Strukturwandel
Erklärungsansatz wirtschaftlicher Prozesse: Theorie der langen Wellen:
1. Am Anfang steht eine Basisinnovation, die zu massiven Investitionen und einen
gesamtwirtschaftlichen Aufschwung bewirkt, denn durch neue technische
Innovationen kann man sein Produktionsverfahren auf eine Verbesserung der
Marktchancen umstellen. Es kommt teils zu räumlichen Schwerpunktverlagerungen.
2. Hat sich die Innovation durchgesetzt (graphischer Hochpunkt), verringern sich die
Investitionen.
3. Es kommt zu einem Abschwung, der dann in eine Depression mündet. Manche (vor
allem traditionelle) Branchen unterliegen dadurch Schrumpfungsprozesse oder
verschwinden fast vollständig.
4. Nun entwickeln sich neue Innovationen und der Zyklus wird wiederholt. Die
Wirtschaftsleistung insgesamt ist aber durch die erste Basisinnovation gestiegen.
Produktlebenszyklus:
● Industrieprodukte durchlaufen einen Alterungsprozess.
● Dadurch wandeln sich auch die Anforderungen an den Produktionsstandort
(Nachfrage).
● Die Unternehmen müssen auf die sich verändernden Gegebenheiten (z.B.
demographische Entwicklung) reagieren (Angebot). Z.B. gibt es durch
Strukturwandel steigende Produktionskosten, also müssen Unternehmen Fabriken in
neue Räume verlagern (siehe VW-Mexiko).
Produktionskonzept Fordismus:
● Eingeführte Fließbandproduktion, die zu Massenproduktion und daher geringe
Produktionsdifferenzierung führt. Durch den Massenkonsum wurden wir zu einer
Wohlstands-und Konsumgesellschaft.
● Postfordismus: Wandel des Nachfrageverhaltens. Es gibt nur eine stärkere
individualisierte Nachfrage; der Konkurrenzdruck hat sich durch die Globalisierung
erhöht. Neue Produktionskonzepte werden benötigt (z.B. “Just-in-Time”).
, Industrie 4.0: Quartärisierung:
● Durch den Globalisierungsprozess und den dadurch steigenden Wettbewerbsdruck
versucht man, innovative Lösungen zu finden, um nationale Grenzen zu überwinden
und komplexe Informations- und Transportströme besser zu koordinieren.
● Digitale Innovationen: digitale Vernetzung von Gegenständen mit Geräten mithilfe
des Internets; mobile Endgeräte; komplexe Big Data regeln und koordinieren;
schnelle Datenwege mit hoher Übertragungskapazität (Sanswire); Künstliche
Intelligenz; Automatisierung der Produktion durch Robotik/ Sensorik/
Prozesssteuerung.
● Da wir noch am Anfang dieses Industrieprozesses sind, entstehen dadurch neue
Konkurrenzkämpfe. Auch die Qualifikations-und Ausbildungsanforderungen ändern
sich.
● Zweischneidiges Schwert: Im Tertiären Sektor entfallen zahlreiche Arbeitsplätze.
Gleichzeitig findet teilweise eine Verschiebung zugunsten besser bezahlter,
qualifizierter und insbesondere digital-und wissensorientierter Dienstleistungen (wie
Oracle oder Microsoft) statt.
● Insbesondere die traditionellen Dienstleistungsbranchen sind von niedrigen Löhnen
und Teilzeitkräften geprägt. Manche dieser Jobs fallen sogar ganz weg →
wachsende soziale Ungleichheiten und Disparitäten.
Gesundheitswirtschaft:
● Neben der klassischen (staatlichen) Gesundheitsversorgung zählen hierbei auch alle
private finazierten Produkte und Dienstleistungen rund um die Gesundheit (z.B.
Wellness oder pharmazeutische Industrie).
● Trotz des drohenden Fachkräftemangels gibt es vielfältige Chancen für Wachstum
und Beschäftigung sowie für Innovationen durch die demographische Entwicklung,
medizinisch-technischer Fortschritt und das wachsende Gesundheitsbewusstsein.
Harte Standortfaktoren:
● gute Verkehrsanbindung (z.B. ÖPNV oder Lage an Gewässern)
● Nähe zu anderen Dienstleistern (z.B. Forschungseinrichtungen) → Clusterbildung
● gutes wirtschaftspolitisches Klima, inkl. unternehmensfreundliche Verwaltung
● Flächenverfügbarkeit
● Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitnehmer
● Nähe zu Zulieferern; regionaler Absatzmarkt