Grundlagen der Soziologie
1. Themenbereiche der Soziologie
➢ gesellschaftliches Verhalten und Handeln von Menschen
➢ soziale Gruppen und Institutionen
➢ gesellschaftliche Veränderungen
➢ Ideen von Gesellschaftsformen
2. Verständnis des Menschen
➢ keine Geburt als Mensch, sondern Entwicklung zum Menschen
➢ Mensch als soziales Wesen (immer Existenz in Gesellschaft)
➢ zweite, sozio-kulturelle Geburt (Herausbildung der menschlichen Eigenschaften)
➢ Sozialisation in Sozialisierungsprozess (sozialer Interaktion der Menschen)
➢ Sozialisationsinstanzen (z. B. Familie, Schule, Medien, …)
3. Phasen der Sozialisation
➢ primäre Sozialisation
o Herausbildung der Grundstruktur der Persönlichkeit
o Entwicklung von Grundmustern für soziales Verhalten
➢ sekundäre Sozialisation
o Erlernen von neuen Verhaltensweisen
o Weiterentwicklung von bestehenden Verhaltensweisen
➢ tertiäre Sozialisation
o Weiterentwicklung in Berufs- und Privatleben
➢ Ergebnisse der Sozialisation
o Herausbildung der Identität
o Sozialisierung des Individuums in Abhängigkeit von Gesellschaftsstruktur (z. B. unter-
schiedliche Sozialisierungsmuster für Frauen und Männer)
4. Prägung des Verhaltens und Handelns in der Gesellschaft
➢ soziale Normen
o bestimmte Regeln, die von der Allgemeinheit anerkannt werden
o nicht schriftlich fixiert, automatisch von Menschen übernommen
o variieren von Gruppe zu Gruppe
o unterliegen einem historischen Wandel
o formalisierte Normen sind schriftlich als Gesetz oder Verordnung festgehalten (Recht)
➢ soziale Werte
o kulturell verbreitete Vorstellung von Wünschbarem
o moralische Werte (z. B. Gerechtigkeit, Treue)
o religiöse Werte (z. B. Nächstenliebe)
o politische Werte (z. B. Freiheit, Gleichheit, Toleranz)
o ästhetische Werte (z. B. Schönheit, Kunst)
o materielle Werte (z. B. Wohlstand, Eigentum)
o unterliegen einem historischen Wandel
, Dimensionen sozialer Gerechtigkeit
s
Verteilungsgerechtigkeit Bedarfsgerechtigkeit
soziale
Gerechtigkeit
Leistungsgerechtigkeit Chancengerechtigkeit
1. Gini-Koeffizient
➢ statistisches Maß zur Angabe der Abweichung einer gegebenen Verteilung (z. B. Land,
Einkommen, usw.) in einer Volkswirtschaft von einer vollkommenen Gleichverteilung
➢ je höher der Wert des Gini-Koeffizienten (0 ≤ x ≤ 1), desto ungleicher die Verteilung der
untersuchten Kenngröße
2. Nettoäquivalenzeinkommen
➢ Ermittlung des Nettoäquivalenzeinkommens
o Addition des erzielten Haushaltseinkommens aller Haushaltsmitglieder (Einkommen
aus (un-)selbstständiger Erwerbstätigkeit, Vermögen, Rente, Transferleistungen, usw.)
o Subtraktion der Steuern und Sozialbeiträge
o Division des erzielten Haushaltseinkommens durch Gewichtsschlüssel
➢ Gewichtung des Nettoäquivalenzeinkommens
o Gewichtung anhand eines Gewichtsschlüssels (Äquivalenzskala)
o erster Erwachsener: Gewicht 1
o weitere Erwachsende: Gewicht 0,5
o Kinder ab 14 Jahren: Gewicht 0,5
o Kinder unter 14 Jahren: Gewicht 0,3
o Gewichtsschlüssel als Addition der Gewichte der Haushaltsmitglieder
, Modelle sozialer Ungleichheit
1. Definition sozialer Ungleichheit
Soziale Ungleichheit bezeichnet den Zustand der sozialen Differenzierung, in dem ungleiche
Verteilung von Ressourcen (z. B. Eigentum, Einkommen, …), Macht und Prestige sowie
Positionen und Rängen nicht als selbstverständlich angesehen wird.
