Urs Bitterli über Kulturbegegnungen (1986) - Kernmodul
Kulturkontakt
Kulturkontakt“ ist ein übergeordneter Begriff und bezeichnet ganz allgemein jede Form des Zusammentreffens zweier Kulturen.
Er umfasst sowohl friedliche als auch konflikthafte Formen des Austauschs
Kulturbegegnungen
• beschreibt einen intensiveren und wechselseitigen Kontakt
• es kommt zu einem Austausch zwischen Informationen, Gütern und Ideen
• dabei ist bereits eine gewisse Auseinandersetzung mit den jeweils Fremden vorhanden, ohne dass tiefgreifende
Veränderungen stattfinden müssen
Beispiel: Marco Polo bei seiner ersten Reise nach China
-> Es handelt sich um einen intensiven und wechselseitigen Austausch: Marco Polo lernte die chinesische Kultur kennen, und
gleichzeitig vermittelte er europäisches Wissen.
Kulturberührung
• oberflächlicher und kurzfristiger Kontakt zweier Kulturen
• unvollständige oder nicht weit entwickelte Form der Kommunikation zwischen den aufeinander treffenden Kulturvertretern
• Verständigung: Zeichensprache oder Mimik
• Geschenke, um die Annäherung zu erleichtern
• unterschiedliche Arten der Annäherung:
-> von Scheu bis zur überströmten Sympathie Kundgebung
Beispiel: Ein Schiff legt in einem fremden Hafen an und die Matrosen handeln mit den Einheimischen
Kulturbeziehung
• ein langfristiger und geregelter Austausch zwischen Kulturen
• findet meist ohne dauerhaftes politisches oder Gesellschaftliches Gleichgewicht statt
• Bedingung: Handel zwischen den Ländern
• Unentbehrlich: Mittelschicht, die Mischsprache sprechen
• bereits in einer unmittelbaren Nachbarschaft konnte aus einer Kulturbeziehung ein Kulturzusammenstoß schlimmster Art
ausgelöst werden
Kulturzusammenstoß
• zwei Kulturen stoßen aufeinander
• ist eine gewaltsame, oft destruktive Konfrontation zwischen Kulturen
• es kommt zu massiven Spannungen, Konflikten oder gar Vernichtungen
• die kulturelle Existenz des militärisch und machtpolitisch schwächeren Partners wird bedroht
• seine physische Existenz wird gefährdet oder gar ausgelöscht
Beispiel: Die koloniale Unterwerfung indigener Völker durch europäische Mächte
, Bedingungen für Transformationsprozesse seit dem 18. Jh nach Raj Kollmorgan
1: Modernisierung der nordwestlichen Staaten (Großbritannien, Frankreich, Deutschland & USA)
• Volkssouveränität & demokratisierte Herrschaftsordnung
• Gründe für das Aufsteigen dieser Länder:
◦ Kapitalistische Produktionsweise
-> Industrialisierung / Innovationen
◦ Gründung eines Nationalstaats & einer Nationalarmee (Wehrpflicht)
2: Machverschiebung: Spanien, Portugal, Russland & Osmanisches Reich "steigen" ab
-> Monarchistische Königreiche steigen ab
-> verlieren im Laufe der Transformation an macht
-> Durch den Adel wird der Kapitalismus, die Gründung eines Nationalstaates und die Wehrpflicht verhindert (Adel hat keine
Interesse daran, seine Macht zu verlieren)
-> Großbritannien und Frankreich steigen auf später auch Deutschland, USA und Japan
3: Globalisierung & Weltmarktbedürfnisse der kapitalistischen Produktionsweise
-> neue Kolonialismuswelle -> Imperialismus
-> Grund: Ressourcen
1. Annexion
2. militärische Bedrohung, temporäre Besetzung
3. Bedrohungsgeschützte Marktöffnung
Transformation vorher / Auslöser:
• Entdeckung Amerikas - veränderte Handelssituationen Über Jahrhunderte dazu
• Aufklärung beigetragen
• Renaissance / Kirche hat keine Macht mehr
Der Sozialwissenschaftler Raj Kollmorgan zur chinesischen Revolution
• kein produktiver Transformationsversuch
-> nur eine Umwälzung
• es entsteht keine Demokratie da der erste Präsident die Dynastie weiterführen wollte
• Vorbedingungen
◦ Reformen des Hofes nach 1901
wurde von bürgerlichen Schichten in Städten,
◦ koloniale Besatzung
Provinzkommandeuren und Anti-Mandschu-
◦ Sonderrechte
Gruppen beigetragen
Imperialismus
• beschreibt das Bestreben eines Staates, seine Macht, seinen Einfluss und seine Herrschaft über andere Länder auszuweiten,
oft durch Kolonisation, politische Kontrolle, wirtschaftliche Abhängigkeit und/oder kultureller Dominanz
• es ist ein Prozess, bei dem ein mächtiger Staat die Ressourcen, das Territorium und die Bevölkerung anderer Länder für
seine eigenen Ziele ausbeutet und kontrolliert
• manchmal führt ein stärkeres Land direkt einen Krieg, um die Kontrolle über dieses Land zu erreichen