung in Deutschland durch Napoleon sehr stark gestiegen
Hoffnung nach nationaler Einheit (enttäuscht von Wiener Kongress Beschlüssen)
Wiener Kongress (1815)
Politische und territoriale Neuordnung Europas nach Napoleon wurde beschlossen
Restauration: Wiederherstellung des vorrevolutionären Regimes
Legitimität: monarchisch-dynastische Staatsordnung
Herrschaftsbefugnis durch Gottesgnadentum und Tradition der fürstlichen
Familien
Solidarität: gemeinsamer Kampf der Fürsten gegen revolutionären Bestrebungen
Teilnehmende Staaten:
Russland: Zar Alexander I.
GB: Lord Castlereagh
Preußen: Staatskanzler Karl August
Österreich: Fürst von Metternich
Frankreich: Talleyrand
Wollte Prinzipien der französischen Revolution zerstören
Wiedereinsetzung der alten Herrschaftsfamilien der Bourbonen in Frankreich (Ludwig
XVIII)
Territoriale Neuordnung:
Frankreich: Grenzen von 1792
Rheinbund: alles, was Napoleon erobert hat
Preußen: Rheinprovinzen + polnisches Posen
Russland: alte Grenzen + Herzogtum Warschau
Sachsen: blieb bis auf nördlichen Teil (an Preußen abgegeben) bestehen
Österreich: verlor deutschen Südwesten und bekam Venedig + Lombardei
Heilige Allianz (Russland, Österreich, Preußen):
Dynastische Traditionen wahren
Legitimationsprinzip sichern
Festigung der Bindung von Thron und Altar sichern (Adel und Klerus)
Interventionsrecht bei revolutionären Bedrohungen
Rheinbund + GB lehnten Beitritt ab
Deutscher Bund (Staatenbündnis):
34 Fürsten und 4 freie Staaten
Kontrolle von Österreich kein Oberhaupt
Souveränität der Einzelstaaten blieb erhalten
Frühkonstitutionalismus
Neue Verfassungen mit Elementen des liberalen Repräsentativsystems
Es gibt zwar eine Verfassung, aber keine parlamentarische Regierungsweise
Parlamente traten zusammen (in kleinen Staaten)
Erste Verfassungen zwischen 1814 und 1820 (weite Teile Deutschlands)
, Sollte Land vereinheitlichen
Österreich und Preußen weiter ohne Verfassung
Burschenschaften
Bildungsbürgertum war enttäuscht von Wiener Kongress
Professoren, Studenten, Publizisten, Schriftsteller
Widerstand gegen restauratives Fürstenbündnis
Kampf für politische Freiheit und nationale Einheit Deutschlands
Farben: schwarz-rot-gold (nachher Farben der deutschen Nationalbewegung)
Wartburgfest (Thüringen)
18.10.1817: 300-Jahr-Feier der Reformation und 4. Jahrestag des Völkerschlacht bei
Leipzig
Ca. 500 Studenten
Legten ein Bekenntnis zum deutschen Nationalstaat ab
Grundsätze / Forderungen: Freiheit, Gleichheit, Verfassung, Pressfreiheit,
Bürgerrechte, Wahlrecht, frei gewählte Vertreter des Volkes
Karlsbader Beschlüsse (Sept. 1819)
Wegen Ermordung Kotzebues
Massive Unterdrückung liberaler und demokratischer Bestrebungen / Bewegungen
Burschenschaften verboten
Presse und Bücher zensiert
„Demagogenverfolgung“ (Verfolgung von sogenannten „Volksverhetzern“)
Zentraluntersuchungs-Kommission
Sollte bei „revolutionären Umtrieben und demagogischen Verbindungen“
ermitteln
Bis 1848
„Ruhe und Ordnung“ sollte bewahrt werden (Sicht der Obrigkeit)
Altes Regime versuchte die Entwicklung zur bürgerlich-liberalen Gesellschaft
aufzuhalten
Strenge staatliche Aufsicht in Universitäten
Die Zeit des Vormärz (1815-1848)
Idee eines Nationalstaates auf parlamentarischer Grundlage
Solidarisierung mit national-revolutionären Bewegungen
1830: Juli Revolution in Frankreich
Karl X (König) wollte die Vorherrschaft des Adels wiederherstellen und
versuchte das Parlament aufzulösen
Arbeiter, Studenten etc. erhoben sich gegen ihn und zwangen ihn zur
Abdankung
Neuer liberaler König
Folgen in Deutschland: liberale Oppositionsbewegung durch Juli-Revolution