2. Bolte-Zwiebel
➢ Entwicklung durch Karl Martin Bolte (1967)
➢ Zugehörigkeit zu Statuszone in Abhängigkeit von
o Einkommen
o Berufsprestige
o Bildung
➢ Teilung der Gesellschaft in 7 Statuszonen
➢ Kritik an der Bolte-Zwiebel
o Untersuchung ausschließlich vertikaler Größen
o keine bzw. geringe Möglichkeit des Individuums in andere Schicht zu kommen
o veraltete Theorie, die nicht auf heute übertragen werden kann
,3. Dahrendorf-Häuschen
➢ Entwicklung durch Ralf Dahrendorf (1965)
➢ Weiterentwicklung durch Rainer Geißler (2009)
➢ Teilung der Gesellschaft in verschiedenen Schichten
➢ keine klaren Grenzen zwischen Schichten (soziale Mobilität)
➢ Zugehörigkeit zu Schicht in Abgängigkeit von
o Funktion in Wirtschafts- und Gesellschaftssystem
o soziopolitische und soziokulturelle Mentalitäten
➢ Kritik am Dahrendorf-Häuschen
o Fokussierung auf ökonomische Umstände
o Überbewertung des Berufs bzw. Einkommens
, 4. Sinus-Milieus
➢ Marktforschungsmodell des Sinus-Instituts (1980er)
➢ Typisierung der Zielgruppen
➢ Zugehörigkeit zu Milieu in Abhängigkeit von
o vertikal: Unter-/Mittel-/Oberschicht
o horizontal: Tradition/Individualisierung/Neuorientierung
➢ Kritik
o kommerzielles Ziel (Ausnutzung der Mentalitäten und Einstellungen)
o Mentalitäten und Einstellungen unterliegen einem dauerhaften Wandel
1. Themenbereiche der Soziologie
➢ gesellschaftliches Verhalten und Handeln von Menschen
➢ soziale Gruppen und Institutionen
➢ gesellschaftliche Veränderungen
➢ Ideen von Gesellschaftsformen
2. Verständnis des Menschen
➢ keine Geburt als Mensch, sondern Entwicklung zum Menschen
➢ Mensch als soziales Wesen (immer Existenz in Gesellschaft)
➢ zweite, sozio-kulturelle Geburt (Herausbildung der menschlichen Eigenschaften)
➢ Sozialisation in Sozialisierungsprozess (sozialer Interaktion der Menschen)
➢ Sozialisationsinstanzen (z. B. Familie, Schule, Medien, …)
3. Phasen der Sozialisation
➢ primäre Sozialisation
o Herausbildung der Grundstruktur der Persönlichkeit
o Entwicklung von Grundmustern für soziales Verhalten
➢ sekundäre Sozialisation
o Erlernen von neuen Verhaltensweisen
o Weiterentwicklung von bestehenden Verhaltensweisen
➢ tertiäre Sozialisation
o Weiterentwicklung in Berufs- und Privatleben
➢ Ergebnisse der Sozialisation
o Herausbildung der Identität
o Sozialisierung des Individuums in Abhängigkeit von Gesellschaftsstruktur (z. B. unter-
schiedliche Sozialisierungsmuster für Frauen und Männer)
4. Prägung des Verhaltens und Handelns in der Gesellschaft
➢ soziale Normen
o bestimmte Regeln, die von der Allgemeinheit anerkannt werden
o nicht schriftlich fixiert, automatisch von Menschen übernommen
o variieren von Gruppe zu Gruppe
o unterliegen einem historischen Wandel
o formalisierte Normen sind schriftlich als Gesetz oder Verordnung festgehalten (Recht)
➢ soziale Werte
o kulturell verbreitete Vorstellung von Wünschbarem
o moralische Werte (z. B. Gerechtigkeit, Treue)
o religiöse Werte (z. B. Nächstenliebe)
o politische Werte (z. B. Freiheit, Gleichheit, Toleranz)
o ästhetische Werte (z. B. Schönheit, Kunst)
o materielle Werte (z. B. Wohlstand, Eigentum)
o unterliegen einem historischen Wandel
, Dimensionen sozialer Gerechtigkeit
s
Verteilungsgerechtigkeit Bedarfsgerechtigkeit
soziale
Gerechtigkeit
Leistungsgerechtigkeit Chancengerechtigkeit
1. Gini-Koeffizient
➢ statistisches Maß zur Angabe der Abweichung einer gegebenen Verteilung (z. B. Land,
Einkommen, usw.) in einer Volkswirtschaft von einer vollkommenen Gleichverteilung
➢ je höher der Wert des Gini-Koeffizienten (0 ≤ x ≤ 1), desto ungleicher die Verteilung der
untersuchten Kenngröße
2. Nettoäquivalenzeinkommen
➢ Ermittlung des Nettoäquivalenzeinkommens
o Addition des erzielten Haushaltseinkommens aller Haushaltsmitglieder (Einkommen
aus (un-)selbstständiger Erwerbstätigkeit, Vermögen, Rente, Transferleistungen, usw.)
o Subtraktion der Steuern und Sozialbeiträge
o Division des erzielten Haushaltseinkommens durch Gewichtsschlüssel
➢ Gewichtung des Nettoäquivalenzeinkommens
o Gewichtung anhand eines Gewichtsschlüssels (Äquivalenzskala)
o erster Erwachsener: Gewicht 1
o weitere Erwachsende: Gewicht 0,5
o Kinder ab 14 Jahren: Gewicht 0,5
o Kinder unter 14 Jahren: Gewicht 0,3
o Gewichtsschlüssel als Addition der Gewichte der Haushaltsmitglieder
, Modelle sozialer Ungleichheit
1. Definition sozialer Ungleichheit
Soziale Ungleichheit bezeichnet den Zustand der sozialen Differenzierung, in dem ungleiche
Verteilung von Ressourcen (z. B. Eigentum, Einkommen, …), Macht und Prestige sowie
Positionen und Rängen nicht als selbstverständlich angesehen wird.
2. Bolte-Zwiebel
➢ Entwicklung durch Karl Martin Bolte (1967)
➢ Zugehörigkeit zu Statuszone in Abhängigkeit von
o Einkommen
o Berufsprestige
o Bildung
➢ Teilung der Gesellschaft in 7 Statuszonen
➢ Kritik an der Bolte-Zwiebel
o Untersuchung ausschließlich vertikaler Größen
o keine bzw. geringe Möglichkeit des Individuums in andere Schicht zu kommen
o veraltete Theorie, die nicht auf heute übertragen werden kann
,3. Dahrendorf-Häuschen
➢ Entwicklung durch Ralf Dahrendorf (1965)
➢ Weiterentwicklung durch Rainer Geißler (2009)
➢ Teilung der Gesellschaft in verschiedenen Schichten
➢ keine klaren Grenzen zwischen Schichten (soziale Mobilität)
➢ Zugehörigkeit zu Schicht in Abgängigkeit von
o Funktion in Wirtschafts- und Gesellschaftssystem
o soziopolitische und soziokulturelle Mentalitäten
➢ Kritik am Dahrendorf-Häuschen
o Fokussierung auf ökonomische Umstände
o Überbewertung des Berufs bzw. Einkommens
, 4. Sinus-Milieus
➢ Marktforschungsmodell des Sinus-Instituts (1980er)
➢ Typisierung der Zielgruppen
➢ Zugehörigkeit zu Milieu in Abhängigkeit von
o vertikal: Unter-/Mittel-/Oberschicht
o horizontal: Tradition/Individualisierung/Neuorientierung
➢ Kritik
o kommerzielles Ziel (Ausnutzung der Mentalitäten und Einstellungen)
o Mentalitäten und Einstellungen unterliegen einem dauerhaften Wandel