beflügelt
, Aufstände in einigen Teilen Deutschlands; teilweise Verfassungen genehmigt in
einigen deutschen Staaten
Hambacher Fest (1832)
Volksfeste als Deckung für nicht zugelassene politische Veranstaltung genutzt
27.05.32 30.000 liberale Bürger, Arbeiter und Bauern
Größte politische Kundgebung im Vormärz
Politische Massendemonstrationen
Forderungen
Gründung eines deutschen Nationalstaates
Verfassung
Anerkennung der Entscheidungen / Souveränität des Volkes
Folge des Festes: Verschärfung der Repressionsmaßnahmen
Verbot politischer Vereine, öffentlicher politischer Reden und kritischer
Zeitungen
Verschärfung der Zensur
Verbot der schwarz-rot-gold Fahne
Verhaftung und Prozesse
Frankfurter Wachensturm (1833)
Bewaffnete wollten die Hauptwache der Polizei stürmen und den Deutschen
Bundestag besetzen, um dort die deutsche Republik auszurufen
Putschversuch schlug fehl
Intensivierung der Repression und Welle von Verfolgungen
Protest von sieben Göttinger Professoren (1837)
Verfassung durch den König von Hannover aufgelöst
Professoren verweigerten Huldigungseid für den König
Huldigung: Zeichen der Ehrerbietung vor einem höher gestellten Menschen
Alle Professoren wurden ihrer Ämter enthoben und mussten teilweise das Land
verlassen
Literatur und Öffentlichkeit
1840 50% der Bevölkerung konnte nicht lesen und schreiben größeres
Lesepublikum und Macht der öffentlichen Meinung wuchs
Mehr Forderungen nach politischer Partizipation und wirtschaftlicher Freiheit
Literatur: gegenwartsbezogen und kritisch
Behörden: verschärfte Zensur
Revolutionärer Druck wuchs immer weiter
Literarische Schriften trugen auch zur Veränderung des öffentlichen Bewusstseins
und der Verschärfung der revolutionären Stimmung bei
Der Deutsche Zollverein (/Zeit der Industrialisierung)
1834 gegründet
Forderten Aufhebung der Binnenzölle und einen deutschen Schutzzoll
Ausländischer Wirtschaftsdruck erzwang eine Wirtschaftseinheit
, Nachbarstaaten: eigener Markt mit Schutzzöllen, um ausländische Produkte
aus ihrem Markt fernzuhalten
Deutsche Staaten: ausländische Produkte überschwemmten Markt, hinderten
Industrialisierung
Wollten Entfaltung von Handel und Industrie
Auch Kaufleute, Bankiers und industrielle Unternehmen wollten eine deutsche Einheit
und einen deutschen Markt
Wirtschaftsbürgertum wuchs (durch Industrialisierung)
Preußen hatte die Oberhand im Deutschen Zollverein
Politische Richtungen
Konservative
Gegen die Revolution und ihre Gedanken (Gleichheit, Freiheit, Bürgerrechte etc.)
Könige durch Gottesgnadentum
Ständegesellschaft
Alles soll so bleibe wie vorher
Keine Volkssouveränität + kein Nationalstaat
Liberalismus
Entfaltung des Individuums, Freiheitsrechte, Selbstbestimmung, bürgerliche
Freiheiten
Beseitigung der Willkürherrschaft
Wahlen und Gewaltenteilung
Forderten Verfassung
Lehnte Revolution ab
Wollte Kompromiss mit Fürsten
Grundlage: Gewaltenteilung + Rechtstaatlichkeit
Widersprüche was Gleichheit anbelangte
Fürsten wären immer noch höher gestellt und diejenigen, die sich durch
Bildung, Besitz etc. auswiesen auch
Differenzen innerhalb der Liberalisten, weil es teilweise sehr Radikale gab, aber auch
Gemäßigte
Nationalismus
Staat und Nation eine Einheit
Selbstbestimmungsanspruch der Völker
Streben nach einer gesellschaftsrechtlichen Verfassung
Revolutionen im Vormärz
Agrarrevolution
Industrielle Revolution (Einsatz von Maschinen)
Verkehrsrevolution (Kommunikation, Austausch von Gütern und Infos)
Leserevolution (Aufbau des modernen Bildungssystems)
führte zur Modernisierung
Pauperismus
Massenarmut durch Volkszunahme, zu wenig Arbeit und steigende Preise